Fenecon eröffnet Batteriespeicher-Fabrik in Niederbayern

Fenecon eröffnet Batteriespeicher-Fabrik in Niederbayern
Copyright:

Fenecon

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Die CarBatteryReFactory von Fenecon, ein führender Anbieter von Stromspeichern mit smartem Energiemanagementsystem, ist offiziell in Betrieb gegangen. In der Fabrik im niederbayerischen Iggensbach (Landkreis Deggendorf) entstehen aus neuen obsoleten Elektroautobatterien für die Energiewende dringend benötigte Großspeicher. Ebenso wurde die Produktion des Heimspeicher-Energiemanagementsystems in das neue Werk verlagert und dabei deutlich vergrößert und automatisiert. Die Produktionskapazität der Fabrik liegt bei circa 500 Großspeichern und 30.000 Heimspeicher-Einheiten pro Jahr.

Als besonders innovatives und CO2-einsparendes Projekt wurde die Fenecon CarBatteryReFactory von der EU und vom Freistaat Bayern gefördert: Die Investitionssumme für die erste Ausbaustufe betrug dem Unternehmen zufolge rund 25 Millionen Euro, davon steuerten die Wirtschaftsförderung Bayern 1,7 Millionen und der EU Innovation Fund 4,5 Millionen Euro bei.

Auf dem 24.000 Quadratmeter großen Gelände an der Autobahn A3 wurden in gut einem Jahr Bauzeit moderne und für große Stromspeicher optimierte Produktions- und Lagerhallen sowie ein Entwicklungslabor, Büros und Schulungsräume geschaffen. Im neuen Werk entstehen in der Region dauerhaft rund 100 Arbeitsplätze. Alle Parkplätze werden mit Ladestationen ausgestattet, der Firmenfuhrpark ist komplett elektrisch. Daneben stehen auch Schnelllader für Pkw und Lkw zur Verfügung.

Fenecon nutzt zudem alle geeigneten Dach- und Fassadenflächen für eine optimale Solarstromproduktion aus den gut 500 kWp Anlagenleistung – wobei Wert auf heimische Komponenten gelegt worden sei. Die Wärmeversorgung erfolgt komplett elektrisch mit großen Wärmepumpen, die im Sommer auch im Kühlbetrieb fahren können, sowie Elektro-Spitzenlastheizungen.

fenecon-iggensbach
Fenecon

Das FEMS Energiemanagementsystem steuert alle Erzeuger, Verbraucher und die Großspeicher mit insgesamt 1000 kW und 1800 kWh, die auch die Lastspitzen des Industriebetriebs kappen. Der Netzstrombezug erfolgt per dynamischem Stromtarif zu Viertelstundenpreisen auf Basis der hauseigenen FEMS App Dynamischer Stromtarif, einem KI-basiert erstellten individuellen Energiefahrplan mit bis zu 34-Stunden-Prognose, so wie er auch bei den Fenecon Heimspeichern von vielen Anwendern genutzt wird.

Die Heimspeicher-Linie läuft bereits seit Januar, die großserienmäßige Herstellung der Industrial-Modelle folgte im Februar. In den Gewerbe- und Industriespeichern mit Kapazitäten von 82 kWh bis 1288 kWh kommen dabei laut Fenecon ausschließlich neue Elektroautobatterien von deutschen Premium-Fahrzeugherstellern zum Einsatz. Die drei Serienspeicherplattformen von Fenecon nutzen dabei die vielfältigen Vorteile dieser Batterien voll aus – etwa die hohe Produktqualität und lange Lebensdauer, die besonders hohe Effizienz, die einfache Transportfähigkeit und das flüssigkeitsbasierte Temperaturmanagement.

fenecon-iggensbach-einweihung
Als offiziellen Eröffnungsakt stellten Franz-Josef Feilmeier, Gründer und Geschäftsführer von Fenecon; Christian Bernreiter, bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr; Hubert Aiwanger, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie; und Wolfgang Haider, der bis 31. März 2024 im Amt befindliche Bürgermeister von Iggensbach (v. r.); symbolisch die elektrische Verbindung zwischen einem Fenecon Industrial L und einem Fenecon Industrial S her. / Fenecon

 

Hohe Nachfrage nach Gewerbe- und Industriestromspeichern

Für uns als Unternehmen ist die Eröffnung ein wichtiger Meilenstein. Der Markt für Großspeicher in Gewerbe und Industrie sowie für Solar- und Ladeparks wächst gerade sehr dynamisch. Die deutliche Ausweitung der Produktionskapazität für unsere preisgekrönten Fenecon Industrial-Serien kommt daher genau zur richtigen Zeit und ermöglicht es uns, sehr wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können“, erklärt Franz-Josef Feilmeier, Gründer und Geschäftsführer von Fenecon.

Für viele Kunden spiele die Fertigung von Stromspeichern und Energiemanagement in Deutschland und damit die Integrität ihrer Energiedaten eine wichtige Rolle, so der Fenecon-Chef: „Speziell im Großspeichersegment ist es wichtig, dass die Speicher umfangreiche und kombinierbare Funktionen haben und sich den sich ändernden Anforderungen im Laufe der Zeit anpassen können – wir nennen das die Energy Journey.“

Die Expansion geht weiter

Auf der Eröffnungsfeier gab Feilmeier zudem eine weitere spannende Nachricht bekannt: In South Carolina entsteht gerade die zweite Fenecon CarBatteryReFactory, da auch im US-amerikanischen Markt sowohl überschüssige Elektroautobatterien vorhanden sind als auch große Stromspeicher gebraucht werden.

Quelle: Fenecon – Pressemitteilung vom 03.04.2024

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Warum Nichtstun das größte Risiko für Europa ist

Warum Nichtstun das größte Risiko für Europa ist

Sebastian Henßler  —  

Die Technik ist da, doch Europa fehlt Tempo. Warum Kapital, Kollaboration und Ökosystemdenken entscheidend sind, um Mobilität und Industrie neu aufzustellen.

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: Nicht die Technik, sondern komplizierte Bezahlprozesse bremsen das öffentliche Laden von Elektroautos aus.

Elektro-Boxster vor dem Aus: Porsche zieht wohl die Notbremse

Elektro-Boxster vor dem Aus: Porsche zieht wohl die Notbremse

Daniel Krenzer  —  

Porsche prüft offenbar das Aus für den E-Boxster. Hohe Kosten, Verzögerungen und ein harter Sparkurs erzwingen eine Neubewertung der Elektrostrategie.

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Sebastian Henßler  —  

Electra treibt den Ausbau seines Schnellladenetzes in Deutschland voran. Aus 15 Ladeparks sollen bis Ende 2026 mehr als 90 werden.

BYD startet Testproduktion in ungarischem E-Auto-Werk

BYD startet Testproduktion in ungarischem E-Auto-Werk

Laura Horst  —  

Der chinesische Autobauer BYD startet die Testfertigung in seinem ungarischen Pkw-Werk, während die Serienproduktion im zweiten Quartal anlaufen soll.

Cylib besteht Qualitätstest für Recyclingmaterial

Cylib besteht Qualitätstest für Recyclingmaterial

Maria Glaser  —  

Das Aachener Unternehmen gab bekannt, dass sein wiedergewonnenes Lithiumcarbonat aus ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien erfolgreich qualifiziert wurde.