Daimler stärkt Berliner und Hamburger Werke für E-Mobilität

Daimler stärkt Berliner und Hamburger Werke für E-Mobilität
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1187162284

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 5 min

Die beiden „Nordwerke“ von Daimler in Hamburg und Bremen erfahren auf dem Weg zur Elektromobilität eine weitere Stärkung. Bereits seit August 2017 stehen die beiden Werke unter der gemeinsamen Leitung von René Reif. Damit werden die Standorte im Powertrain-Produktionsverbund von Mercedes-Benz Cars weiter gestärkt und profitieren voneinander.

Im Alltag zeigt sich dies dadurch, dass sowohl das Hamburger, als auch Berliner Werk durch den Austausch von Best-Practices und Know-how sowie die Angleichung bestehender Prozesse profitieren können. Die geschaffenen Synergien tragen zur Steigerung der Effizienz bei und bieten eine ideale Vorbereitung auf die Transformation beider Werke in Richtung Elektromobilität.

René Reif, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werke Berlin und Hamburg, zeigt sich stolz darüber, dass man im Hamburger Werk Produktfelder weiter entwickelt und neue innovative Produkte produziert. Aus seiner Sicht ergibt sich durch die enge Zusammenarbeit mit dem Werk Berlin „bei Entwicklung und Planung herausragende Chancen, um bestehende Produktfelder weiterzuentwickeln sowie neue, zukunftsweisende und innovative Produktportfolien zu generieren“.

In die Komponentenwerke Berlin und Hamburg investiert Mercedes-Benz Cars im Rahmen der Zukunftsbilder, die das Unternehmen 2015 und 2016 gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossen hat, jeweils rund 500 Millionen Euro und stärkt damit nachhaltig ihre Position bei Zukunftsthemen wie Elektromobilität und Leichtbau. Ab 2022 wird zudem in beiden Nordwerken CO2-neutral produziert. Sprich, man verzichtet komplett auf Kohlestrom und bezieht elektrische Energie nur noch aus regenerativen Quellen.

Das Blockheizkraftwerk am Standort Hamburg liefert seit Inbetriebnahme im Januar 2017 bereits den Grundbedarf an Wärme, deckt Teile des Strombedarfs ab und senkt den CO2-Ausstoß damit jährlich um rund 5.000 Tonnen. In Berlin kommt ebenfalls ein Blockheizkraftwerk zum Einsatz, welches den dortigen CO2-Ausstoß um jährlich rund 3.800 Tonnen senkt.

Berlin übernimmt Montage eines elektrischen Antriebsmoduls für EQ-Fahrzeuge

Mit Beginn der nächsten Dekade übernimmt das Berliner Werk die Montage eines elektrischen Antriebsmoduls für künftige Fahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ. Dies ist durchaus als ein Meilenstein für das Werk und ein wichtiger Schritt zur Transformation des Standorts in Richtung Elektromobilität zu sehen. Aus mehr als 60 Bauteilen, die im Berliner Werk zusammengebaut werden, entsteht das elektrische Antriebsmodul mit einem Gesamtgewicht von rund 165 Kilogramm. Im Rahmen der Arbeitsplatzgestaltung wird ein neues Werkstückträgerkonzept zum Einsatz kommen, das ergonomisches Arbeiten durch elektrisches Schwenken des E-Antriebs ermöglicht.

„Im Rahmen der Elektro-Offensive von Mercedes-Benz Cars stärken wir den gesamten Powertrain-Produktionsverbund von Mercedes-Benz Cars. Das Werk Berlin nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Mit der Montage eines elektrischen Antriebsmoduls für Mercedes-Benz Elektrofahrzeuge bauen wir weiteres Know-how bei der Belegschaft auf.“ – Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars

René Reif, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werke Berlin und Hamburg, zeigt sich stolz darüber, dass das Mercedes-Benz Werk Berlin Teil der Elektro-Offensive von Mercedes-Benz Cars wird. Aus seiner Sicht leistet man mit diesem Einstieg in die Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsgestaltung des Standorts und schaffen die Voraussetzungen, um bestehende Produktfelder weiterzuentwickeln und neue Zukunftsprodukte zu generieren. Vor allem aber die Zusammenarbeit mit dem anderen Nordwerk in Hamburg können sich herausragende Chancen ergeben, um „gemeinsam an innovativen Zukunftslösungen für beiden Standorte zu arbeiten“.

Das Mercedes-Benz Werk Berlin ist bereits ein Hightech-Standort für die Komponentenfertigung mit Technologien zur Verminderung von CO2-Emissionen. Als weltweites Kompetenzzentrum für die Produktion der innovativen Motorsteuerung CAMTRONIC hat es damit ein Alleinstellungsmerkmal im Produktionsverbund von Mercedes-Benz Cars.

Hamburg konzentriert sich auf Antriebsmodule, elektrische Hinterachsen und Leichtbauteile

Hamburg gilt als Hightech-Standort für Antriebskomponenten der Elektromobilität. Auch dort werden nun erste Maßnahmen aus dem Zukunftsbild 2016 umgesetzt. So wird in Hamburg künftig, neben der „traditionellen Produktion von Achsen und Achskomponenten, Leichtbaustrukturteilen und Lenksäulen sowie Komponenten der Abgastechnologie“ eine fünfte Produktsäule eingeführt. Künftig werden dort Antriebsmodule, elektrische Hinterachsen und Leichtbauteile für das erste Elektrofahrzeug der Produkt- und Technologiemarke EQ sowie Integrierte Starter-Generatoren (iSGs) gefertigt.

„Mercedes-Benz Cars modernisiert seine weltweiten Powertrain-Werke und stärkt mit zukunftsfähigen Produkten ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Mit den Zukunftsbildern haben wir die Werke auf ein tragfähiges Fundament gestellt und sie haben die Chance von den neuen Technologien der Elektromobilität zu profitieren.“ – Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars.

Dieses Jahr ist bereits die Fertigung einer elektrischen Hinterachse sowie eines elektrisches Antriebsmoduls am Standort Hamburg gestartet. Beide Komponenten sind unverzichtbar, um Mercedes-Benz Elektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ anzutreiben. Ebenfalls produziert das Werk in Hamburg künftig ein Leichtbauteil für das Frontmodul des EQC, der im Mercedes-Benz Werk Bremen Anfang 2019 vom Band läuft.

Des Weiteren wird der Standort Hamburg ab Anfang 2020 erstmals einen integrierten Starter-Generator (iSG) montieren. Der iSG vereint Starter und Generator in einem leistungsfähigen Elektromotor zwischen Motor und Getriebe und kommt auch beim Kaltstart zum Einsatz. Es ist anzumerken, dass der iSG dann sowohl die bisherige Lichtmaschine als auch den Anlasser ersetzt. Der integrierte Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor, etwa beim Beschleunigen, und speist mittels hocheffizienter Rekuperation die Batterie mit Energie. Insbesondere in Kombination mit einer 48-Volt-Batterie rentieren sich die nötigen Anpassungen der Antriebsarchitektur langfristig durch höhere Kraftstoffersparnisse.

Der iSG wird daher als Teil der Elektro-Offensive von Mercedes-Benz Cars gesehen und bildet die Basis bis 2022 das gesamte Mercedes-Portfolio zu elektrifizieren. Geplant sind deutlich mehr als 130 elektrifizierte Fahrzeugvarianten im Markt – vom Kompaktwagen bis zum großen SUV.

„In jedem Mercedes Benz-Fahrzeug steckt mindestens ein Bauteil, das in Hamburg gefertigt wurde. Am Standort Hamburg werden unter anderem innovative (Elektro-)Antriebskomponenten und Leichtbauteile entwickelt und hergestellt. Seit mehr als 80 Jahren ist das Mercedes-Werk ein wichtiger Bestandteil unseres Industriestandorts.“ – Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg

Quelle: Daimler AG – Pressemitteilung vom 13. November 2018

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.