Warum ein E-Auto als Dienstwagen eine gute Wahl ist

Warum ein E-Auto als Dienstwagen eine gute Wahl ist
Copyright:

Hyundai

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Marcus Scholz unterstützt mit seiner Firma Elexon Unternehmen aus vielen verschiedenen Branchen beim Umstieg ihrer Flotten auf Elektroautos. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche gibt er einige interessante Einblicke in den Flottenmarkt, und wie sich E-Autos dort behaupten.

Immer wiederkehrende Vorbehalte“, etwa bei den Themen Reichweite und Ladeinfrastruktur, seien überholt und sollten keine Ausrede mehr sein für eine verschleppte Antriebswende: „Gerade im für Flottenkunden relevanten Markt finden sich zunehmend Modelle mit Reichweiten von 350 bis 450 Kilometern; damit kommen die meisten Außendienstler gut zurecht“, sagt Scholz – gerade auch mit Blick auf die zurückgelegten Strecken: „Langstreckenfahrten mit 500 Kilometern am Stück sind auch im Flottenbereich selten“, so Scholz.

Im Durchschnitt werden demnach mit einem Dienstwagen pro Tag 70 Kilometer zurückgelegt, rechne man typische Privatfahrten hinzu, kämen „die meisten Dienstwagennutzer“ auf nur gut 100 km pro Tag. „Das heißt, dass selbst ein E-Auto der unteren Reichweitenskala nur alle zwei bis drei Tage geladen werden muss“, sagt Scholz. Auch beim Thema Ladeinfrastruktur sehe er viele Fortschritte, häufig werde „ohnehin nur beim Arbeitgeber geladen. Wer seinen Mitarbeitern E-Autos zur Verfügung stellt, hat meist konsequenterweise eine Ladeinfrastruktur vor Ort.“ Immer beliebter werde auch das Laden von Dienstwagen zu Hause.

„E-Autos sind die günstigste Form der Individual-Mobilität“

Entgegen der weitläufigen Meinung habe sich die Akzeptanz von E-Autos in Flotten nach dem Auslaufen des Umweltbonus für gewerbliche Zulassungen sogar noch erhöht, so Scholz, und der Grund dafür sei „schnell erklärt: Betrachtet man die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer inklusive Abschreibungen, Strom oder Treibstoff, Wartung, Reparaturen, Steuern und Versicherung, sind E-Autos schon jetzt die günstigste Form der Individual-Mobilität“, stellt er klar.

Der Gesamtkostenvorteil von Elektroautos werde künftig sogar noch weiter zunehmen, etwa weil „einige Hersteller sehr preisaggressiv“ agieren und Benzin und Diesel perspektivisch immer teurer werden, „während die Strompreise in Deutschland zum Teil deutlich sinken. Auch die Anschaffungskosten bei E-Fahrzeugen nähern sich den Kosten einer Verbrennerflotte immer mehr an“, so der Flottenexperte.

Nach seiner Beobachtung gebe es mehrere Branchen, die in der Auslegung ihrer Fuhrparks „elektroaffiner sind, einfach, weil sie es sein müssen“, so Scholz. Etwa die Logistikbranche, die „von steigenden gesetzlichen Anforderungen an CO2-Emissionen und Lärmbelästigung im städtischen Lieferverkehr betroffen“ sei. Auch Unternehmen, die im weitesten Sinne im Umweltsektor tätig sind, nehmen eine Pionierstellung ein. Aus naheliegenden Gründen: „Es ist schwierig, Kunden zum Thema Nachhaltigkeit zu beraten und selbst mit einem Verbrenner vorzufahren“, sagt Scholz.

Quelle: WirtschaftsWoche – „E-Autos sind die günstigste Form der Individual-Mobilität“

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Bidirektionales Laden: VW macht V2G massentauglich

Bidirektionales Laden: VW macht V2G massentauglich

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen und Elli starten V2G für Privatkunden: Ab Ende 2026 wird das E-Auto zur Einnahmequelle – mit Smart Meter, Wallbox und App-Steuerung aus einer Hand.

Simulation: 100 Prozent erneuerbare Energien leichter umsetzbar als gedacht

Simulation: 100 Prozent erneuerbare Energien leichter umsetzbar als gedacht

Daniel Krenzer  —  

Eine Simulationsstudie zeigt: 100 Prozent erneuerbarer Strom in Deutschland könnte günstiger und machbarer sein als gedacht.

Lichtblick kritisiert geringe Wahlfreiheit an Ladesäulen

Lichtblick kritisiert geringe Wahlfreiheit an Ladesäulen

Tobias Stahl  —  

Der Energieversorger bemängelt eine geringe Wahlfreiheit an öffentlichen Ladesäulen. Manche Anbieter halten demnach Marktanteile von bis zu 95 Prozent.

Volvo-Chef: E-Antrieb wird sich „auf jeden Fall durchsetzen“

Volvo-Chef: E-Antrieb wird sich „auf jeden Fall durchsetzen“

Laura Horst  —  

Volvo-Chef Håkan Samuelsson hält weiterhin an der Elektrostrategie fest. Für die deutsche Autoindustrie sieht er Hoffnung, jedoch müsse sie schneller handeln.

VW-Chef Oliver Blume: Auf Sanierung folgt Transformation

VW-Chef Oliver Blume: Auf Sanierung folgt Transformation

Laura Horst  —  

Volkswagen-Chef Oliver Blume erklärt die Sanierung des Konzerns für weitestgehend beendet. Nun folge ein Transformationsprozess bis 2030.

BMW schwächelt beim Absatz, E-Auto-Bestellungen legen zu

BMW schwächelt beim Absatz, E-Auto-Bestellungen legen zu

Michael Neißendorfer  —  

Beim weltweiten Absatz verliert BMW leicht, aber die Auftragseingänge für Elektroautos in Europa legen umso kräftiger zu.

Volvo: Elektro-Lkw FH Aero Electric kommt jetzt 700 km weit

Volvo: Elektro-Lkw FH Aero Electric kommt jetzt 700 km weit

Maria Glaser  —  

Der Hersteller für Nutzfahrzeuge präsentiert den neuen, elektrischen Langstrecken-Lkw FH Aero Electric sowie die Modelle FH, FM und FMX Electric.