VDA-Studie: Zulieferer setzen auf Elektroautos

VDA-Studie: Zulieferer setzen auf Elektroautos
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1570892647

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Die Automobilbranche steht vor dem wohl größten Umbruch ihrer Geschichte: vom Verbrennungsmotor hin zu nachhaltigeren Antrieben. Dieser Trend scheint auch bei den Zulieferern klar: Mehr als 80 Prozent setzen auf E-Mobilität als die Technologie der Zukunft. Das ergab eine Studie, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) zusammen mit dem Beratungsunternehmen Deloitte durchgeführt hat. Mit einer vollständigen Ablösung des Verbrenners rechnen 88 Prozent allerdings erst 2030 oder später.

Wie es in einer Mitteilung des VDA heißt, haben mehr als 80 Prozent der Befragten angegeben, bereits mit der Umstellung auf E-Mobilität begonnen zu haben. Lediglich 10 Prozent der Unternehmen sehen keinen Grund sich zu transformieren, da sie aufgrund ihres Produktportfolios nach eigenen Angaben nicht betroffen sind.  Ein Teil der Zulieferer nimmt an, dass Brennstoffzellen (rund 30 Prozent) oder synthetische Kraftstoffe (40 Prozent) es ebenfalls noch zum (zusätzlichen) Standard schaffen können.

Elektrische Antriebe stehen nach VDA-Angaben klar im Fokus. Demnach investieren die befragten Zulieferer mehr als 30 Prozent ihrer Forschungs- und Entwicklungsausgaben in diesem Bereich. Ihr Anteil am Gesamtumsatz fällt dagegen mit 15 Prozent noch deutlich geringer aus, heißt es in der Studie. Rund 85 Prozent nutzten derzeit Gewinne aus der Verbrenner-Technologie, um parallel Kompetenzen in der E-Mobilität aufzubauen. Lediglich fünf Prozent der Zulieferer planten, sich entweder über Fusionen mit anderen Unternehmen zu konsolidieren oder die Automotive-Branche zu verlassen.

Wie das Investitionsverhalten der Automobilzulieferer zeigt, gehen sie davon aus, dass der Absatz von Elektroautos weiterhin deutlich steigen wird“, so Dr. Harald Proff, Leiter Automobilindustrie bei Deloitte. Es zeige sich zudem, dass die Unternehmen strategisch auf Augenmaß setzten – kontrollierter Rückzug aus dem Verbrenner-Markt bei gleichzeitigem Aufbau im Bereich E-Mobilität.

Laut der Studie hat ein Großteil die Hälfte des Weges zum E-Auto bereits zurückgelegt. Rund zwei Drittel befinden sich auf den mittleren drei der sieben Stufen auf der Transformationsskala. Die Pandemie habe diesen Prozess eher vorangetrieben als verlangsamt, heißt es. Nur für 13 Prozent sei sie ein Problem, weil die finanziellen Mittel für die notwendigen Investitionen weggebrochen seien.

Nach den größten Barrieren gefragt, nennen die Unternehmen an erster Stelle einen Mangel an politischer Unterstützung und Planungssicherheit. Außerdem werden steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit, ein langsamer Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Fachkräftemangel genannt. Von der Politik wünschen sich die Unternehmen daher vor allem niedrigere Steuern und Energiekosten, Bürokratieabbau, einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine stärkere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 17. August 2021

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

CAM-Report: Gewinne der Autoindustrie schrumpfen

CAM-Report: Gewinne der Autoindustrie schrumpfen

Sebastian Henßler  —  

Das durchschnittliche Konzern-EBIT je verkauftem Auto sank im ersten Halbjahr von 1409 auf 1187 Euro. Die Spanne zwischen den Herstellern wächst.

Umstiege auf E-Autos erreichen Rekordwerte – bei Neu- und Gebrauchtwagen

Umstiege auf E-Autos erreichen Rekordwerte – bei Neu- und Gebrauchtwagen

Michael Neißendorfer  —  

Bei fast jedem achten privaten Fahrzeug-Wechsel in Deutschland wird inzwischen ein Auto mit Verbrennungsmotor durch ein E-Auto ersetzt.

E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten

E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten

Arun Niemann  —  

Mehr als 100.000 Anträge sind für die neue E-Auto-Prämie bereits eingegangen. Besonders häufig nutzen Haushalte mit niedrigem Einkommen die Förderung.

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: In 92 Prozent der untersuchten Fälle senkt der frühe Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto die CO₂-Emissionen.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Sebastian Henßler  —  

E-Auto- und Hybridfahrer:innen legen laut einer aktuellen Studie besonders großen Wert auf Design und Ausstattung ihres nächsten Autos.

Diese Automarken profitieren stark von der E-Auto-Förderung

Diese Automarken profitieren stark von der E-Auto-Förderung

Daniel Krenzer  —  

Tesla führt bei den bewilligten Anträgen für die E-Auto-Förderung vor Škoda und Renault. Auf Konzernebene ergibt sich jedoch ein anderes Bild.