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Muss Post-Vorstand Jürgen Gerdes nach Rauswurf Post mit dem StreetScooter ausfahren?

Deutsche Post DHL Group hat ein umfassendes Programm aufgesetzt, das Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität, zur Senkung der indirekten Kosten und zum Ertragsmanagement umfasst.
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Bereits am gestrigen Montag-Nachmittag erschien im Manager-Magazin ein Artikel, der den Rauswurf des Post-Vorstandes Jürgen Gerdes prophezeite. Dabei eröffnete Post-Vorstand Jürgen Gerdes (53) gerade erst im rheinischen Düren eine neue Fabrik für das posteigene Elektromobil Streetscooter. Nun, knapp zwei Wochen später könnte man es durchaus als verfrühte Abschiedsfeier betrachten. Denn bereits am heutigen Dienstag soll der Post-Aufsichtsrat Gerdes von allen seinen Aufgaben entbinden; im Anschluss wird er das Unternehmen sofort verlassen müssen. Post wird er daher auch eher nicht mit dem StreetScooter ausfahren.

Verantwortlich für die Personalentscheidung der Post sei nicht etwa das StreetScooter-Geschäft, sondern viel mehr die Verluste in der Kernsparte PeP (Postbriefe, E-Commerce, Pakete). Bereits in den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass dieser Bereich saniert werden muss. Eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherung eines nachhaltigen Ergebniswachstums wurde ebenfalls bereits beschlossen.

Diese sollen der im ersten Quartal 2018 deutlich gewordenen negativen Ergebnisentwicklung in der PeP Division nachhaltig entgegenwirken und eine positive Ergebnisentwicklung in den Jahren 2019 und 2020 sicherstellen. Die beschlossenen Maßnahmen zielen vor allem auf eine weitere Verbesserung der Produktivität und der indirekten Kosten sowie des Ertragsmanagements im Post- und Paketgeschäft. Die Rede ist von einer gesenkten EBIT-Prognose 2018 für PeP auf 1,1 Milliarden Euro; vor Einmalaufwendungen in Höhe von 500 Millionen Euro. Mehr dazu in der dazugehörigen Pressemitteilung der Post.

Für Gerdes selbst ist die Abberufung sicherlich nicht einfach, aber auch Post-Konzernchef Frank Appel muss sich ein wenig an die eigene Nase fassen. Hat dieser im April Gerdes noch als Erfolgsmanager und großen Innovator gelobt. Damals wurde Gerdes zunächst vom PeP-Ressort abgezogen und zum Innovationsvorstand – „Corporate Incubations“ – ernannt. Dort war er unter anderem zuständig für den Elektro-Kleinlaster StreetScooter. Noch Ende Mai bei der Fabrikeröffnung hatte Gerdes, der seit seinem 20. Lebensjahr für die Post arbeitet, gar einen Börsengang für den Scooter in Aussicht gestellt. Nun muss er komplett ausscheiden; wenn die Informationen stimmen, welche dem Manager-Magazin aus Konzernkreisen zugetragen wurden.

Update – 12.06.2018 – 18:05 Uhr

Die Gesellschaft und Jürgen Gerdes haben sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Schwerpunktsetzung des Unternehmens im besten gegenseitigem Einvernehmen auf ein vorzeitiges Ausscheiden von Gerdes aus dem Vorstand geeinigt. Er wird sein Vorstandsmandat mit dem heutigen Tage niederlegen und verlässt zum 30. Juni 2018 den Konzern.

Mit sofortiger Wirkung übernimmt Thomas Ogilvie die Verantwortung für das Vorstandsressort Corporate Incubations zusätzlich zu seinem Mandat als Personalvorstand und Arbeitsdirektor des Unternehmens. Er war vor seiner Berufung in den Vorstand als Executive Vice President Corporate Development für die Konzernstrategie zuständig und ist mit den Projekten, die bei Corporate Incubations vorangetrieben werden, eng vertraut.

Quelle: Manager-Magazin – Post feuert Streetscooter-Chef // Pressemitteilung der Deutschen Post vom 12.06.2018

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