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Audi legt „robuste“ Halbjahresbilanz vor – E-Autos 53 Prozent im Plus

Copyright Abbildung(en): Audi

Der Audi Konzern legt für das erste Halbjahr 2022 eine laut eigener Aussage „robuste Bilanz“ vor. Die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der Kernmarke Audi konnte vor dem Hintergrund der anhaltenden Halbleiterkrise und Covid-19-bedingten Lockdowns in China nicht vollständig bedient werden. Trotzdem stiegen die Umsatzerlöse des Audi Konzerns um 2 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, das Operative Ergebnis erreichte mit 4,9 Milliarden Euro einen neuen Bestwert. Die Operative Umsatzrendite lag mit 16,5 Prozent deutlich sowohl über dem Wert des Vorjahreszeitraums als auch oberhalb des strategischen Zielkorridors von neun bis elf Prozent, so Audi in einer aktuellen Mitteilung.

Ergebnistreiber waren demnach die gute Preisposition, die starke operative Performance der Luxusmarken Lamborghini und Bentley sowie Rückenwind aus Rohstoffsicherungsgeschäften. Der Audi Konzern bestätigt seine Prognose für Auslieferungen, Umsatz und Rendite.

Unsere finanzielle Performance in den ersten sechs Monaten 2022 zeigt, wie robust und profitabel unsere Markengruppe aufgestellt ist: Wir konnten Umsatz und Rendite trotz des herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds deutlich steigern“, sagt Markus Duesmann, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. „Gleichzeitig macht die aktuelle Lage in der Welt deutlich, dass Wirtschaft und Gesellschaft noch zügiger von fossilen Brennstoffen wegkommen müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Umstieg auf E-Mobilität sind dafür wichtige Schritte“. Duesmann sieht den Hersteller deshalb mit seienr strategischen Ausrichtung – der Fokussierung auf E-Mobilität sowie auf eine CO2-neutrale Produktion – „genau auf dem richtigen Weg“.

Auslieferungen von Elektroautos und Luxusmarken deutlich im Plus

Vor dem Hintergrund der herausfordernden Versorgungslage lieferte die Markengruppe Premium in den ersten sechs Monaten 797.587 (2021: 986.567) Automobile an ihre Kund:innen aus. Im Vergleich zu den Rekordauslieferungen im ersten Halbjahr 2021 sank die Zahl der Auslieferungen der Marke Audi um 20 Prozent auf 785.099 Pkw (2021: 981.681). Einer weiterhin starken Nachfrage standen die anhaltende Halbleiterkrise sowie Covid-19-bedingte Lockdowns in China gegenüber.

Ducati lieferte indes 33.265 (2021: 34.515) Motorräder aus. Der Rückgang von 3,6 Prozent im Vergleich zum starken Vorjahr spiegelt die begrenzte Halbleiterverfügbarkeit wider. Die Sportwagen-Marke Lamborghini verzeichnete mit 5090 (2021: 4852) ausgelieferten Fahrzeugen ein Plus von 4,9 Prozent, die britische Nobelmarke Bentley – das neueste Mitglied der Markengruppe – verkaufte 7398 (2021: 7199) Fahrzeuge.

Audi setzt umfassende Elektrifizierungsstrategie weiter um

Die Marke Audi steigerte die Auslieferungszahl der vollelektrischen Elektroautos auf 50.033 (2021: 32.775) – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 52,7 Prozent. Bei den Kund:innen nach wie vor besonders beliebt war der Audi e-tron. Den höchsten Zuwachs verzeichnete der Audi Q4 e-tron. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stieg der Auslieferungsanteil vollelektrischer Fahrzeuge in der Markengruppe auf 6,3 Prozent.

Mit dem erfolgreichen Roll-out des Audi charging hub zeigt Audi eine Lösung für schnelles und unkompliziertes Laden elektrischer Fahrzeuge im urbanen Raum. „Das Feedback der Kund:innen auf den Start des Pilotstandorts in Nürnberg ist enorm positiv, im Laufe des Jahres 2022 werden ein Hub in Zürich und weitere Standorte folgen“, sagt Hildegard Wortmann, Vorständin für Vertrieb und Marketing. Drei weitere Standorte in deutschen Metropolen sollen 2023 dazu beitragen, den gestiegenen Ladebedarf vor allem in urbanen Räumen zu decken. Darüber hinaus will Audi in deutschen Städten bis Mitte 2024 weitere Hubs eröffnen.

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Audi

Ein weiterer Meilenstein der Elektrifizierungsstrategie war Audi zufolge die Grundsteinlegung der smarten Fabrik für E-Modelle am chinesischen Standort Changchun Ende Juni. Dort sollen nach Fertigstellung ab Ende 2024 über eine nachhaltige und digital vernetzte Produktion Elektro-Modelle auf Basis der Premium Platform Electric (PPE) für den chinesischen Markt vom Band fahren. Die jährliche Produktionskapazität des rund 150 Hektar großen Werks wird bei mehr als 150.000 Fahrzeugen liegen.

Umsatzerlöse gesteigert

In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte der Audi Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 29,9 Milliarden Euro (2021: 29,2 Milliarden Euro). Trotz rückläufiger Absatzzahlen konnte die Markengruppe ihren Umsatz um 2 Prozent steigern. Das lag vor allem an der erstmaligen Konsolidierung der Luxusmarke Bentley seit 1. Januar 2022. Außerdem gelang es dem Konzern, seine bereits starke Preisposition dank der hohen Nachfrage nach der attraktiven Modellpalette weiter zu verbessern. Gemessen am Gesamtumsatz des Audi Konzerns stieg der Anteil der EU-taxonomie-konformen Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2022 auf 12,3 Prozent. Damit unterstreicht das Unternehmen die Bedeutung der im Rahmen seiner Strategie „Vorsprung 2030“ verankerten ESG-Nachhaltigkeitskriterien für alle Unternehmens- und Produktentscheidungen.

Operative Umsatzrendite übertrifft strategisches Ziel deutlich

Für das erste Halbjahr 2022 weist der Audi Konzern mit 4,9 Milliarden Euro (2021: 3,1 Milliarden Euro) einen neuen Bestwert beim Operativen Ergebnis aus – ein Plus von 58,5 Prozent. Die Operative Umsatzrendite kletterte auf 16,5 (2021: 10,7) Prozent. Neben der guten Preisposition und der starken operativen Performance der Marken Lamborghini, Bentley und Ducati beinhaltet das Operative Ergebnis positive Effekte aus Rohstoffsicherungsgeschäften in Höhe von 0,4 Milliarden Euro. Nach deutlichem Rückenwind im ersten Quartal 2022 (1,2 Milliarden Euro) seien die Effekte im zweiten Quartal deutlich abgeschmolzen.

Der deutliche Anstieg des Operativen Ergebnisses sowie der Operativen Umsatzrendite im ersten Halbjahr 2022 weit über den strategisch definierten Zielkorridor von neun bis elf Prozent zeigt, dass wir die Turbulenzen gut gemeistert und gleichzeitig die Chancen konsequent genutzt haben“, sagt Jürgen Rittersberger, Vorstand für Finanz und Recht der Audi AG.

Lamborghini, Bentley und Ducati mit starker operativer Performance

Die Marke Lamborghini steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 30,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro (2021: 1 Milliarde). Der Operative Gewinn der Marke kletterte um 69,3 Prozent auf 425 Millionen Euro (2021: 251 Millionen Euro), die Umsatzrendite betrug 31,9 (2021: 24,6) Prozent. Bentley erreichte einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro (2021: 1,3 Milliarden), der Operative Gewinn stieg mit 398 Millionen Euro (2021: 178) auf ein neues Rekordhoch. Die Umsatzrendite betrug 23,3 (2021: 13,4) Prozent. Bei Ducati standen rückläufige Auslieferungszahlen einer starken Preisposition gegenüber: Die Motorradmarke steigerte ihren Umsatz um 5,4 Prozent auf 542 Millionen Euro (2021: 514) und erzielte einen Operativen Gewinn in Höhe von 68 Millionen (2021: 59) – das entsprach einer Operativen Umsatzrendite von 12,6 (2021: 11,5) Prozent.

Finanzergebnis und Netto-Cashflow

Das Finanzergebnis lag im ersten Halbjahr bei 754 Millionen Euro (2021: 762). Darin enthalten ist auch der Großteil des China-Geschäfts, das mit 431 Millionen Euro (2021: 565) im Vorjahresvergleich niedriger ausfiel. Der Rückgang ist die Folge der Covid-19-Lockdowns im zweiten Quartal in China. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 4,4 Milliarden Euro (2021: 3,4) – ein Plus von 29,6 Prozent.

Im Vergleich zum sehr hohen Wert des Vorjahreshalbjahres normalisierte sich in den ersten sechs Monaten 2022 der Netto-Cashflow auf 2,6 Milliarden Euro (2021: 5,5). Dies sei u.a. auf gestiegene Vorräte aufgrund von Störungen in der Logistik- und Lieferkette, insbesondere durch Covid-19-Lockdowns in China und auf mangelnde Halbleiterverfügbarkeit zurückzuführen. Daneben reduzieren Investitionen z.B. in den neuen Produktionsstandort der Audi FAW NEV Company Ltd. in Changchun und der Transfer von Beteiligungen innerhalb des VW Konzerns den Netto-Cashflow von Audi.

Trotz Herausforderungen: Prognose für Auslieferungen, Umsatzerlöse und Rendite bestätigt

Die Prognose des Audi Konzerns beinhaltet die aktuell absehbaren kurzfristigen Folgen des Ukraine-Kriegs, der andauernden Halbleiterkrise sowie der Covid-19-Lockdowns in China im ersten Halbjahr. Die weiteren Auswirkungen der geopolitischen Situation und der Gasmangellage auf die Weltwirtschaft seien nicht mit hinreichender Sicherheit vorherzusagen.

Die Markengruppe erwartet für das Gesamtjahr 2022 Auslieferungen zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Fahrzeugen und Umsatzerlöse zwischen 62 und 65 Milliarden Euro. Die Operative Umsatzrendite wird zwischen neun und elf Prozent prognostiziert. Der Netto-Cashflow werde voraussichtlich einen Wert zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro erreichen. Der Audi Konzern erwartet eine Sachinvestitionsquote zwischen vier und fünf Prozent. Aufgrund höherer Vorleistungen in Zukunftstechnologien werde nun eine Forschungs- und Entwicklungskostenquote erwartet, die leicht über dem Korridor von sechs bis sieben Prozent liegt.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 29.07.2022

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Über dieses Ergebnis und die dahinter liegende Entwicklung werden sich wahrscheinlich die zukünftigen Fahrer der Baureihen A1 – A3 besonders freuen
(Ironie off) ;-)

Naja, gute Ergebnisse haben ja gerade alle. Bei Audi ist für mich der positive Aspekt, dass man die Verbrenner in der Unternehmenskommunikation an den Rand stellt und offen über das Ende spricht. Hier signalisiert man also auch völlig uneinsichtigen Verbrenner-Fans, dass es so in der Audi-Gruppe nicht mehr weitergeht. Und das ist gut.

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