innogy Wandel zum White-Label-Anbieter und Technologielieferant

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Das innogy beim Thema Elektromobilität ernst macht, haben wir im Juli dieses Jahres festgestellt. innogy e-mobility US LLC, eine hundertprozentige Tochter der innogy SE und führender Anbieter von Ladetechnologie für Elektroautos, hat die Übernahme von BTCPower (Broadband TelCom Power, Inc.) angekündigt. Durch die Übernahme verschafft sich innogy auf einen Schlag ein komplettes Schnelllade-Produktportfolio für den nordamerikanischen Markt.

Bereits im Dezember 2016 war zu erkennen, dass der Energiekonzern den internationalen Ausbau der Elektromobilität und möchte zukünftig der führende Lösungsanbieter für Ladeinfrastruktur in Europa und den USA zu werden. Nun scheint allerdings ein Wandel bei der auf den Netzbetrieb und Energievertrieb spezialisierte RWE-Tochter stattzufinden. Statt wie in den letzten Monaten versucht sich als Anbieter-Marke von öffentlichen Elektroauto-Ladestationen zu etablieren, möchte man nun den Schritt zu einem White-Label-Anbieter und Technologielieferant gehen. Dabei hat die innogy SE erst kürzlich Fördermittel für den Aufbau von 1.245 neuen Ladesäulen erhalten. Dies entspricht 2.490 Ladepunkten aus dem „Bundesprogramm Ladeinfrastruktur”.

Laut Aussage von Stefan von Dobschütz, Bereichsleiter Elektromobilität bei Innogy, positioniere man sich künftig als Technologie- und Systemanbieter. Im Mittelpunkt stehen demnach vor allem Gewerbe, für die das Unternehmen Ladepunkte installiert und über sein Backend betreibt. Ganz gut zu erkennen an einer der letzten Kooperationen mit Daimler, über die wir hier bei Elektroauto-News.net berichtet haben. Mit der Positionierung als White-Label-Anbieter und Technologielieferant, hat man Flottenbetreiber, die Logistikbranche oder die Wohnungswirtschaft als Zielgruppe auserkoren.

Der Betrieb von öffentlichen Ladesäulen mit eigenem Branding verliert für das Unternehmen an Bedeutung. Dies liegt vor allem an dem “Konfliktpotenzial” von E-Mobilitäts-Anbietern, die zeitgleich auch prominent als Ladesäuleninhaber am Markt vertreten sind. “Wenn unsere Kunden selbst ein Ladenetz aufbauen wollen, könnten sie uns als Konkurrenten wahrnehmen, wenn wir ebenfalls ein solches Netz betreiben”, so von Dobschütz.

innogy will weiterhin private Kunden bedienen. Setzt dabei den Fokus aber vor allem auf kostengünstige Lösungen. Sprich, man möchte professionell installierte Wallbox für das schnelle Laden zuhause anbieten. Die allerdings für unter 2000 Euro zu haben sein.

Quelle: Ecomento.de – Innogy: Elektroauto-Käufer zeigen “durchaus Preissensivitäten” // Energate Messenger – Innogy sieht “Konfliktpotenzial im Markt für Ladesäulen” (Bezahlschranke)

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