Wasserstoff, E-Auto, E-Fuels: Warum das Batterieauto die beste Alternative ist

Wasserstoff, E-Auto, E-Fuels: Warum das Batterieauto die beste Alternative ist

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Dieses Jahr könnte das Elektroauto seinen Durchbruch erleben. Zahlreiche Hersteller bringen vor dem Hintergrund strengerer CO2-Grenzwerte der EU neue E-Modelle auf den Markt. Gleichzeitig wird das Wasserstoffauto immer wieder als die vermeintlich bessere Alternative diskutiert – oft allerdings auf Basis von Halbwissen und veralteten Zahlen, kritisiert der VCD. Wasserstoff als Antrieb stellt aus Sicht des ökologischen Verkehrsclubs (noch) keine Alternative dar. Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile.

Vorteile von Wasserstoff: Wasserstoffautos sind Autos mit Brennstoffzelle. Sie haben eine höhere Reichweite als Elektroautos. Wegen der großen Energiedichte von Wasserstoff können sie längere Strecken mit einer Tankfüllung zurücklegen als ein vergleichbares E-Auto. Das macht die Brennstoffzelle interessant für Langstreckenfahrer oder für den Güterverkehr mit großen und schweren Lkw. Wasserstoffautos müssen auch nicht lange geladen, sondern können innerhalb weniger Minuten schnell betankt werden. Im Betrieb selbst entstehen keine Schadstoffemissionen. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser.

Nachteile von Wasserstoff: Um Autos mit Wasserstoff anzutreiben, muss dieser mittels Elektrolyse und unter großem Energieaufwand aus Wasser hergestellt werden. Eine Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende zeigt, dass die CO2-Emissionen eines Brennstoffzellen-Pkw in der Gesamtbilanz um 75 Prozent über denen eines vergleichbaren E-Autos liegen können – wenn man den durchschnittlichen deutschen Strommix zugrunde legt. Dieselbe Strommenge, mit der ein batterieelektrisches E-Auto 100 km weit kommt, reicht bei einem Brennstoffzellenauto nur für 48 km, also für weniger als die Hälfte der Strecke.

Einen Klimavorteil hat das Brennstoffzellenauto gegenüber dem Verbrenner nur dann, wenn bei der Produktion von Wasserstoff ausschließlich Ökostrom verwendet wird. Das übersteigt derzeit die deutschen Kapazitäten. Klimaneutrale wasserstoffbasierte Kraftstoffe müssten importiert und Anlagen für die Erzeugung aufgebaut werden.

Gegen das Wasserstoffauto sprechen auch die derzeit wenigen verfügbaren Modelle, das kleine Tankstellennetz sowie die hohen Kosten. Aktuell sind nur zwei Brennstoffzellenmodelle auf dem Markt, die Preise dafür beginnen bei 70.000 Euro. Tanken lassen sich die Fahrzeuge an gerade einmal 70 Tankstellen bundesweit. Elektroautos sind bereits ab etwa 16.000 Euro erhältlich und es kommen zunehmend neue Modelle auf den Markt. Strom gibt es mittlerweile an rund 24.000 öffentlichen Ladepunkten, zusätzlich können Elektroautos auch zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden.

Ein Kilogramm Wasserstoff kostet etwa 9,50 Euro und reicht für rund 100 km. Bei 100 km im E-Auto fallen etwa 4,50 Stromkosten für das Laden an. Die entsprechenden Kosten für Benzin und Diesel im Vergleich: Bei einem Verbrauch von 6 Litern Benzin bzw. 5 Litern Diesel aktuell 8,40 Euro bzw. 6,70 Euro.

„Das umweltfreundliche Wasserstoffauto ist noch auf absehbare Zeit eine Wunschvorstellung, aber keine reelle Option. Wir dürfen beim Ausstieg aus dem Verbrenner aber keine Zeit verlieren. Deshalb sollten wir uns auf die viel weiter entwickelte Elektromobilität konzentrieren. E-Autos sind für den Pkw-Bereich die effizienteste, kostengünstigste und klimaschonendste Lösung. Dank der Erhöhung der Kaufprämie sind E-Autos für viele Verbraucher inzwischen auch eine bezahlbare Alternative geworden.“ — Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD

Neben der Brennstoffzelle werden auch strombasierte Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, als weitere Antriebsoption diskutiert. Sie basieren ebenfalls auf Wasserstoff. Mit Hilfe von Strom wird Wasser zunächst in Wasser- und Sauerstoff gespalten. Gibt man dem Wasserstoff CO2 aus der Luft zu, bilden sich Kohlenwasserstoffe, die dem Erdöl ähnliche Strukturen haben. Im Idealfall — wenn ausschließlich Ökostrom verwendet wird — kommt bei der Verbrennung dann nur so viel CO2 in die Atmosphäre, wie ihr vorher entzogen wurde.

Nachteile von E-Fuels: Für die Herstellung von E-Fuels braucht es einen zusätzlichen Produktionsschritt, bei dem Wasserstoff in gasförmige oder flüssige Kraftstoffe weiterverarbeitet wird. Dies erhöht den Energiebedarf zusätzlich. Zusammen mit dem niedrigen Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren sinkt die Gesamteffizienz im Vergleich zu Elektroauto und Brennstoffzelle nochmals deutlich. Mit dem Strom, der ein Elektroauto 100 Kilometer weit bringt, kommt ein Fahrzeug mit E-Fuel gerade einmal 15 Kilometer voran. Damit sind auch E-Fuels keine wirkliche Alternative zum E-Auto. Denkbare künftige Einsatzgebiete sind vor allem Verkehrsmittel, die nicht mit Elektroantrieb ausgestattet werden können. Dazu zählen insbesondere der Flug- und Schiffsverkehr.

Quelle: VCD — Pressemitteilung vom 21.01.2020

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46 Antworten

  1. Simpler wäre es, mit dem Überschussstrom aus erneuerbaren Energien, Methanol zu produzieren und es dem Benzin beizumischen, aber man hat ja gesehen wie sehr die Mehrheit schon E10 boykottiert. Hätte man E85 steuerbefreit gelassen, wären wir schon einen deutlichen Schritt weiter bei den E-Fuels – aber die Politik will eben nicht auf die Steuereinnahmen verzichten.

    1. Die Rechnung mit dem Wasserstoff verstehe ich nicht. Bei 100 km Reichweite mit dem E-Auto sollte die des Wasserstoffautos 57 km betragen
      (100 : 1,75 = 57,14) und nicht 48 km. Oder mache ich da einen Denkfehler?

    2. Bei den Zugaben zum Benzin für E10 oder E85 handelt es sich um Ethanol. Es seih nochmals darauf hingewisen dass das für Brennstoffzelle auch mögliche Methanol hochgiftig ist. Das ist keine Lösung. Und mit Überschussökostrom kann am sinnvollsten gleich ein BEV geladen werden. Dann ist der Wirkungsgrad am höchsten. Die Brennstoffzelle hat im PKW keine Zukunft.

      1. Reines Methanol ist sicher nicht die Lösung, aber es gibt ja diverse Möglichkeiten der Mischung Methanol/Ethanol/Phenol/Enol/Carbinol. E10 und E85 konnten sich ja nicht durchsetzen.

      2. Deshalb engagiert sich die Fa. Bosch auch bei CERES und POWERCELL und Linde bei ITM. Bei so wenig Sachbezug sollte man seine Ausführungen überdenken.
        MfG

  2. So gerne sie hier auch das Elektroauto propagieren. Solange es nicht praktikabel in der Anwendung ist, so lange wird es sich nicht durchsetzen. Auch das Wasserstoff Auto ist fraglich. Für e-fuel ist nur noch ein Schritt weiter an mehr Energie notwendig aber man kann komplett auf die vorhandene Infrastruktur Aufbauen. Ja, es braucht um einiges mehr an Energie, dafür spricht aber die Transportabilität und die Energie Dichte einfach für das e-fuel. Auch das kann man dann in Afrika herstellen.

  3. Wasserstoff ist auf absehbare Zeit keine Alternative. Verbrenner befinden sich im Abwärtstrend. Ich bin mir sicher daß es viel mehr Elektrofahrzeuge auf der Straße geben würde wenn sie nicht so teuer wären. Aber das wir sich in diesem und den Folgejahren verbessern. Und am Ende dieses Jahrzehnts werden die Verbrenner in der Minderheit sein.

    1. “Verbrenner befinden sich im Abwärtstrend.”
      Aber ja doch. 🙂 Das kann man an den Zulassungszahlen des KBA ja deutlich erkennen. /* Ironie Off */

      1. Lassen Sie sich dieses Jahr von den Zulassungszahlen überraschen. 2020 werden die Strafzahlungen der EU fällig. Ab jetzt ist das Verschleppen und Verschieben auf später vorbei.

    1. Zum einen reicht der Überschussstrom nicht mal ansatzweise für ausreichende Mengen und zum anderen muss die Wasserstoffproduktion einigermassen kontinuierlich erfolgen. Die kann nicht ununterbrochen gestartet und gestoppt werden.

  4. Da eine dauerhafte Versorgung von grünem Strom nur mit einem Speichermedium gewährleistet werden kann, ist Wasserstoff die ökologischere Alternative. Elektroautos sind evtl. als Zweitwagen von Interesse, nur eben nicht so sauber wie angepriesen. Der flächendeckende Ausbau von Ladesäulen ist unwirtschaftlich und viel zu überteuert und geradezu überflüssig. Eine kostengünstigere Umrüstung der Tankstellen auf H2 ist wirtschaftlicher und grün. Ich weiß, hier sind nur Ideologen unterwegs, es ändert aber nichts am Nischenmarkt E-Auto, findet euch damit ab.

    1. Es ist günstiger H2 Tankstellen aufzustellen wie E-Ladesäulen? Wenn ich mich recht erinnere kostet eine H2-Tankstelle weit über 1 Million €. Du kannst ja nicht einfach in den Benzintank im Boden Wasserstoff reinpumpen. Eine Ladesäule kostet einen Bruchteil davon. Ich glaube selbst eine Ionity Ladesäule kostet “nur” 50.000€ oder so. Davon ab, das wir überall Strom haben.
      Nebenbei: Wenn das E-Auto schon ein Nischenmarkt ist, was sind denn dann Wasserstoffautos?
      Wasserstoff wird seinen Markt finden, vor allem im Nutzfahrzeugbereich, Schiffahrt und vielleicht auf Flugzeugverkehr. Aber im PKW macht es halt kaum Sinn. Brennstoffzellen gibt es seit Jahrzehnten und wurde schon in den 90ern mal gehypt für den PKW Verkehr. In den nächsten 10 Jahren wird sich in der E-Mobilität viel tun (es ging erst so richtig mit dem Model S für 8(!) Jahren los). Reichweiten bis 1.000km im PKW mit Akku werden bis dahin wohl Realität sein, wenn das denn will und braucht.

  5. Den Artikel verstehe ich so, dass Autos mit Verbrennungsmotoren, die mit Wasserstoff befeuert werden gemeint sind. Also wie die BMW 7er Hydrogen Fahrzeuge. Ich vermute aber, dass eher Brennstoffzellen Autos wie der Toyota Mirai gemeint sind. Dann darf man aber nicht zwischen Elektrofahrzeugen und Wasserstofffahrzeugen unterscheiden, da Brennstoffzellenautos ebenfalls Elektroautos sind, nur das als Hauptenergiespeicher Wasserstoff dient aus dem mittels einer Brennstoffzelle Strom gewonnen wird und nicht lediglich ein großer Akku.

    Ich meine es ist zum Verständnis wichtig, dass man ein Elektroauto mit Wasserstoff als Energielieferant vom wasserstoffgefütterten Verbrennungsmotor sprachlich unterscheidet.

    1. Es gibt keine “wasserstoffgefütterten Verbrennungsmotoren” die man käuflich erwerben könnte. Zudem ist der Verbrauch um ein vielfaches höher. Diese Autos wurden schon auf Automobilausstellungen vor vielen Jahrzehnten vorgestellt. Die sind extrem unwirtschaftlich

  6. Alles schön und gut, aber wo nehmen wir den Strom her. Was ist Windrädern bei Flaute, Solaranlagen bei Nebel? Also dem typischen Winterwetter. Man sollte an der Atomkraft festhalten, Verbrennungsmotoren weiter entwickeln auf Sparsamkeit. Ein 40 Tonnen LKW braucht 35 Liter ein PKW mit Anhänger mit 4 Tonnen Gewicht 10 Liter auf 100km, da ist also noch Potential. Elektro Auto s sind gut in der Kurzstrecke sowie im Stadtverkehr.

    1. Da ist durchaus was dran. Die Probleme müssen gelöst werden. Ich meine das auch hier das Elektroauto helfen kann, denn sind genügend am Netz angeschlossen, kann die Batteriekapazität Energie puffern. Aber auch das wird nicht immer reichen. Biogasanlagen sind wetterunabhängig und sollten noch stärker ausgebaut werden. Mir wäre auch lieber die AKWs würden noch laufen anstatt Kohlekraftwerke.

    2. Ich weiss nicht ob bei LKWs noch so viel Potential ist, schließlich laufen die meist im optimalen Effizienzbereich (Wenn gerade mal kein Stau ist). Welcher PKW kann den 4 Tonnen ziehen? Ich kenne welche die maximal 2,5 Tonnen ziehen dürfen. Dann sind aber auch 10 l/100km weg. Im übrigen hängt der Verbrauch bei hohen Massen auch sehr von Beschleunigungsvorgängen und Steigungen ab. Da lässt sich die Physik nicht reinreden.

    3. Wie es der Chef von EON gesagt hat: Klimatechnisch wäre es besser gewesen, zuerst Kohle und erst danach Atomkraft abzuschalten, aber Fokushima war halt vor Greta Thunberg ;-).
      Bei den Verbrennungsmotoren wird sich nicht mehr viel tun. Wenn ich mir die Verbräuche über die letzten Jahre ansehe, ist da nicht viel passiert, was dafür spricht, dass das Entwicklungspotenzial dem Ende entgegen geht (Downsizing mit 3-Zylinder mit Turboaufladung erschöpft). Die aktuellen EU-Normen mit 95g/km CO2 sind schon kaum zu schaffen. Die nächste Stufe sind 65g/km bis 2030(?), das ist technisch und physkalisch nicht möglich. Aus gutem Grund kommt der neue Golf schon mit sowas wie Mild-Hybrid Antrieb daher. Der Trend zum SUV (siehe Zulassungszahlen 2019) hilft auch nicht dabei die CO2 Emission zu verringern, aber die Dinger werden halt gekauft. Der Diesel Verbrenner bringt in einem schmalen Drehzahlband vielleicht 40% Effizienz, der Rest ist Abwärme weil der Brennraum eben recht klein ist und die Wände wärme abführen. Die Physik kann man nicht austricksen. Dazu kommt, dass die über Millionen Jahre gespeichert fossile Energie, die wir heute verpulvern, irgendwann zu Ende ist. Ich habe nichts gegen Verbrenner, aber so ist es. Es benötigt eine gewisse Energie z.B. einen LKW mit seinem dazu noch extrem hohen Luftwiderstand fortzubewegen. Mehr Gewicht erhöht den Energieaufwand zusätzlich.
      Wir haben natürlich das generelle Problem mit den erneuerbaren Energien, dass man sie nicht einfach hoch und runter fahren kann. Tatsächlich wurden im letzten Jahr 364 Mio. € Ausfall-Entschädigung an Windkraftanlagen Betreiber gezahlt, weil sie auf Grund von Überproduktion die Windräder stilllegen mussten. In der Theorie müsste das nicht sein, wenn man die überschüssige Energie schlicht in Speicheranlagen überführt anstatt Anlagen abzuschalten, Strom zu verschenken (auch passiert) oder sogar noch gegen Aufpreis zu verscherbeln (negativer Strompreis). Wenn dann tatsächlich mal Flaute und Dunkelheit herrschen sollte, ruft man die gespeichert Energie wieder ab. Speichersysteme sind also essenziell für die ganze Energiewende. Die Konzepte sind vielfältig. Wasserstoff wird hier sicherlich eine Rolle spielen. Aber ob man den dann an eine Tankstelle verkaufen oder doch lieber für den Ausfall regenerativer Energie zurückhalten sollte, muss man sicher sehen.

    4. Ich denke hier wird ein Umdenken notwendig werden. Wenn ich mir überlege, welche Kosten der Kohlestrom verursacht. Alleine die Ewigkeitskosten für das Abpumpen stillgelegter Schachtanlagen. Dieses Geld könnte man genauso gut für eine ausreichende Überproduktion bei den EE stecken.
      Gerade im Offshorebereich ist eine Windstille so gut wie nie vorhanden und schon gar nicht in ganz Europa.
      Solaranlagen können auch diffuses Licht verwerten und lassen sich noch einfacher abschalten als Windräder. In Deutschland gibt es genug passende, freie Dächer um ein Vielfaches des heute benötigten Stroms zu erzeugen. Und wenn das nicht mehr reichen sollte, könnten wir zur Not auch Fahrradwege mit Solaranlagen überdachen.
      Und wie Peter sagt können E-Autos den Strom prima puffern.

      Das sind jetzt natürlich sehr ungewöhnliche Gedanken. Aber bis die Mobilität und die Hausklimatisierung komplett auf Strom umgestellt sind, werden viele Jahrzehnte vergehen. So können wir uns ganz langsam an diese Gedanken gewöhnen und passende Technologie einrichten.

    5. Das typische Winterwetter beschert uns im Norden die heftigen Winterstürme, während im Süden Hochdrucklagen unsere Solaranlagen speisen.
      Der Erfolg der erneuerbaren Energie lässt an der Effektivität kaum Zweifel zu.

  7. Ich denke, oft wird bezüglich der E-Fuels auch übersehen, dass die wiederum aufwendige Abgasreinigungen benötigen und somit bezüglich der Abschaffung der lokalen Emissionen einfach nicht zu gebrauchen sind.

  8. Dieses typisch deutsche Schwarz-Weiß-Denken wieder. Es wird auf Dauer alles geben: BEV, Wasserstoff, Verbrenner. Jede Technik hat nämlich je nach Anwendung ihre Vor- und Nachteile.
    Was ich aber zu bedenken gebe: Wind und Photo haben nur dann die Chance, alleine die benötigte Energie bereitzustellen, wenn man diese ausreichend speichern kann. Und da kommt nur Wasserstoff in Betracht. Durch die Entwicklung immer besserer Stromspeicher auf H2 Basis wird diese Technik sich enorm fortentwickeln, stärker als die Akkutechnik. Und daraus wiederum wird Wasserstoff auch für ganz normale Pkw interessant. Akkus werden später nur noch in E-Bikes, Kleinwägen und reinen Stadtfahrzeugen zu finden sein.
    BTW: Weiß jemand, wie teuer es ist, ein verunfalltes (irreparabiles) BEV zu entsorgen/verschrotten?

    1. Mal wieder typisches schwarz-weiß Denken. Um regenerativen Strom zu speichern, brauchen wir alle möglichen Speicher und nicht nur H2 Speicher. Da gibt es z.B. Pumpspeicherwerke, Methanol Produktion und auch die Batterien der am Netz angeschlossen Fahrzeuge. In Zukunft dann noch Altbatterien von BEV die ihr zweites Leben fristen.

      1. Niemand wird den Akku seines Elektromobils kostenlos zur Energiespeicherung bereitstellen. Ausserdem sind die Autos gerade tagsüber, wenn zb Photostrom anfällt, unterwegs. Das sind grüne Wunschvorstellungen aus dem Märchenland.

        1. Wieso soll man dafür nicht entschädigt werden? Die meisten Elektroautos werden tagsüber beim Arbeitgeber an der Steckdose hängen, insofern ist das nicht abwegig. Wenn genügend BEV am “Netz” hängen, reichen schon weniger % der Batteriekapazität aus. Man braucht schon etwas Phantasie um auf neue Lösungen zu kommen, ansonsten erscheint einem alles als Märchenland!
          Mir ging es darum aufzuzeigen das “nur” Wasserstoff nicht de Lösung sein kann. Die Zukunft muss und wird ein Bündel aus Maßnahmen sein.

      2. Das ist richtig. Es wird eine Kombination verschiedenster Speichertechniken geben. Wasserstoff ist die eine. An der See haben wir zum Beispiel jede Menge Wind und Offshore Parks und reichlich Meerwasser für die Elektrolyse. In den Bergen haben wir eben Berge. Da wären vielleicht Pumpspeicherkraftwerke eine Option die Wasser den Berg hochpumpen und bei Bedarf wieder ablassen um Strom zu gewinnen. Dazu gibt es noch jede Menge andere Möglichkeiten:
        – Batteriespeicher, z.B. auch aus alten Auto-Akkus
        – Eine Schweizer Firma baut Türme die mit Überschussstrom Betonklötze wie Legos stapeln und bei Bedarf wieder ablassen und den Strom zu >90% zurück gewinnen. Alles Vollautomatisiert und kann überall aufgebaut werden.
        – In England läuft eine Anlage die mit Überschussstrom Luft verflüssigt und in gut isolierten Behältern speichert. Bei Luft wird dann wieder leicht erwärmt und durch den Überdruck eine Turbine angetrieben.

        Vermutlich gibt es auch noch sehr viel mehr Konzepte. Je nach Region wird sich zeigen, was Sinn macht.

        Im Verkehr macht Energietechnisch das BEV am meisten Sinn weil am wenigsten Energie für den Vortrieb nötig ist. Wasserstoff wird seinen Platz sicherlich beim Lastenverkehr finden. Verbrenner wird es auch in den nächsten 20 Jahren noch geben, da muss man sich gar keine Illusionen machen. Ihr Anteil wird oder sollte aber deutlich abnehmen und damit werden auch die Tankstellen sich mehr und mehr ihr Stück vom Kuchen bei den alternativen Antrieben suchen müssen (z.B. Schnellladesäulen an Tankstellen).

        1. Viele Speicherkonzepte sind auch noch nicht in der breiten Öffendlichkeit bekannt. Ich habe einen Fernsehbeitrag von einem Versuch gesehen, bei dem ein Betontank im Wasser versenkt wird. Dieser wird mit Überschussstrom leergepumpt, wobei ein Unterdruck gegenüber ders umgebenden Wassers entsteht. Wird Strom benötigt wird der Tank durch eine Turbine geflutet und erzeugt dabei wieder Strom.
          Diese Tanks könnten in direkter Nähe zu Offshore Windrädern versnkt werden.

  9. Um unser Klima zu schützen möchte man weniger CO2 ausstoßen. Deswegen also Batterie Fahrzeuge um unser Klima zu schützen. Nur mit diesem Klimaschutz zerstört man in Chile Bolivien die Umwelt ” Die Gewinnung von Lithium, des bisher unverzichtbaren Rohstoffs für die Batterien, zerstört die Umwelt. Das für die Batteriekathoden benötigte Kobalt wird in Afrika unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut. ”
    Wir brauchen die Brennstoffzelle an Ihr geht momentan kein Weg vorbei. Das werden auch hoffentlich bald Mal die super schlauen Köpfe kapieren. Batteriefahrzeuge haben den üblen Beigeschmack das Sie sie Umwelt zerstören um das Klima zu schützen. Die Brennstoffzelle für jedes Fahrzeug ist Klima und Umweltneutral. Boykottiert bitte die Befürworter der Batteriefahrzeuge

    1. Der aktuelle Stand ist aber ein anderer. Die neuesten LI Ionen Akkus benötigen kein Kobalt mehr und es gibt inzwischen Verfahren um Lithium zu gewinnen, die um Größenordnungen weniger Wasser benötigen. Leider hat die chilenische Regierung so ein Projekt mit einem deutschen Unternehmen aus wahltaktischen Gründen gestoppt.
      Denk mal darüber nach wieviel Umweltschäden die Erdölförderung erzeugt, von den Tankerunglücken und Deep Water Horizon ganz zu schweigen.

      Die Brennstoffzellen haben leider noch Keinen befriedigenden Wirkungsgrad, obwohl superschlaue Köpfe seit Jahrzehnten daran arbeiten. Erst wenn wir regenerativen Strom im Überschuss haben, spielt der Wirkungsgrad grad eine untergeordnete Rolle. Das wird aber noch dauern. Nebenbei bemerkt braucht auch ein Brennstoffzellenauto eine Li Ion Batterie als Puffer. Ich hoffe du verwendest zu Hause auch keinen Akkuschrauber, Mobiltelelefon, Tablett, Akku Gartenschere, Ebike, Robotermäher usw.

    2. Zwei Denkfehler finde ich:
      Erstens ist ein H2-Auto nichts anderes als ein BEV mit Range-extender, daher man hat sicher trotzdem eine Batterie dabei – zugegebenermaßen kleiner als die eines reinen BEV.
      Zweitens benötigt die Brennstoffzelle Platin. Unter welchen Bedingungen das wiederum gewonnen werden muss.
      Außerdem gewinnt man wenig durch die Zelle. Kurzstrecke ist ein BEV überlegen, da der Primärenergieeinsatz halb so groß ist wie beim H2. Langstrecke werden Sie in Zukunft mit Zug, Flugzeug oder Mietauto zurücklegen.
      Bei LKWs und den Mietwagen für Langstrecken wird sich eine Range-extender-lösung durchsetzen. Ob das H2 oder Methan oder was ganz anderes ist, wird sich zeigen.

  10. Wer davon schreibt, Kraftstoffe aus Überschussstrom aus erneuerbaren Energien herzustellen, der hat keine Vorstellung von Größenordnungen.
    Ich habe auf ‘Welt’, die in der Sache ja eher negativ schreibt, die Zahl 5518 GWh abgeregelte erneuerbare Energie gelesen.
    Klingt nach richtig viel. Es sind 5.518.000.000.000 Wh.
    Der Stromverbrauch in Deutschland lag 2018 bei 556.000.000.000.000 Wh.
    In Litern Benzin ausgedrückt (und dabei habe ich nur den Energieinhalt betrachtet) ca. 500.000.000 Liter. Das sind 10 Liter pro Jahr und Haushalt. Eine lächerliche Menge. Da wird es schön leer auf der Autobahn…

    1. Angeblich soll die PV-Kapazität in den nächsten zehn Jahren doch von 48 Gigawatt auf 162GW verdreifacht und die Speicherkapazität verdreissigfacht werden. Ob die Atomkraftwerke wirklich abgeschaltet werden ist auch noch nicht raus, vor allem wenn es doch mal zu einem größeren Blackout kommen sollte.

      1. Auch wenn ich bei Kernkraft zwiegespalten bin und meine, dass da auf jeden Fall weiter geforscht werden sollte, so bleiben doch einige Probleme bestehen. Betreibern ist nicht zu trauen, und es wird sich immer einer finden, der bessere Zahlen und höheren Gewinn über die Sicherheit aller stellt. Es müsste ein europäisches Konsortium dazu geben. Elegant ist Kernenergie schon. Wenn man sich vorstellt, ein Atomeisbrecher, der fährt emissionsfrei, während die konventionell angetriebenen zig Tonnen Schweröl raushauen. Und mit Reaktoren der vierten Generation könnte man einige Sicherheitsprobleme ausräumen, die Druckwasserreaktoren haben. Unser bisher angefallener Atommüll könnte damit auch weiter verwertet werden, und was man liest, sind die danach entstehenden Spaltprodukte nicht mehr so lange strahlend wie unser bisheriger Atommüll (Lagerdauer 300J). Aber das Problem ist auch, man weiß nie, wem man trauen kann, wer einem die Wahrheit erzählt, und wer einen belügt.
        und natürlich müsste sich der so hergestellte Strom mit den ‘erneuerbaren’ Energien messen. Das würde sicherlich dazu führen, dass Grundlaststrom teurer ist, als jener, der aus fluktuierenden Quellen stammt. Nur hilft uns das alles nichts, denn Reaktoren der vierten Generation sind nicht kurzfristig verfügbar, und unseren alten Schrott, den würde ich lieber heute als morgen abgeschaltet sehen. Man kann die Laufzeit halt einfach nicht beliebig verlängern.

        1. Ist natürlich das andere Dilemma, dass Siemens schon vor 10 Jahren das Know-how bzgl. Atomenergie an die Franzosen verscherbeln musste, weil die politische Stimmung gekippt war. Die neuen Reaktoren mit verbesserten Sicherheitsanforderungen (wie Core-Catcher) sind natürlich nicht vergleichbar mit Reaktoren, die jetzt bis zum Schluss weltweit unsicher betrieben werden. Aber den Fusionsreaktor lizenzieren wir in 20 Jahren einfach von den Chinesen, von denen werden wir in Zukunft eh noch mehr übernehmen müssen.

        2. Cool. Nur noch 300 Jahre, bis der Müll halb so stark strahlt wie vorher. Dann müssen sich ja nur noch 30 Generationen mit unserem Müll beschäftigen, weil wir heute kurzzeitig Strom daraus gewonnen haben.

          Klingt super.

  11. Mit einem Elektroauto kann ich aber keinen Wohnwagen ziehen. Ein Hybrid läuft dann auch nur auf Verbrennungsmotor und ist Augenwischerei. Wer die Batteriemiete mitrechnet im Kostenoool wird so schnell die Effiziebs von Benzin und Diesel nicht schlagen können. Ein Elektroauto bleibt etwas für Menschen, die nicht rechnen können.

  12. @Frank Heyen :

    1. Wieso können nur Sie mit einem Tesla Model X oder Model 3 keinen Wohnwagen ziehen ? Für beide gibt es einen Anhängerhaken 🙂

    2. “Ein Elektroauto bleibt etwas für Menschen, die nicht rechnen können.”
    Das ist mir denn doch etwas zu algemein gefasst, spare ich doch schon während 9 Jahren einen ganzen happen Geld.
    Tesla Model 3 vs. BMW 530d Grand Tourissmo Diesel:
    Anschaffungspreis (neu) BMW=79,000EUR vs. Model 3=56,000 EUR
    Jährliche Ersparnis beim BEV ONL für die Motorfahrzeugsteuer=400EUR
    Jährliche Ersparnis beim BEV ONLY für die Kasko und Liability Versicherung=500EUR
    Jährlich gefahrende Distanz = 25,000km:
    Kosten Diesel=2700EUR
    Stromkosten ( 100% Naturstrom über Nacht, 98% aller Ladungen zu Hause )=700EUR
    Wenn ich einmal von den Service Kosten absehe dann ergibt sich bei mir folgende Rechnung:
    Ersparnis beim Tesla Model 3, Anschaffung=23,000EUR
    Ersparnis beim Tesla Model 3 pro Jahr, Motorfahrzeugsteuer+Versicherung+Strom vs. Diesel=2,900EUR

    Angenommen ich fahre mein Model 3 min. 10 Jahre lang, dann hat die Batterie 250,000km das kein Problem sein wird. Dann belaufen sich die Ersparnisse für 10 Jahre auf 52,000EUR 🙂 Dafür kann ich mir dann ein paar Ferien in den Schweizer Bergen leisten.

    Aber da ich ja ein Mensch bin, der eh nicht Rechnen kann, müssen Sie sich ja keine Sorgen machen. Sie machen Ihre Rechnung und ich bleibe bei meiner.

    1. Naja, die max. Anhängelast beträgt nur 950kg. Für einen kleinen Wohnwagen reicht das, für einen Pferdeanhänger nicht mehr. Die Anhängelast ist tatsächlich ein Problem von BEV.
      Ich habe zufällig auch einen 530d gehabt und habe einen Kostenvergleich zum Model 3 gemacht und spare pro Jahr über 4.000€ ein.
      Allerdings muss man berücksichtigen, dass der Staat weniger Steuern einnimmt, das wird der Staat irgendwann korrigieren.

      Und ja, inzwischen weiß man ja das die große Batterien wie bei Tesla 500.000km mitmachen und Ann ca. 15-20 % Kapazität verloren haben.

  13. Da haben Sie natürlich schon recht, die Lasten bei den BEV ist momentan noch eingeschränkt.
    Ganz recht, Pferdeanhänger sind ein Paradebeispiel für Landrover z.B.
    Pro Jahr Ersparnis von 4,000EUR mit dem Model 3 ? Wirklich so viel ? Cool !

    1. Ich rechne mit 20.000km für 3 Jahre und Leasing. Vom 530d habe ich exakte historische Kosten, da es sich um ein Dienstfahrzeug handelt. Vom Modell 3 allerdings noch nicht, weil die Zeit noch nicht rum ist. Meine Dieselkosten lagen mit rund 20Tkm/Jahr bei durchschnittlich 2.800€ (Viel AB tanken). Ich habe in meiner Rechnung aber noch zusätzlich die beim Modell 3 nicht auftretenden Inspektionskosten berücksichtigt. Beim Leasing ergibt sich durch den deutlich geringeren Anschaffungspreis noch einen Leasingratenvorteil (Aber nur wenn man nicht bei Tesla least). So sind das noch mal über 1.000€ mehr Ersparnis.

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