Schwedische Wirtschaftszeitung stellt Rückruf für 2.200 Polestar 2 in Aussicht

Rückruf für 2.200 Polestar 2 in Aussicht – Polestar bezieht Stellung

Copyright Abbildung(en): Polestar

Der Artikel hat am 03.10.2020 ein Update erhalten – zu finden am Ende des Artikels

Dagens Industri, eine schwedische Wirtschaftszeitung mit Sitz in Stockholm, gibt zu verstehen, dass ein Rückruf aller bisher 2.200 ausgelieferten Polestar 2 bevorstehe. Grund hierfür sei die Tatsache, dass die Fahrzeuge unter mysteriösen Umständen stehen bleiben. Aus dem Bericht der Zeitung geht hervor, dass die Fahrer entweder eine Fehlermeldung oder gar nichts erhalten, und ihre Autos einfach nicht mehr funktionieren. Sie können nicht wieder gestartet werden und die Fahrzeuge müssen zur Reparatur abgeschleppt werden.

Der Publikation zufolge weisen die Autos Softwarefehler auf, die dazu führen können, dass sie auch während der Fahrt abgeschaltet werden. Drei der betroffenen schwedischen Fahrer hätten die Panne unter diesen Umständen erlebt, glücklicherweise wurden bisher keine Unfälle oder Verletzungen gemeldet. Vonseiten Polestar gibt es bisher keine offizielle Stellungnahme. Brent Ellis von der PR-Abteilung von Polestar bestätigte Dager Industri jedoch, dass Brems-, Lenk- und andere Systeme auch dann noch funktionieren, wenn die Autos nicht mehr funktionieren, was wahrscheinlich erklärt, warum es keine Unfälle gegeben hat. Das Software-Problem wurde als „sehr sicherheitskritisch“ eingestuft, was erklärt, warum alle Polestar 2 zurückgerufen werden müssen.

Details zum Rückruf und wie dieser für die 2.200 Einheiten, davon 600 alleine in Schweden, ablaufen sollen, werden mit der Bekanntgabe des Rückrufs durch Polestar erwartet. Gegenüber InsideEVs bestätigten Polestar 2-Fahrer die Probleme: „… ich kann bestätigen, dass auch unser Polestar 2 – der gerade 400 km gefahren ist – am vergangenen Montag die gleichen Fehler erlebte und in die nächste Werkstatt geschleppt wurde. Er ist immer noch dort.“

Ebenfalls gab Polestar-Fahrer Jean-François Dessambre zu verstehen: „Ich habe meine Polestar 2 in Belgien ausgeliefert bekommen. Er wurde nach nur 998 km und 7 Tagen Einsatz stillgelegt. Seit dem 15. September ist er in Reparatur. Nach Angaben des Pole Star Space-Manager von Polestar handelt es sich um eine Sicherheitsvorrichtung, die die Hochspannung und den Heckmotor verbindet. Der hintere Antriebsstrang ist demontiert, und sie würden auf dieses Teil in KW 41 warten.“ Dessambres Stellungnahme passt nicht zu der, der anderen Fälle, welche Dager Industri bekannt sind. Hier ist fraglich, ob die richtige Einschätzung getroffen wurde. Oder ob es sich doch um das gleiche Problem handelt. Wir verfolgen die Situation weiter.

Update #1: Nach Veröffentlichung des Artikels wurden wir von deutschen Polestar 2-Fahrer kontaktiert, welche ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Hierzu können wir wie folgt zitieren:

„Danke für den Artikel über die Probleme beim Polestar 2- ich bin, wie ziemlich viele andere, selbst betroffen, mein Fahrzeug wurde 9 Tage nach Übergabe mit knapp unter 1.000 km in die Werkstatt transportiert, kein Starten mehr möglich. Das Kernproblem ist, dass Polestar Deutschland, anders als Skandinavien, seit Wochen die Probleme kennt, aber vertuscht und schönredet. Auch jetzt spricht man noch in einer Mitteilung ans Deutsche Polestarforum von „in sehr seltenen Fällen“. Dies ist einfach unwahr. Einen offiziellen Rückruf gibt es in D noch nicht, soll nächste Woche kommen.

Man hoffte, sich auf das nächste Software-Update zu retten, und hat weiterhin ganz bewusst defekte Fahrzeuge ausgeliefert, so auch meines. Für mich ein sicherheitsrelevanter Betrug am Kunden. In Berlin wurden bisher ca. 25 Fahrzeuge ausgeliefert, mindesten 6 wurden eingeschleppt. In Potsdam gibt es zwei Polestars, darunter ein sehr „prominentes“ Opfer, beide eingeschleppt.“

Update #2: Mittlerweile haben wir auch vonseiten Polestar Deutschland eine Rückmeldung zum aktuellen Stand der Lage erhalten. So handle es sich bei dem Rückruf um eine freiwillige Maßnahme Polestars und muss als Sicherheitsvorkehrung verstanden werden, so das Unternehmen. „Polestar hat bei einigen Fahrzeugen eine Softwareabweichung im Batterie-Energiekontrollmodul festgestellt, die in sehr seltenen Fällen zu einem Antriebsverlust führen kann. Uns sind bisher 3 Fälle weltweit bekannt, dennoch haben wir uns zu dieser Maßnahme entschlossen“, so Polestar weiter gegenüber Elektroauto-News.net.

Man habe hierzu entsprechend die Regularien eingehalten und die staatlichen Behörden, in Deutschland das Kraftfahrzeugbundesamt, informiert. Des Weiteren sei es so, dass der Fehler durch ein Software Update behoben wird. „Hierzu bitten wir betroffene Kunden einen Polestar Service Point aufzusuchen. Die entsprechenden Kunden werden derzeit informiert und ein Termin organisiert“, so der E-Autohersteller abschließend gegenüber unserem Portal.

Quelle: Dagens Industri – Motorstopp för Polestar – alla bilar återkallas: ”Kritiskt”

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PS: wenigstens platzt gerade die Bombe PEV (s. Studie Frauenhofer Institut) – Dreckschleudern die noch schwieriger zu reparieren sind als BEV´s, wenn sich überhaupt jemand findet, extrem kostspielig. Es ist wirklich wichtig, dass diese absolut ungerechtfertigt subventionierten Fahrzeuge nicht, nach ebenfalls ungerechtfertigt hoher Abschreibung, an Privatpersonen vertackert werden können. Nach fünf Jahren gehören die Teile auf den Schrott – im Osten, oder in Afrika sind sie schon mal überhaupt nicht mehr entsorgbar. Wie man unsere Umwelt, mit staatlichem Segen, derart mit Füßen treten kann, ist echt pervers. Aber wie gesagt, die Bombe ist am platzen. An den Dieselskandal wird man sich bald wehmütig zurückerinnern und fragen, was war denn da überhaupt so schlimm drann: von den Regierungen wurden Grenzwerte gefordert, die technisch schlicht nicht möglich sind – alle Verbrennerhersteller waren, und sind es selbstverständlich noch heute, gezwungen zu betrügen.

Meine persönliche Prognose: Deutschland wird nicht nur die Insolvenz unserer tollen Verbrennerhersteller zu verkraften haben, sondern international als Redelsführer für staatlich gelenkte grobe Umweltverschmutzung zu bluten haben – nur eine Frage der Zeit.

Natürlich kochen auch die Chinesen nur mit Wasser, aber jetzt die „China-Qualität“ zu verteufeln halte ich für einen sachlich nicht zu rechtfertigenden Reflex auf die Demütigung der einstigen deutschen Platzhirsche durch die inzwischen in manchen Bereichen (bspw. Zelltechnologie und -Massenfertigung) enteilten chinesischen Hersteller – zumal die letztendliche Verantwortung für den Softwarefehler offenbar noch gar nicht geklärt ist. Gleichwohl gibt es einem schon zu denken, wenn man sich vorstellt, das wäre z.B. beim Hersteller des Aiways U5 passiert: kein Händlernetz in D, kein Ansprechpartner außer ATU, kein großer europäischer Partner wie Volvo im Hintergrund. Da scheint es auf einmal gar nicht mehr so vorteilhaft, dass Aiways Inspektionsintervalle von sage und schreibe 100.000km hat. Ganz abgesehen vom Insolvenzrisiko der „kleineren“ Hersteller.

Das ist wirklich nicht gut für die Elektromobilität. Jetzt kriechen sie wieder aus allen Löchern die Ewiggestrigen Verbrennerlobbyisten. Aber jahrelang Tesla verteufeln, nicht zuletzt wegen Spaltmassen als ob damit ein Auto unbrauchbar würde. Gott behüte das auch VW von solchen Mängeln getroffen wird! Die hauen die ID.3 doch auch mit halbgarer Software raus. Vermutlich weil das Strafzahlungen in Millionenhöhe verhindern hilft. Die Kunden kaufen wie blöde ein halbfertiges Produkt und dürfen zum Dank die Kinderkrankheiten erdulden. So wird der Elektromobilität massiv geschadet. Absichtlich?….

Jeder möchte jetzt der erste sein, den von der Politik erzwungenen Umschwung auf die Elektroantriebe zu realisieren und sich Marktanteile zu sichern.
Dass die Verbrennertechnologie aber Jahrzehnte gebracht hat, um einigermassen brauchbare Antriebe zu entwickeln, wird wissentlich unter den Tisch gekehrt. Wie lange hat Tesla gebraucht um, verwendungsfähige Technik zu entwickeln und auf die Strasse zu bringen?
Wenn Lobbyisten, Halbwissende und Politik eine Allianz bilden, sollte der Verbraucher sehr vorsichtig sein, um nicht zuletzt als willfähriges Subjekt, welches die Party bezahlen muss, dasteht. Von solchen Gruppen sind wir oft genug betrogen worden.

Nach dem ganzen Emotionsgebelle sollte man die Sache einmal nüchtern betrachten.
Die Chinesen haben schon mehrfach bewiesen dass sie schnell lernen und minderwertige oder
fehlerhafte Produkte sehr schnell zu unverändert günstigen Endpreisen auf internationalen top
Standard bringen können.Das sieht man z.B. bei ihren elektronik Produkten wie Huawei, Xiaomi und Anderen
Das wird sicher auch für ihre E-Auto Produktion sehr bald der Fall sein.
Wenn sie dabei ihre günstigen Preise mit einem hohen Qualitätslevel zusammenbringen wird es zumindest auf dem
chinesischen Markt schwierig werden wie bisher hohe Stückzahlen von importautos wie in der Vergangenheit abzusetzen.
Auch in USA und Europa sind die Zeiten wo man ehrfurchtsvoll europäische Premiummarken in der Garage haben will auch
im Niedergang.
Moderne spurtstarke und gefällig gestylte E-Autos müssen zukünftig kein Stern oder ein BMW Emblem mehr auf der Kühlerhaube haben.
Die Karten werden gerade neu gemischt und niemand weiss wie der Automobilmarkt in 10 oder 20 Jahren aussieht.
Ich vermute aber dass der Preis und die Qualität in Zukunft entscheiden werden und nicht mehr Marke und Status.

Hallo zusammen

ALLE e Autos haben ihre Probleme. Die Technik ist hier neu. Glaubt ja nicht die Amerikaner hätten keine. Wer gibt denn das schon zu ? Es kommt aber darauf an wie diese Probleme gelöst werden. Darum kaufte ich kein e Auto über Internet.

Danke Alex
:-)

Ueberhaupt nichts gegen die Chinesen. Man äussert hier seine Meinung und wenn die mal hart zum Ertragen ist, dann sieht man wenigsten , dass sie von Herzen kommt. Mit den Kinderkrankheiten ist lediglich die Warnung zu verstehen , Achtung etwas aus dem Internet bestellt aus China….
Bekannte Namen mit Händlernetz würde ich da bevorzugen gegenüber Neuen die man noch gar nicht kennt und praktisch keine Erfahrung haben.
Der Automobillaye Meier soll mal einen Anfängerlehrgang bei Horst Lüing besuchen, sonst wird man ihn hier bald „Sandmeier„ heissen. Er wird ihm erklären wie Renault den Zoe mit dem eigenen E Motor auflädt mit 22 KW was kein VW kann. Sollen wir Dir noch einen Amperemesser, das ist ein Durchlaufzähler für die Steckdose, schenken. Dann kannst Du mal die Verluste selber ablesen : keine 3% beim ZOE. Prost Meier, beim„ Schnaps„ vom Lüing.

Ähh…Polestar ist eine Eigenmarke von Volvo. Volvo gehört zu grossen Teilen Geely einer chinesischen Firma. Wenn hier über Chinesen geredet wird, dürften viele ihre (auch neue Verbrenner) schon längst stehen gelassen haben…Fast überall hängt ein Chinese mit drin. Auch bei den Japanern. Ihr müsst an die Anteilseigner und die Einzelteile dabei denken. Tesla verwendet zwar eigene Teile selbst entwickelt und gebaut. Aber bei den Akkus (mit 18650er Einzelzellen von Panasonic!) bzw. den Steuerungsmodulen, sind Einzelbauteile aus China verbaut worden. Nicht alles was man heute im Bereich E-Mobilität bekommt, stammt noch aus Silikon Valley…
Zurück zu Polestar: Das Problem wird wohl die Steuereinheit (Controller, BMS) des Akku sein? Die bestimmt, wie lange der PKW bzw. dessen Motor läuft. Sobald nur eine winzige Unsicherheit für den Akku (Übertemperatur z.B.) sein könnte, schaltet (trennt) diese Steuereinheit den Akku vom Motor. Das dabei Bremsen und Lenkung noch funktionieren, dürfte jedem klar sein, wenn man weiss, dass die Bremsen und die Lenkung (bis auf den Bremskraftverstärker; noch) mechanisch sind. Nur mal so: Ich fahre seit 1 Jahr ein E-Kleinmotorrad (mit 45 Km/h Beschränkung) aus China. Bisher lief alles gut. Selbst bei grösster Hitze, konnte ich problemlos 30 Km am Stück fahren, etwas nachladen und wieder 30 Km fahren. Alles stammt aus China. Nur die Reifen musste ich nach 3500 Km erneuern und eine SW- H4Birne (nicht LED!) ersetzen…Die Birne war von mir selbst nach 30 Minuten (Ausbau/Einbau) ersetzt. Versucht das mal bei einem modernen PKW ala Audi A3 mit H7 Birne, denn da müsst ihr in die Fachwerkstatt….

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