Chinesisches Start-Up Ucar hat die Zukunft Borgwards in der Hand

Borgward BX7 TS
Symbolbild | Borgward

Anfang September haben wir einen Blick nach Bremen geworfen, um zu sehen, ob Borgward mit seinen Plänen für ein deutsches Werk vorankommt.  Mitte Dezember folgte dann die Information, dass Bremen die Reservierung für ein potentielles Borgward Grundstück aufgehoben hat. Doch damit nicht genug.

Bedingt durch steigende Verluste war der chinesische Lkw-Hersteller Foton, Eigner der Marke, auf der Suche nach frischem Geld. Foton hat bekannt gegeben, 67 Prozent seiner Anteile an der Marke verkaufen zu wollen. Damit wolle man neue Investoren für Borgward gewinnen. Spricht nicht gerade für die Zukunft der Marke, deren Namensrechte Foton 2014 erwarb.

Ucar erwirbt 67% Anteile von Foton für 508 Millionen Euro

Mit dem chinesischen Start-Up Ucar hat man nun einen neuen Eigentümer der Marke Borgward gefunden. Dieser will 67 Prozent der Anteile, des bisherigen Eigners Foton, für 508 Millionen Euro übernehmen. Das chinesische Startup entscheidet nun auch über die Rückkehr der Automarke nach Bremen und wie es generell mit Borgward weitergehen wird.

Hinter Ucar verbirgt sich ein Unternehmen, welches ein ähnliches Geschäftsprinzip wie Uber verfolgt. Nutzer können sich über eine App einen Wagen samt Fahrer bestellen, der sie dann von A nach B bringt. Im Unterschied zu Didi und Uber sind die Fahrer allerdings nicht in ihren Privatwagen unterwegs, sondern in Fahrzeugen, die von Ucar gestellt werden. Des Weiteren richtet sich der Service von Ucar auch gezielt an Besserverdienende, die Autos kommen aus dem Premiumsegment.

Mit der Übernahme von Borgward könnte sich Ucar nun die Möglichkeit gesichert haben, kostengünstig den eigenen Fuhrpark auszubauen. Denn seinen Ruf hat Borgward in China bereits gefestigt. Ist man dort doch als Anbieter von erschwinglichen Premium-Autos bekannt.

Wechsel an der Führungsspitze: Bruno Lambert wird neuer CEO von Borgward

Mit der Übernahme von Borgward durch Ucar wurde Bruno Lambert zum neuen Borgward-Chef bestimmt. Dieser war zuvor als Manager über elf Jahre beim Automobilzulieferer Magna Steyr unter anderem als Verantwortlicher für das Asien-Geschäft beschäftigt.

Vor Borgward war er als CEO des Start-Ups Ioniq Motors tätig, welches in 2019 ebenfalls sein erstes E-Auto auf den Markt bringen will. Nun vertraut man Lambert die Elektrifizierung der Marke Borgward an. Und mit dem BXi7 soll noch in diesem Jahr, zunächst in China, dann in Deutschland, das erste E-Auto der Marke auf die Straße kommen.

Welchen Einfluss die Übernahme auf die Bremen-Pläne des Autobauers hat, ist bislang noch nicht klar. Nach wie vor würde Borgward gerne eine Fertigung in der Hansestadt errichten. Man darf gespannt sein, wie hier die Pläne von Ucar sind.

Quelle: Weser Kurier – Neuer Besitzer für Borgward

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