Solarauto kommt mit gerade einmal 3,25 kWh rund 100 Kilometer weit

Solarauto Violet Reichweiten-Challenge

Copyright Abbildung(en): Solarauto Violet der University of New South Wales in Australien

Wenn die Sonne scheint muss man das Wetter für eine Ausfahrt nutzen. Nicht etwas mit einem schicken Oldtimer, wie den elektrifizierten Porsche 356A Speedster von 1957. Sondern mit einem solarbetriebenen Fahrzeug. Ein Team der University of New South Wales in Australien hat es mit einem solch solarbetriebenen Fahrzeug rund 4.100 km weit gebracht. Dabei blickt dies auf einen durchschnittlichen Verbrauch von gerade einmal 3,25 kWh pro 100 Kilometer zurück. Deutlich weniger, als der Lightyear One aus Holland benötigen wird.

In sechs Tagen fuhr „Violet“ – wie das solarbetriebene Auto vom Team genannt wird – die 4.100 km lange Strecke. Geladen wurde der gerade einmal 20 kWh große Akku ausschließlich mit Solarstrom. Die Energie des Akkus speiste dann zwei Nabenmotoren an den Hinterrädern, die das Auto auf maximal 140 km/h beschleunigen können. Violet versteht sich als Limousine mit vier Türen sowie einem Kofferraum vorn und einem hinten im Heck. Aufgrund der verbauten Solarzellen verzichtet man auf eine Heckscheibe, dafür besitzt das Solarfahrzeug Parksensoren und eine Rückfahrkamera.

Das Fahrzeug wiegt nur 360 kg und ist mit 318 monokristallinen Photovoltaikzellen ausgerüstet. Die Zellen sollen einen Wirkungsgrad von rund 22 Prozent aufweisen. Möglich wird das geringe Gewicht auch dadurch, dass man einen besonders kleinen Akku verbaut hat. Mit den gerade einmal 3,25 kWh auf rund 100 Kilometer unterbietet das Team den bisherigen Rekord von 5,5 kWh/100 km. Violet ist das Fahrzeug der sechsten Generation, das von dem Studententeam gebaut wurde.

Optisch erinnert das Fahrzeug ein wenig an Stella Vie. Dessen Gewicht und Reichweite wurde aber durch Violet nochmals unterboten. 370 Kilogramm bringt das Solarfahrzeug Stella Vie auf die Waage. Zum Vergleich der Jaguar I-PACE wartet mit 2,2 Tonnen Gewicht auf.

Quelle: Golem.de – Solarauto fährt mit 3,25 kWh 100 km weit

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Dann hätte dieses Solarauto eine Reichweite von 615 km. Vergleich mit SION von SONO Motors : 250 km. Während „Violet“ 3,25 kWh/100km verbraucht, ist der Wert bei SION 14 kWh/100km, also ca. 4 mal so gross. Mir stellt sich da die Frage, wie weit dieses Solarauto „VIOLET“ an einem Tag nur mit Solarstrom (bei Sonnenschein) fahren kann…. etwa 4 mal so weit, also über 100 km (SION 30 km) ?
Das wäre natürlich sensationell ! (wenn man von gleichen technischen Bedingungen wie z.B. die Fläche der Solarzellen ausgehen würde). Kommentare… ? jedenfalls spannende Sache, mit „ungeahnten“ Möglichkeiten……..

Das ist kein Auto für die Strasse bei uns. Schon aus Sicherheitsgründen würde wohl kaum einer in so eine 300 Kg wiegende Kiste sitzen.

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und Sicherheit wird in Zukunft kaum noch eine Rolle spielen.

Durch die neuen Fertigungsverfahren werden Materialeinsparungen von bis zu 90 % möglich, bei gleichzeitiger Erhöhung der Stabilität und der Stoßabsorbtionsfähigkeit.

Aluminiumschäume, Kunststoffschäume und Faserverbundwerkstoffe im 3D-Druck (oder Spritzgussverfahren) machen das möglich.

Autos nach 2025 haben mit den Produktentwicklungen von vor 2014 (die heute als Neuwagen vom Band laufen) fast keine Gemeinsamkeiten mehr.

Tja, dann hoffen wir dass dies in 6 Jahren so ist. Verschiedenste Techniken wurden schon immer angeboten das weiss die Industrie. Aber die müssen das bauen was die Kunden kaufen. Die neuen Antriebstechniken ob über Wasserstoff
oder nur Batterien auch beim Hybrid brauchen hochlegierten Stahl und können nicht mit Kunststoffschäumen auskommen. Gewichtseinsparungen waren mit solchen Ideen für die Karosserie bis jetzt unbedeutend. Zumal mit dem Autogewicht rekuperiert wird.

Das Thema Fahrzeuggewicht/Rekuperation wird oft unrealistisch dargestellt.

Ich fahre seit 15 Monaten einen Ioniq Electric – Eigengewicht um die 1450 kg.
Mein Wohnort befindet sich am Berg, der Akku wird zu Hause möglichst nie auf 100% aufgeladen wird da ich die Rekuperationsenergie bei der Abfahrt mitnehmen möchte.

Der Höhenunterschied beträgt 350 Meter auf eine Strecke von 4,2 Kilometer.

Bei der Bergabfahrt habe ich zumindest immer 4 Kilometer mehr Aktionsradius gegenüber der Abfahrt am Tacho, d. h. 4 Kilometer Fahrtstrecke + 4 Kilometer mehr am Tacho = 8 Kilometer.
Für die gut 4 Kilometer Bergauffahrt reduziert sich allerdings der Aktionsradius um mehr als 15 Kilometer.
Das heißt Bergauf benötige ich die doppelte Energiemenge gegenüber der eingesparten Abfahrt und somit spielt das Fahrzeuggewicht auch bei E-Autos eine maßgebliche Rolle.

Interessant ! Kann man es auch so ausdrücken : wenn ich die 4 km Bergstrecke hochfahre, so bekomme ich die Hälfte der aufgebrachten Energie wieder zurück wenn ich den Berg wieder herunterfahre ? Und das müsste man dann mal mit der Energiebilanz bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor vergleichen. Klar ist jedenfalls, da bekommt man nichts zurück (geht in Wärme über), und ausserdem höherer Bremsenverschleiss.

Hallo Gunter, ja genau so ist es. Es ist sicherlich noch von der Steigung abhängig in welchem Verhältnis hier anzusetzen ist aber grob gesagt würde ich zumindest vom doppelten Verbrauch für Bergauffahrten ausgehen.

Für mich steht außer Frage, dass ein geringes Fahrzeuggewicht IMMER von Vorteil ist!
Gerade der Bericht demonstriert das ja sehr eindrücklich.

Das dürfte auch der Grund sein warum E-Autobauer mit der Zulassung von Anhängekupplungen sehr zurückhaltend sind.
Auf Grund der Ankündigungen werden künftig sicherlich mehrere Akkugrößen, entsprechend dem Mobilitätsverhalten angeboten, was auch Sinn macht.

Persönlich erwarte ich in der Akkuforschung noch einiges an Spielraum beim Gewicht.

Manfred Stummer, Du fährst nicht dauernd 15% Steigung und dann wieder hinunter, Mach mal diesen Versuch im ebenen Gelände. Mach mal einen Vergleich in der Stadt mit vielen Ampeln. Dann wirst du sehen wieviel weniger Energie Du brauchst als ein Verbrenner ohne Rekuperation. Und überhaupt das Batteriegewicht ist da, und dies kann man nicht mit etwas Plastik als Karosseriegewichtseinsparung wegblasen.Selbst wenn dies beim Beschleunigen energetische Verbrauchsvorteile hat, so macht man dies im Schubbetrieb beim Rekuperieren wieder wett.

Manfred und dieser Test sagt nichts aus. Mach dies besser mit halb geladener Batterie. Eine fast geladene kann in bestimmter Zeit nur noch sehr geringe Menge Strom aufnehmen. Dann ist die Frage wie stark die Rekuperation bei diesem Auto eingestellt ist. Wie schnell fährst Du hinunter.

Fazit: ein 300 kilöniges Auto mit 20 KWh AKKU ??

Hallo Strauss!
Meine ursprüngliche Antwort bezog sich auf „Gewichtseinsparungen waren mit solchen Ideen für die Karosserie bis jetzt unbedeutend. Zumal mit dem Autogewicht rekuperiert wird.“
Ich wollte nur meine Situation darstellen mit dem Fazit dass die Rekuperation beim Bergabfahren den Mehrverbrauch vom Bergauffahren nicht wettmacht. Wird sich wohl auch auf der Ebene ähnlich verhalten dass die verbrauchte Beschleunigungsenergie mit der Rekuperation nicht vollständig wettzumachen ist.
Richtig ist, dass die Verzögerung fast gänzlich mit der Rekuperation zu machen ist wodurch sich der Bremsverschleiß fast auf 0 reduziert.

Es hat auch keine Relevanz ob der Akku nur halb geladen ist, allerdings lade ich zu Hause immer bis höchstens 98% um die Bergabfahrt im Akku unterzubringen. Üblicherweise fahre ich mit kaltem Akku weg, was bei den aktuellen Minusgraden zu verminderter Einspeisung führt.
Die Geschwindigkeit gibt die schmale Straße (halbe Sicht Fahrweise) vor. Zumeist fahre ich diese Strecke mit Rekuperation Stufe 3.
Mit dem 28 kWh-Akku des Ioniq fahre ich im Sommer bis zu 270 km weit, aktuell (Minusgrade, Schneefahrbahn oberösterreichische Voralpen) 200-210 km.

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