E-Auto-Startup Mullen will mit Produktion von Batteriepacks beginnen

Copyright Abbildung(en): Mullen

Mullen Automotive, ein laut eigener Aussage aufstrebender Hersteller von Elektroautos, hat unbeeindruckt von aktuellen Betrugsvorwürfen Pläne angekündigt, mit der Produktion von Batteriepacks aus seiner Hochspannungsbatterie-F&E-Anlage in Monrovia, Kalifornien, zu beginnen.

Das US-Unternehmen Mullen unternehme diese Anstrengungen, um die Abhängigkeit von Drittanbietern zu verringern und das Risiko im Zusammenhang mit Material- und Lieferengpässen zu verringern, die derzeit die Automobilindustrie auf Trab halten. Durch die interne Übernahme der Batteriepackproduktion will Mullen auch die Kosten senken und die allgemeine Qualitätskontrolle bei der Entwicklung von Akkupacks erhöhen. In dem Werk in Monrovia sollen Batteriepacks für diverse Mullen-Elektroautos produziert werden, wie etwa der ONE EV Cargo-Van, der FIVE EV Crossover und der DragonFLY EV Sportwagen.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der sich Mullen mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert sieht: Hindenburg Research, das bereits den Skandal beim Elektro-Lkw-Hersteller Nikola aufgedeckt hatte, hat schwere Betrugsvorwürfe gegen das Elektroauto-Startup veröffentlicht und spricht vom „schlimmsten aller E-Luftschlösser“. Demnach soll Mullen seine Investoren massiv getäuscht haben, etwa in Bezug auf die kürzlich vermeldeten Fortschritte bei der Entwicklung von Feststoff-Batterien sowie auf Behauptungen auf erhaltene Aufträge, welche das Startup für seine Fahrzeuge erhalten haben soll. Außerdem sind Hindenburg zufolge mehrere der vorgestellten Fahrzeuge nicht wie behauptet eine Eigenentwicklung, sondern in China produzierte Fahrzeuge mit einem Logo von Mullen. Bei den angeblichen Fotos eigener Anlagen soll es sich zudem um Stockfotos von Adobe handeln. Außerdem soll Mullen-Chef David Michery bereits mehrere Unternehmen in den Bankrott getrieben haben und mehrere Geschäftspartner und Investoren bei Mullen sollen wegen Betrugs im Gefängnis sitzen.

Unbeeindruckt von den Vorwürfen sagt Michery, dass die Produktion der eigenen Akkupacks deshalb sinnvoll sei, da sie die Abhängigkeit von Drittanbietern und das Risiko verringert, den Schwankungen in der Versorgung und kritischen Komponentenengpässen ausgesetzt zu sein. Die gesamte Branche kämpfe mit Lieferkettenproblemen „und je mehr Kontrolle wir intern haben, desto besser werden unsere Fahrzeugprogramme sein“, so Michery.

Mullen kündigte kürzlich auch eine Reihe wichtiger Partnerschaften an: mit hofer powertrain, Comau, ARRK, Dürr und DSA Systems für EV-Antriebsstrang, Engineering, Fertigung, Fahrzeugproduktionssysteme und Over the Air (OTA) Systeme bzw. Fahrzeugsystemdiagnose. Das Unternehmen erwartet, dass diese strategischen Partnerschaften eine entscheidende Rolle dabei spielen, seine Elektroautos mit der neuesten Technologie und in kürzester Zeit auf den Markt zu bringen.

Mullens EV-Entwicklungsportfolio umfasst den Mullen FIVE EV Crossover, die Mullen ONE EV Fleet Vans und den DragonFLY Sportwagen. Der FIVE basiere auf einer EV-Crossover-Skateboard-Plattform, die mehrere Antriebsstrangkonfigurationen und Trimmstufen in einem schlanken Design bieten soll. Der Mullen FIVE wurde im Rahmen der ZEVA Awards auf der Los Angeles International Auto Show im November 2021, wo er sein Debüt gab, als „Top Zero Emission SUV“ ausgezeichnet. Das Unternehmen gibt zudem an, kürzlich mehr als 120 Patente in 24 Ländern im Zusammenhang mit dem Mullen FIVE angemeldet zu haben. Der Elektrotransporter Mullen ONE, der im zweiten Quartal 2022 auf den Markt kommen soll, werde in zwei Ausführungen erhältlich sein und von Mullen selbst in seiner Produktionsstätte Tunica, Mississippi, entwickelt und hergestellt.

Quelle: Mullen – Pressemitteilung vom 18.04.2022

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In Anbetracht all der Geschichten die Mullen seit ca. 2018 erzählt hat, würde ich jetzt jegliches Investment in diese Gaunerbande beenden und das verlorene Kapital als Lehrgeld verbuchen.

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