Qing Tao Energy beginnt mit der Fertigung von Feststoff-Batterien

Qing Tao Energy beginnt mit der Fertigung von Feststoff-Batterien
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockvektornummer: 1275949888

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Feststoffbatterien gelten als Weiterentwicklung und nächste Stufe von Lithium-Ionen-Akkus und dennoch scheint es so, als ob es noch Hürden gibt, um langfristig in die Produktion der Feststoff-Akkus einzusteigen. Verschiedenen Batteriehersteller wie LG Chem, Samsung SDI und SK Innovation machen sich bereits stark für Batterie-Technologie der Zukunft. Und auch bei VW möchte man mit QuantumScape die Feststoffbatterie-Technologie vorantreiben.

Feststoffbatterien sollen nicht nur eine höhere Energiedichte als heutige Lithium-Akkus mit ihrem flüssigen Innenleben bieten, sondern auch mehr Sicherheit. Selbstentzündungen, wie sie immer wieder bei Smartphones vorkommen, sollen bei Solid-State-Akkus ausgeschlossen sein. Dementsprechend arbeiten eine Reihe von Unternehmen daran, diese Technologie zur Marktreife zu bringen – insbesondere Autohersteller.

Ein Team der Tohoku University und der Tokyo Tech haben in der Fachzeitschrift ACS Applied Materials & Interfaces ihre Ergebnisse zu einer in Japan hergestellten Batterie veröffentlicht. Mit dieser Festkörperbatterie soll es gelungen sein, einen der Hauptnachteile von Festkörperakkus zu lösen. Die Batterien zeigten hervorragende elektrochemische Eigenschaften, die die von herkömmlichen und allgegenwärtigen Lithium-Ionen-Batterien weit übertreffen. Um genau zu sein, wartet der Festkörperakku mit einem geringem Widerstand an der Grenzfläche zwischen Elektrode und Festelektrolyt auf. Dies wirkt sich positiv auf Schnelllade- und -entladevorgänge aus.

Ein chinesisches Start-up soll es nun geschafft haben mit der Produktion von Festkörper-Akkus zu beginnen.  Es handelt sich um das Unternehmen Qing Tao Energy Development. Dieses wurde an der bekannten technischen Universität von Tsinghua gegründet.

Die Produktion wurde in Kunshan, im Osten des Landes, in Betrieb genommen. Gefertigt werden dort Feststoffbatterien mit einer Gesamtkapazität von 100 MWh pro Jahr. Bis 2020 soll das Produktionsvolumen versiebenfacht werden. Man muss jedoch bedenken, dass 100 MWh für gerade einmal 2.000 – 4.000 E-Fahrzeuge reichen. (Update vom 28.11.2018 – Fahrzeuganzahl angepasst)

Qing Tao Energy Development hat in die Entwicklung der Batterien mittlerweile mehr als 140 Millionen Euro gesteckt und soll damit eine Energiedichte von mehr als 400 Wh/kg erreicht haben, Lithium-Ionen-Akkus kommen je nach Zusammensetzung im besten Fall auf rund 200 Wh/kg. Genaueres über die Technologie von Qing Tao Energy ist noch nicht bekannt.

Quelle: Der Standard – Erste Firma hat wohl Massenproduktion von Feststoffakku gestartet

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Sebastian Henßler  —  

Harald Schlarb war 36 Jahre bei Mercedes, baute die Tesla-Gigafactory mit auf – und erklärt, warum deutsche Firmen das Risiko wieder lernen müssen.

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.