Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann“

Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann“
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die deutschen Autobauer erhalten die Tage scharfe Kritik, wenn es um deren Elektroauto-Strategie geht. Dabei folgt diese quasi aus den eigenen Reihen. Zumindest fast, denn Karl-Thomas Neumann sollte, als ehemaliger Opel-Chef, wissen wovon er redet. Er geht davon aus, dass alle zwar E-Mobilität wollen „aber sie wollen auch, dass alles so bleibt, wie es ist“. So äußert sich zumindest Neumann gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ (Ausgabe 1/2019).

Vielmehr sei er persönlich der Überzeugung: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann, und diesen Gedanken haben die Traditionellen nicht“. Neumann selbst ist seit einiger Zeit wieder im Automobilbereich tätig, allerdings für keinen der großen Hersteller, sondern für ein in Kalifornien betriebenes Auto-Startup. Anfang April 2018 ist Neumann Evelozcity beigetreten.

Neumann ergänzt bei dem Start-up ein bereits durchaus beeindruckendes Führungsteam. Das Unternehmen wird von Stefan Krause geführt, dem ehemaligen Finanzvorstand der Deutschen Bank und der BMW AG. Ulrich Kranz, oft als Vater von BMWs Elektroauto-Sparte BMW i bezeichnet, ist verantwortlich für Technologie. Der Designer von BMW i3 und i8, Richard Kim, ist verantwortlich für das Design künftiger Evelozcity-Produkte.

Als Teil der Geschäftsleitung von Evelozcity steht für ihn fest, dass Elektroautos nicht mehr mit den bisher in der Branche üblichen Margen produziert werden können. Der Grund: große Konkurrenz und hohe Kosten für die Batterie. Deshalb müssten Vertrieb und Produktion komplett umgestellt werden. Dies bedeutet vollkommenes Umdenken, wie man es bereits von Tesla sowie mittlerweile Polestar und BYTON kennt.

Für ihn ist klar: „Das ist ein völlig anderes Denken“. Hart gesagt bedeute dies Zerstörung für alles  was die Hersteller derzeit tun. Auch Neumanns Geschäftspartner Stefan Krause teilt diese Überzeugung. Krause geht soweit und sagt, dass er nicht glaube, dass die deutsche Autoindustrie genügend Innovationskraft für den Wandel aufbringt.

„Wenn Tesla eine Tochtergesellschaft von BMW gewesen wäre, und die hätten 14 Jahre lang so viel Cash verbrannt, dann wäre doch schon dreimal der gesamte BMW-Vorstand rausgeworfen worden“, sagte Krause. „Und die Shareholder hätten das Projekt gestoppt“, so der ehemalige BMW-Finanzvorstand weiter.

Man darf gespannt sein wie die deutschen Automobilhersteller sich künftig schlagen. Und welche Fahrzeuge uns Evelozcity als Lösung für die Zukunft präsentieren wird.

Quelle: Wallstreet-Online – Ex-Opel-Chef rügt deutsche Autoindustrie

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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