Sichert sich Tesla 20% an chinesischem Auto- und Batteriebauer BYD?

Sichert sich Tesla 20% an chinesischem Auto- und Batteriebauer BYD?
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 694253248

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Chosun, die älteste und auflagenstärkste Zeitung Südkoreas, hat Anfang der Woche berichtet, dass Tesla wohl an einer Beteiligung am chinesischen Auto- und Batteriehersteller BYD interessiert sei. Die Zeitung bezieht sich hierbei auf Gerüchte, welche in China über verschiedene Online-Publikationen verbreitet wurden. Die Rede ist von einem Anteil von 20 Prozent, welchen sich Tesla an BYD sichern wolle. Bezahlt werden soll dieser zu 50 Prozent bar, die andere Hälfte soll durch eigene Aktien abgegolten werden.

Die Höhe des Investments wird von Chosun auf rund 36 Milliarden US-Dollar beziffert. Geht man nach aktueller Marktbewertung des Unternehmens wäre dies sogar eher mit einem Drittel Anteil an BYD gleichzusetzen. Sprich, Tesla würde hier bewusst ein Zeichen in Richtung BYD setzen und mehr für deren Anteile zahlen, als sie aktuell laut dem Markt wert sind. Im direkten Vergleich in China zeigt sich, dass BYD rund 190.000 Stromer im dortigen Markt absetzen konnte. Tesla selbst brachte es auf rund 135.000 Exemplare. Weitere, bekannte Start-Ups wie NIO und Xpeng Motors lagen deutlich darunter.

Die Frage ist was sich Tesla vom Investment/ Einstieg bei BYD verspricht. Es dürfte hierbei weniger an deren E-Modellen liegen, als an deren Fähigkeiten und Fertigungskapazitäten als Batteriehersteller. Fasst man die Produktionssparten für Autos und Smartphones und andere Geräte zusammen, ist BYD der weltgrößte Hersteller von wiederaufladbaren Batterien. Bisweilen ist Tesla kein Kunde von BYD und bezieht keine Batterien vom chinesischen Hersteller. Tesla arbeitet bekanntermaßen mit LG Chem, CATL und Panasonic für die eigenen Akkus zusammen. Zudem wird man selbst in die Fertigung der 4680-Batteriezellen in Deutschland einsteigen.

Tesla könnte aber durchaus Interesse an deren Blade-Batterie haben. Am ersten April 2020 hat der chinesische Autohersteller BYD seine neue Elektroauto-Batterie namens „Blade-Batterie“ vorgestellt. Die Neuentwicklung soll sämtliche Bedenken hinsichtlich der Batteriesicherheit in Elektroautos zerstreuen und die Sicherheitsstandards für die gesamte Branche neu definieren. Der Name orientiert sich am Design eines einzelnen Akkus, der außer an eine Klinge auch an eine in die Länge gezogene Pouch-Zelle erinnert. Aufgrund seiner optimierten Packstruktur habe sich die Raumnutzung im Vergleich zu herkömmlichen Lithiumeisenphosphat-Blockbatterien um über 50 Prozent erhöht.

Beide Unternehmen halten sich bisweilen über einen möglichen Einstieg von Tesla bei BYD bedeckt.

Quelle: t3n.de – China-Coup: Tesla soll bei Wettbewerber BYD einsteigen wollen

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BYD Elektroautos

BYD kompensiert schwachen Heimatmarkt mit Exporten

BYD kompensiert schwachen Heimatmarkt mit Exporten

Sebastian Henßler  —  

BYD hat im Juli den dritten Monat in Folge zugelegt. Vor allem die Auslandsnachfrage sorgt für deutliches Wachstum.

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Mit attraktiven Konditionen und einem starken Partnernetzwerk will BYD Taxi- und Mietwagenunternehmen den Weg zur E-Mobilität ebnen.

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Stefan Grundhoff  —  

Mit 1180 Kilowatt Leistung und einem Drehmoment von 1240 Nm schickt sich der Denza Z an, etablierte Sportwagen aus Europa das Fürchten zu lehren.

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Sebastian Henßler  —  

Mit dem Denza Z bringt die BYD-Marke ihren ersten Elektro-Supersportwagen. Das Coupé leistet 1604 PS und beschleunigt in 2,25 Sekunden auf 100 km/h.

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

Laura Horst  —  

BYD gleich zweimal Gespräche mit Renault über eine Anteilsübernahme an dem französischen Konzern aufgenommen haben, jedoch ist es zu keiner Einigung gekommen.

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

Patrick Solberg  —  

Mit 321 kW Systemleistung, 650 Newtonmetern und einer Anhängelast von 2,5 Tonnen positioniert sich der BYD Shark als Alternative zu etablierten Pick-ups.

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

Maria Glaser  —  

Der chinesische Hersteller investiert hohe Summen in seine Batterieproduktion in Brasilien und treibt die lokale Fertigung weiter voran.