NITI Aayog: Ab 2030 sollten nur E-Autos in Indien verkauft werden

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

NITI Aayog – National Institution for Transforming India – hat vorgeschlagen, dass nach 2030 nur noch Elektrofahrzeuge in Indien verkauft werden sollen. Um die Aussage zu werten, muss man wissen, dass NITI Aayog ein politischer Think Tank der indischen Regierung ist. Dieser wurde mit dem Ziel gegründet, Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen und den kooperativen Föderalismus zu stärken, indem er die Beteiligung der indischen Staatsregierungen am wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozess mit einem Bottom-up-Ansatz fördert.

Nach aktuellen Meldungen ist der Think Tank der Ansicht, dass durch die radikale Umstellung der Umfang der Technologie für saubere Kraftstoffe über die Zwei- und Dreiräder des Landes hinaus erweitert wird. Laut NITI Aayog könnten etwa 100 % des Verkaufs von Elektrofahrzeugen bis 2030 die Importabhängigkeit Indiens deutlich verringern.

Eine gemeinsame Studie von NITI Aayog und dem Rocky Mountain Institute, USA, schlägt vor, dass Indien bis 2030 64% des erwarteten straßengebundenen mobilitätsbedingten Energiebedarfs und 37% der CO2-Emissionen einsparen kann, indem es eine gemeinsame, elektrische und vernetzte Mobilität der Zukunft anstrebt.

NITIY Aayog gibt Handelsempfehlungen für Verbrenner freie Zukunft mit auf den Weg

NITI Aayog handelt bereits entsprechend und gab den verschiedenen Ministerien der indischen Regierung entsprechende Anregungen mit auf den Weg. Dem Ministerium für Straßenverkehr und Autobahnen wurde vorgeschlagen, einen Rahmen für die schrittweise Einstellung des Verkaufs von Diesel- und Benzinfahrzeugen bis 2030 auszuarbeiten. Das Ministerium wurde auch gebeten, ein E-Highway-Programm – mit einem oberirdischen Stromnetz – zu erproben, damit Lkw und Busse als Elektrofahrzeuge auf ausgewählten nationalen Autobahnen eingesetzt werden können. Wie das funktioniert könnte man beispielsweise bei Scania erfahren.

Interessant wird diese Entwicklung, wenn man sich bewusst wird, dass derzeit intensive Lobbyarbeiten der Automobilindustrie stattfinden, welche gegen die Idee von 100% Elektrofahrzeugen im Land sind. Verkehrsminister Nitin Gadkari, der zuvor gedroht hatte, ab 2030 EVs zu verbieten, hat nun gesagt, dass die Entscheidung nach Rücksprache mit der Industrie getroffen wird.

Der Kabinettsvorschlag von Niti Aayog schlägt auch vor, dass das Ministerium von Gadkari einige Normen für Kabinenaggregate herausgeben sollte, um bis 2030 alle Diesel- und Benzinfahrzeuge durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Außerdem würde das Ministerium für Schwerindustrie bis 2030 alle Diesel-/Benzinfahrzeuge durch Elektrofahrzeuge aller Zentralministerien, Behörden und des öffentlichen Sektors ersetzen.

Absatz von E-Autos in Indien stagniert

Erwähnenswert ist hier, dass der im Januar 2013 gestartete National Electricity Mobility Mission Plan, der eine Flotte von 6- 7 Millionen Elektro-/Hybridfahrzeugen bis 2020 vorsieht. Täglich werden in Indien fast 50.000 neue Kraftfahrzeuge (2-, 3- und 4-Rad-Fahrzeuge) zugelassen, mit einer jährlichen Zunahme der Fahrzeugzulassungen um 10% in den letzten zehn Jahren. Dennoch bleibt der jährliche Anteil des Elektrofahrzeugverkaufs am Gesamtfahrzeugverkauf mit 1% auf einem sehr niedrigen Niveau.

Gemäß Niti Aayog liegen die Hindernisse für eine breitere Einführung von Elektrofahrzeugen in den Bereichen Verbraucherwahrnehmung, Effizienz der Batterien, Reichweite, Geschwindigkeit der Elektrofahrzeuge, Ladezeit, Schaffung von Infrastruktur für das Laden, Batterierecycling und Technologieentwicklung. Die wichtigste Komponente – der Lithium-Ionen-Akku – ist im Land sehr teuer, da keine heimische Fertigung den Preis für Elektroautos sehr hoch macht.

Daher geht man in Indien davon aus, dass ein Batteriewechsel ala Nio zielführender sei. Hierfür müsse allerdings eine intelligente Infrastruktur austauschbarer Batterien mit Pay-per-Use-Geschäftsmodellen, einem umfangreichen Wechselstationsnetzwerk und integrierten Zahlungs- und Tracking-Systemen, geschaffen werden.

Und dennoch bewegt sich einiges in Indien. Ein Joint Venture plant in Indien den Bau einer Lithium-Ionen-Batterieanlage mit einer Kapazität von 1 GWh, die nach und nach auf 30 GWh erhöht werden soll.

Auch der indische Automobilhersteller Mahindra, einigen vielleicht aufgrund seines Engagements in der rein elektrischen Rennserie Formel E bekannt, will die Produktion von Elektroautos deutlich erhöhen. 70.000 E-Autos pro Jahr sollen ab 2020 vom Band laufen.

Quelle: EtNowNews – Only electric vehicles to be sold after 2030 in India: Niti Aayog

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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