Gespräch mit Michael Küster: Jaguar Land Rover will PHEV-Antrieb nicht ad absurdum führen

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Am spannendsten sind für mich immer die Momente, in denen ich exklusive Einblicke von Automobilhersteller oder Zulieferer erhalte, als auch Fahrzeuge selbst fahren und kennenlernen kann. Im Rahmen der Elektromobilität Roadshow 2020 von Jaguar Land Rover (JLR) war es mir vergangene Woche möglich die beiden Plug-In-Hybride Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport als auch das aktuelle Modelljahr 2021 des Jaguar I-PACE genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Aufmerksamkeit haben, aufgrund des beschränkten Zeitrahmens, die Teilzeitstromer erhalten.

In der aktuellen Folge wird es dir daher möglich sein mehr über die beiden Fahrzeuge, aber vor allem deren Antrieb und die Gedanken dahinter zu erfahren. Im ersten Teil der Podcast-Folge plaudere ich ein wenig aus dem Nähkästchen nach rund 45 Minuten Fahrt mit dem Land Rover Discovery Sport P300e PHEV AWD Automatik. Zudem habe ich mir Michael Küster, Leiter der Produktkommunikation bei Jaguar Land Rover Deutschland, an die Seite geholt, um quasi aus erster Hand mehr über  den PHEV-Antrieb, die PHEV-Strategie als auch künftige Modelle im JLR-Portfolio zu erfahren. Die Folge habe ich nachfolgend direkt eingebettet. Darunter gibt’s noch einige Fotos und Informationen zum Land Rover Discovery Sport, welchen ich selbst ein paar Kilometer ausgefahren habe.

Kennenlernen des Land Rover Discovery Sport P300e PHEV AWD Automatik

Mehr als ein flüchtiges Kennenlernen des Land Rover Discovery Sport P300e PHEV AWD Automatik kann man die rund 45 Minuten mit dem Teilzeitstromer nicht bezeichnen. Aber zumindest war es mir so möglich ein paar Kilometer mit dem Plug-In-Hybriden zurückzulegen, bevor ich mich in das Gespräch mit Michael Küster begeben habe, um mehr über die Antriebe zu erfahren. Beide Modelle, sowohl der Range Rover Evoque, als auch der Discovery Sport können bereits heute als PHEV bestellt werden. Mit der Auslieferung ist allerdings erst im Frühjahr – wahrscheinlich März – 2021 zu rechnen. 

Dann bringt Jaguar Land Rover zwei Teilzeitstromer im Segment der Premium-Kompakt-SUV auf die Straße. Mit den aktuell präsentierten P300e Varianten der beiden Modelle stellt Land Rover die Kombination aus 147 kW (200 PS) starken 1.5 Liter Ingenium Dreizylinder-Benzinmotor – den kleinsten der Ingenium-Baureihe – samt Achtgangautomatik mit einem 80 kW (109 PS) leistenden Elektromotor als Hinterachsantrieb vor. Die Systemleistung wird demnach folgerichtig mit 227 kW (309 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 540 Nm angegeben. Die CO2-Emissionen der PHEV-Modelle beginnen bei 44 g/km, rein elektrisch soll man mit den Plug-in Varianten von Evoque und Discovery Sport eine Reichweite von bis zu 55 Kilometern nach WLTP-Zyklus zurücklegen können. 

Die Energie für seinen Vortrieb erhält der E-Motor aus einem Lithium-Ionen-Akku, welcher unter dem Rücksitz platziert ist und mit einer Kapazität von 15 kWh aufwartet. Netto wird die Kapazität mit 12,17 kWh vonseiten JLR angegeben. Anzumerken ist, dass die beim Verbrenner optional erhältliche 7-Sitzer-Variante des Discovery Sport entfällt, da man den Platz benötigt hat, um Akku und E-Technik unterzubringen.

Mit dem Duo aus Verbrenner- und E-Motor ist es den Teilzeitstromer möglich einen entsprechenden Sprint hinzulegen. Während der Evoque in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet, benötigt der Discovery Sport in der gleichen Disziplin mit 6,6 Sekunden nur unwesentlich mehr Zeit. Ist das Duo rein mit E-Power unterwegs, ist ein Höchsttempo von bis zu 135 km/h möglich.

Soweit die ersten Fakten. In der Praxis zeigt sich, dass die Kombination aus E-Antrieb und Verbrenner-Motor durchaus zu überzeugen weiß. Dabei bewegt sich der Kompakt-SUV mit Maßen von 4.597 mm Länge, 2.173 mm Breite sowie einer Höhe von 1.727 mm geschmeidig vom Stellplatz. Natürlich zunächst vollelektrisch. Denn trotz dessen, dass der SUV im Hybrid-Modus startet geschieht dies stets bevorzugt im rein elektrischen Modus. Der Verbrenner schaltet sich dann erst zu einem späteren Zeitpunkt zu. Wer gewährleisten möchte, dass man länger „seine Ruhe hat“, der setzt direkt auf den EV-Modus. In diesem fährt der PHEV-SUV solange rein elektrisch, bis der 15 kWh-Lithium-Ionen-Akku am Ende seiner Kapazität angekommen ist.

Wenn ein Ladevorgang erforderlich ist, kann der 15-kWh-Akku an einer öffentlichen Schnellladesäule (32 kW-Ladeleistung) in 30 Minuten von null auf 80 Prozent geladen werden. Zu Hause dauert der Ladevorgang gut eineinviertel Stunden an einer Wallbox oder gut sechseinhalb Stunden mit Haushaltsstrom. Alternativ lässt sich auch der SAVE-Fahrmodus auswählen. In diesem lädt sich der Akku des Teilzeitstromers durch die Rekuperation wieder auf. Ein Aufladen des Akkus über den Verbrenner ist jedoch nicht möglich, da dies den Ansatz eines Plug-In-Hybriden ad absurdum führen würde, wie uns Michael Küster von Jaguar Land Rover zu verstehen gab.

Eine Aussage über die Verbrauchswerte war mir natürlich nach 45 Minuten mit dem PHEV nicht möglich. Vonseiten des Herstellers wird der Verbrauch des Discovery Sport mit 2,0 Liter / 100 km angegeben. Zudem führt dieser die CO2-Emissionen mit 44 g/km auf. Persönlich freue ich mich darauf, wenn der Teilzeitstromer etwas länger bei mir vorbeischaut, um dann noch weitere Informationen mit dir zu teilen. Die aktuelle Podcast-Folge sollte aber zumindest einen guten ersten Einblick gegeben haben.

Jaguar Land Rover hat zur E-Mobilität Roadshow 2020 nahe Frankfurt eingeladen - die Anreise erfolgte auf eigene Kosten; eine weitere Vergütung ist ebenfalls nicht erfolgt. Dieser Artikel spiegelt meine ehrliche Meinung wider.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Die Engländer sind vorsichtiger, und geben schon mal 2 Liter Verbrauch an für 100 KM Reichweite bei gemischtem Antrieb und 44 Gramm CO2 an. Mit ihrem neuen 3 Zylinder als Einsatz zum Helfen als auch, rein per Benzin, liegen sie so eindeutig im Verbund mit dem Elektromotor besser, als mit einem normalen Diesel oder V8. Da diese Kunden schon immer nicht nur ins Gelände fuhren, sondern auch Langstrecken komfortabel geniessen wollten , sollten die mal bei Volvo nachfragen wie gross heute ein Akku für dieses Auto sein muss.

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