VW-Komponentenwerke stimmen sich mehr und mehr auf E-Mobilität ein

VW-Komponentenwerke stimmen sich mehr und mehr auf E-Mobilität ein
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Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Mit dem Produktionsstart des ID. Buzz haben auch die deutschen Komponentenstandorte mit der Fertigung wesentlicher Tech-Komponenten für das neue E-Modell begonnen. Die Werke in Braunschweig, Kassel, Salzgitter und Hannover liefern unter anderem das Batteriesystem, den E-Antrieb und das Fahrwerk zu. Es ist der nächste Schritt der 2015 eingeleiteten Transformation zum Systemlieferanten in der E-Mobilität. Bis 2026 investiert Volkswagen Group Components eine Summe von 2,3 Milliarden Euro in die Elektrifizierung seiner deutschen Standorte – deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionen.

„Als einer der Pioniere sind wir bereits 2015 in die Transformation hin zur E-Mobilität gestartet. Heute entwickelt und fertigt Volkswagen Group Components zentrale Bauteile für praktisch alle E-Modelle des Konzerns vom Cupra Born bis zum ID. Buzz. Die deutschen Standorte sind hier Vorreiter für den weltweiten Roll-out an unseren Standorten in Europa, China und den USA.“ – Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik und CEO der Volkswagen Group Components

Für den ID. Buzz und ID. Buzz Cargo verantwortet Volkswagen Group Components die komplette Vorder- und Hinterachsmontage. Dafür wurde in Barsinghausen eine neue Achsmontage aufgebaut: Rund 200 Mitarbeiter des nahegelegenen Komponentenwerks Hannover montieren dort künftig die Achsen für den ID. Buzz. Damit steigt auch der Standort Hannover in die Fertigung von MEB-Komponenten ein.

Ab 2024 erfolgt zusätzlich die Montage des MEB-Batteriesystems für den ID. Buzz, welches aktuell noch aus dem Komponentenstandort in Braunschweig geliefert wird. Hannover fertigt außerdem mit der flexiblen Schnellladesäule die Hardware für den Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur für Elektro-Fahrzeuge.

VW-ID-Buzz-Elektroauto-Komponenten
Volkswagen

Das Komponentenwerk in Kassel hat sich bereits zum Kompetenzzentrum für E-Antriebe entwickelt. Dort entstehen die elektrischen Antriebe für den MEB. Mit der Eigenentwicklung und Fertigung des Pulswechselrichters für den zukünftigen Konzern-Antriebsbaukasten wird der Standort in Zukunft auch das „Gehirn“ des elektrischen Antriebsstrangs verantworten. Am Standort Braunschweig erfolgt die Entwicklung und Fertigung der Batteriesysteme sowie deren Software. Im Werk Salzgitter entstehen Rotor und Stator für den E-Antrieb des MEB. Der Standort wird zudem zum europäischen Battery Hub des Volkswagen Konzerns ausgebaut. 2025 soll dort die erste von sechs Gigafabriken des Konzerns die Fertigung von Batteriezellen aufnehmen.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 16.06.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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