Autogipfel vertagt Entscheidung zu Kaufprämien in den Juni

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Beim jüngsten Autogipfel, einem Gespräch der Bundesregierung mit Vertretern der Automobilindustrie und Gewerkschaften, gab es noch keine Entscheidung zu wie auch immer gearteten Kaufprämien als wirtschaftliche Hilfe für die Industrie in Folge der Corona-Krise. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die deutsche Automobilindustrie und ihre Beschäftigten sowie mögliche Wege aus der Krise.

An der Telefonkonferenz nahmen die Vorstandsvorsitzenden der in Deutschland produzierenden Automobilhersteller wie VW, Daimler und BMW teil, für den Automobilverband VDA die Präsidentin Hildegard Müller und das Vorstandsmitglied Arndt Kirchhoff sowie der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. Auf Seiten der Bundesregierung waren die Bundesminister Olaf Scholz (Finanzen), Peter Altmaier (Wirtschaft), Andreas Scheuer (Verkehr), Svenja Schulze (Umwelt) und Kanzleramtschef Helge Braun sowie Staatssekretärin Leonie Gebers (Arbeit und Soziales) beteiligt.

Bundeskanzlerin Merkel verwies auf die besondere Bedeutung der Automobilindustrie für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland. Die Gesprächsteilnehmer tauschten sich unter anderem über den Wiederhochlauf der Produktion, den Zustand der Lieferketten, die Rolle der Kurzarbeit sowie über die nationale und globale Entwicklung der Nachfrage aus. Die Teilnehmer des Gesprächs vereinbarten, sich in den kommenden Wochen in einer Arbeitsgruppe über konjunkturbelebende Maßnahmen auszutauschen, die einen Modernisierungsbeitrag in Richtung innovativer Fahrzeugtechnologien darstellen sollen, und Anfang Juni die Ergebnisse zu besprechen.

Im Vorfeld des Gesprächs gab es teils harsche Diskussionen in den Medien und der Öffentlichkeit über die von der Industrie geforderten Kaufpreisprämien. Auch deshalb, da einige Hersteller, zuletzt mit Milliardengewinnen gesegnet, zwar Staatshilfen beantragen, dennoch weiterhin hohe Dividenden an Aktionäre ausschütten wollen.

Der Umweltschutzverband BUND bezeichnete Kaufbeihilfen für Autos als „Anti-Innovationsprämie“ und forderte stattdessen schnell wirksame Investitionen mit langfristig positiver Wirkung für Umwelt und Wirtschaft, etwa in die Bahn oder öffentliche Verkehre. Greenpeace-Aktivisten forderten am Tag des Gesprächs bei einer Aktion vor dem Reichstag in Berlin, es dürfe keine erneute Abwrackprämie geben. „Statt jetzt Motoren aus dem letzten Jahrhundert zu retten, sollte Kanzlerin Merkel den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie ankurbeln“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan.

Quelle: Bundeskanzlerin.de — Pressemitteilung vom 05.05.2020 // Automobilwoche — Kaufanreize für Autos: Bundesregierung will bis Anfang Juni entscheiden

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10 Antworten

  1. ich bin absolut gegen eine erneute Abwrackprämie da hier sowieso nur der Hersteller noch mehr Gewinne (letzes Jahr haben deutsche hersteller 30 Milliarden gewinn gemacht) und Wohlhabende einen Vorteil haben. Diejenigen die sich sowieso sich nur ein Gebrauchtes Fahrzeug leisten können bekommen nichts im Gegenteil die billigen gebrauchten verschwinden vom Markt wie beim letzenmal.
    Uns außerdem gibt es bei den E-Autos kein nachfragproblem sondern ein Herstellerproblem daß nicht genug E-Autos auf den Markt kommen um die sehr hohe Nachfrage befriedigen zu können, ich habe schon von Leuten gehört denen ihre Bestellung eines e-Autos von seitens der hersteller storniert wurde mit der begründung komplett ausverkauft!!!!!

  2. P.S. habe noch vergessen zu erwähnen daß die Nichtentscheidung / vertagung ist die schlechteste Entscheidung die überhaupt möglich war denn dadurch ensteht jetzt eine Hängepartie, kaufwillige werden jetzt natürlich erstmal abwarten bis eine entscheidung getroffen ist und bis dahin nichts kaufen

  3. Etwas dümmeres als in der jetzigen Zeit, zum jetzigen Zeitpunkt, eine Abwrak oder Zulassungs Prämie für Autos zu fordern, konnte dem VDA nicht einfallen, so sieht halt blinder Lobbyismus aus. Jetzt zu erwarten das ein Diesel, der zugegeben der sauberste aller Zeiten ist, und 100 mal sauberer ist als früher die Betrugsdiesel, eine Förderprämie bekommt ist schon dreist. Beim Elektro Thema ist genau so, es gibt keine erschwinglichen BEV, ausverkauft oder noch nicht eingeführt, ein Witz, die Drillinge von VW ausverkauft, für die letzten verfügbaren in diesem Jahr wurden die Preise erhöht auf 24.500,- für einen Skoda Citigo – BEV. Eine reine Lachnummer, diese blamable Politik des VDA. Schlimmer geht kaum, oder? schlimmer geht immer.

  4. Wenn das kommt, ist das nur eine Bestätigung meiner Meinung bei den Soziualisten von VW, Mercedes und BMW nie wieder ein Fahrzeug zu kaufen! Was ist mit den kleinen, wie Sion, Finecars oder eGo??? Da sind die Innovationen zu Hause, aber halt keine Lobbyisten!

  5. Ich habe meinen CITIGO im Februar/März 2020 bestellt. Der “unverbindliche Kaufvertrag” nennt September 2020 als Liefertermin, was realistisch ein Witz ist, da VW dieses Jahr noch die 2019er Bestellungen liefern muss. Ein Jahr Wartezeit? Eine reine Lachnummer, da die Steuerfreiheit nicht mehr gegeben ist und selbst die Prämie gefährdet ist, da das Anmeldedatum in 2020 der entscheidende Punkt für die Förderung ist.

    Eine Abwrackprämie oder sonstige Steuergeld-Zahlung an die unfähige Auto-Industrie wäre jetzt eine zusätzliche Watsche für mich.

  6. Wie Robert eingangs geschrieben hat haben wir kein Nachfrageproblem bei den eAutos sondern ein Lieferproblem.
    Die Autoindustrie braucht auch nicht angekurbelt zu werden, da im Moment mit der Produktion nicht auf den nächsten Auftrag bzw. Bestellung gewartet wird. Die Lieferzeiten für alle deutschen Autos sind immernoch mehrere Monate bis fast 1 Jahr.
    Wenn Sie ein Problem hätten, müssten die Bänder jetzt stillstehen weil keine Aufträge da sind.
    Wie immer geht es nur darum Subventionen abzugreifen um maximale Gewinne zu machen 🙁

  7. Eine Förderung für innovative Elektrofahrzeuge sehe ich positiv ! Allerdings nicht für die Verbrenner oder Hybrid-Fahrzeuge. Leider sind selbst Corsa e und andere in der unteren Mittelklasse für den durchschnittlich verdienenden Haushalt noch zu teuer. Deshalb brauchen wir hier eine zusätzliche Förderung ähnlich wie bei den erneuerbaren Energieträgern. Die Frage bleibt natürlich wann die deutschen Hersteller den Scalleneffekt einer günstigeren Massenproduktion auf den Verkaufspreis weitergeben werden oder ob sie eher auf Gewinnmaximierung aus sind.

    1. Das mit den Skaleneffekten hört/liest man so oft. Ab ein paar 10.000 Stück macht das aber fast keinen Unterschied mehr ob man 20, 30 oder 100.000 produziert, da auch die nötigen Werkzeuge für die Produktion gewahrtet und erneuert werden müssen.
      “Skaleneffekte” sind, bei den Stückzahlen um die es eigentlich gehen sollte, nur eine Ausrede um den Preis hoch zu halten.
      Und mit ziemlicher Sicherheit, werden die Preise nicht sinken solange es Förderungen in der Höhe gibt.

  8. Ich bin auch sauer. Hatte Ende April bestellt und nun kommt die Bestätigung für Lieferung März 2021. Unverschämt, wenn man bedenkt, das VW behauptet, die Nachfrage würde sinken. Dann sollen sie doch erst mal die vorhandenen Bestellungen fertigen und nicht das Kurzarbeitsgeld des Staates in Anspruch nehmen.

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