Bayern fordert nach Aus für Batterie-Fabrik eine Ausgleichszahlung in dreistelliger Millionenhöhe

Bayern fordert Millionen vom Bund für Batterie-Forschung

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Die Entscheidung für Münster – und gegen die Konkurrenten – als Hauptstandort für die deutsche Batterieforschung scheint keine Ruhe in Bayern und Baden-Württemberg einkehren zu lassen. Ulm galt als Favorit für die deutsche Forschungsfabrik für Batteriezellen. Der Zuschlag allerdings ging nach Münster. Die zuständige Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärte erst kürzlich ihre Entscheidung. Doch damit zeigt sich auch das Bundesland Bayern nicht einverstanden.

Bayern fordert Ausgleichszahlung in dreistelliger Millionenhöhe für eigene Batterie-Forschung

Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident von Bayern sowie Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Kabinett Söder II, hat sich in der Augsburger Allgemeine nicht erfreut über die Entscheidung für Münster geäußert und fordert nun eine Ausgleichszahlung in dreistelliger Millionenhöhe für Bayern.

An die Adresse des Bundes sagte der Politiker: „Ich erwarte, dass man uns im Süden nicht hängen lässt. Der Förderbeitrag aus Berlin muss für uns schon einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ausmachen.“ Denn geht es nach Aiwanger lautet das Motto: „Jetzt erst recht!“

In einer gemeinsamen, engen Kooperation mit Baden-Württemberg will Aiwanger aufzeigen, dass es dem Süden möglich ist den Norden in puncto Batterie-Forschung und -Entwicklung in die Tasche zu stecken.  In seiner Vorstellung „schmeißen die beide Südländer samt dortiger Forschungsinstitute und Autofirmen alles zusammen, was sie auf dem Feld neuer Fahrzeugantriebe vorweisen können“. Mehrere Entwicklungen seien durchaus vorstellbar: Weiterentwicklung von Lithium-Ionen-Akkus als auch die Forschung für Feststoff-Akkus seien zwei der möglichen Ausrichtungen einer Batterie-Süd-Allianz.

Getrieben wird die Ausgleichszahlung in dreistelliger Millionenhöhe unter anderem durch  Fraunhofer-Mann Professor Gunther Reinhart, welcher rund 50 Millionen Euro fordert, um die Technologie der deutlich leistungsfähigeren Feststoff-Akkus in Augsburg oder München erforschen zu können. Die Mittel sollen unter anderem vom Bund kommen. Quasi als eine Art Ausgleich dafür, dass Augsburg gegenüber Münster den Kürzeren zog.

Aiwanger zeigt sich zudem zuversichtlich, dass „Augsburg mit seinen Maschinenbauern wie etwa Kuka, aber auch den dortigen Forschungsinstituten helfen“ kann die Automatisierung in Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Bei der Batteriezellen-Forschung plant er auch eine Zusammenarbeit mit dem im baden-württembergischen Ellwangen, aber auch im bayerischen Nördlingen vertretenen Spezialisten Varta.

Karliczek hat Ulm bereits einen „substanziellen zweistelligen Millionenbetrag“ in Aussicht gestellt, um weiterhin zu Batterien und Akkus forschen zu können. Es habe bereits erste Gespräche mit der Landesregierung über Investitionen für die weitere Förderung der Entwicklung moderner Batterien in Ulm gegeben. Gespräche für Bayern stehen noch aus.

Wasserstoff-Brennstoffzelle spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für Aiwanger

Aiwanger setzt in puncto Forschung nicht nur auf Lithium-Ionen-Akku und Festkörperbatterie, sondern auch die Wasserstoff-Technologie und damit die Brennstoffzelle. Denn er ist der Meinung: „Die Batterie deckt eine gewisse Nische der Mobilität ab, vor allem für Kurzstrecken in der Stadt.“ Für Ferndistanzen und schwere Nutzfahrzeuge sieht er die Wasserstoff-Technik an vorderster Front.

Nach seinem Geschmack ist der Bund trotz aktueller Pläne „noch zu passiv, was Wasserstoff betrifft“. Der Minister sagte: „Wir brauchen den Bund aber für einen Durchbruch bei Wasserstoff-Autos.“ Das entsprechend Bewegung reinkommen kann, wenn sich die Politik mit dem Thema beschäftigt, bekommt man aktuell von China vorgeführt.

Letztlich schweben Aiwanger Hybrid-Fahrzeuge mit Batterietechnologie für die Kurzstrecke und Wasserstoff-Antrieb für längere Fahrten vor. Um noch ein wenig Würze in den Krimi Batterie-Förderung-Deutschland zu bringen. In Berlin kursiert angeblich ein Schreiben, in dem die beratende Expertenkommission für den Standort Ulm votiert hatte. Das hat das Karliczek-Ministerium stets dementiert.

Quelle: Augsburger Allgemeine – Nach Aus für Batterie-Fabrik: Aiwanger fordert dreistelligen Millionenbetrag (Paywall)

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Gerade in der Stadt haben Batterieautos Probleme, weil sie nicht zu Hause aufgeladen werden können. Diese Ideologie Smart mit Batterie, alles andere Wasserstoff ist Schwachsinn. Der wahre Grund, warum man Kleinwagen die Batterie gönnt, liegt in den astronomischen Preisen der Wasserstoffautos.

Brennstoffzelle braucht AUCH Batterien, daher macht das in einem Fahrzeug für kurze Strecken überhaupt keinen Sinn, da viel zu aufwändig, ähnlich den Hubkolbenmotoren, die auch viel zu aufwändig sind und dazu immer Dreck, Lärm und jede Menge Abwärme produzieren.

Immer dieses „Geschrei“ der Politik nach STEUERgeld vom Bund … dabei liegt doch Ulm in BaWü und nicht in BY!

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