Verband Deutscher Metallhändler (VDM) fordert Investitionen ins Recycling von Seltenen Erden

Seltene Rohstoffe sollen besser recycelt werden
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 430636306
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Von allen Seiten werden Meinungen, Lob und Kritik zur Elektromobilität laut. Manches davon ist angebracht, anderes nur reine Meinungsmache. Nun hat sich auch der Verband Deutscher Metallhändler (DVM) zum Thema geäußert und darauf hingewiesen, dass man die “rohstoffliche Weitsicht” vermisst. Bekannt ist, dass für den Umstieg auf die E-Mobilität, insbesondere für die Produktion der Lithium-Ionen-Akkus, Seltenen Erden zum Einsatz kommen. Doch gerade für diese fehlt eine entsprechende Verfahrensweise: Recycling Fehlanzeige. Die DVM sieht hier Verantwortung bei der Politik, die entsprechende Richtlinien vorantreibt und das Recycling an sich stärker fördert.

Aus Sicht des VDM-Präsident Thomas Reuther werde das Thema häufig sehr eindimensional aus Sicht des Verbrauchers oder bestenfalls aus Sicht von Industrie und Politik dargestellt. Eine Betrachtung der gesamten Kreislaufwirtschaft sei bisher jedoch noch nicht bedacht worden. Gerade aufgrund der eher bedenklichen Produktions- und Abbaubedingungen in Rohstoffländern wie dem Kongo und der endlichen Verfügbarkeit der Ressource Seltene Erden müsse mehr an die Zeit nach der Nutzung, sprich an das Recycling gedacht werden.

Dem Recycling der seltenen Erden stehen jedoch hohe Entwicklungs- und Anschaffungskosten für Maschinen entgegen. Wodurch die Wiederverwertung von Kobalt, Lithium oder Magnesium schlichtweg noch nicht wirtschaftlich ist. Daher werden Unternehmen in diesem Segment auch erst einmal nichts unternehmen. Laut der VDM sei man zum Recycling zwar grundsätzlich in der Lage, kleineren Unternehmen fehle es aber an Unterstützung, um sich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Weiterhin belasten untragbaren Reglements und Kosten die Metallhändler, hier sieht Reuther die Regierung in der Pflicht.

Reuther geht sogar soweit und stellt die Aussage in den Raum, dass Deutschland den “geopolitischen Supergau” erleben könne, wenn man nicht in das Recycling von Seltenen Erden investiert. Durch fehlende Wiederverwertung macht man sich von der Anschaffungskette abhängig – sowohl vom Preis, als auch der Verfügbarkeit. Das VDM stellt die Aussage in den Raum, dass man Deutschland äußerst gern die rohstoffliche Zukunft garantiert – dafür allerdings die technische und/oder finanzielle Hilfe und den erkennbaren politischen Willen zur Umsetzung brauche.

Sicherlich kann man dieser Meinung zustimmen, das Recycling Seltener Erden sinnvoll und wichtig ist. Ob wir uns allerdings vor einem “geopolitischen Supergau” befinden ist eher fraglich. Hier sollte man die Stellung des Absenders dieser Aussage nicht aus dem Blick lassen, der sicherlich für seinen Verbund Deutscher Metallhändler das Beste herausholen möchte.

Quelle: EUWID-Energie – VDM fordert Investitionen ins Recycling von Seltenen Erden

2 Kommentare

  1. Hier geht es offensichtlich um eine vorauseilende Forderung der deutschen Metallhändler nach Fördergeldern!

    Ich denke die Zweitnutzung der E-Auto-Akkus (PV-Heimspeicher) wird den Vorrang bekommen und das Problem des Recycling erst in etwa 20 Jahren aktuell werden.
    Aber grundsätzlich ist es richtig schon heute darüber nachzudenken.

    Bei der E-Mobilität entsteht häufig der Eindruck es wird krampfhaft nach irgendwelchen Nachteilen gesucht.
    So auch beim Ausbau des Ladenetzes. Man könnte meinen das Verbrenner-Tankstellennetz war vor dem Verbrenner-Auto vollständig aufgebaut.

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