Induktives Laden für E-Autos der slowenischen Post

Induktives Laden für E-Autos der slowenischen Post

Copyright Abbildung(en): INTIS

Manchmal macht es einem die Elektromobilität schwer: vor allem, wenn das Kabel zum Anstecken zu kurz ist, man das Auto dreimal umparken muss und das Kabel dann auch noch im Schmutz liegt. Der Handschuh, den viele Hersteller dem Kabel zum Säubern beilegen, macht es dann auch nicht mehr viel besser. Hier kommt kabelloses Laden ins Spiel. Der deutsche Infrastrukturentwickler INTIS (Integrated Infastructure Solutions) arbeitet schon länger an einer entsprechenden Lösung, beispielsweise für Taxistandplätze, autonome Intralogistik-Fahrzeuge oder maritime Anwendungen. Mit der slowenischen Post wurde nun ein Partner gefunden, um das kabellose Laden eines VW e-Crafter im realen Umfeld zu testen.

Beim kabellosen oder induktiven Laden wird die Energie über ein Magnetfeld zwischen einer im Boden verbauten Einheit und einer Aufnahmeeinheit im Unterboden des E-Autos kontaktlos über einen Luftspalt übertragen. Der Fahrer muss also für das Laden nicht einmal aussteigen, es muss kein Kabel angeschlossen werden und der Ladevorgang startet automatisch, sobald das Fahrzeug über der Bodeneinheit platziert wird. Das ist vor allem bei fahrerlosen Fahrzeugen von Vorteil, aber auch beispielsweise für Taxifahrer sehr praktisch. Auch das induktive Laden auf Autobahnen über eine in der Fahrspur verbaute Spule ist immer wieder im Gespräch. Der große Nachteil des induktiven Ladens waren jedoch bisher die hohen Ladeverluste über die Luft. INTIS gibt für seine Technologie eine Übertragungseffizienz von 90 Prozent an, was ein sehr guter Wert ist. Auch beim kabelgeführten Laden treten Verluste auf, je nach Fahrzeug und Übertragungsform bis zu 25 Prozent. Vor allem beim Schnellladen verpufft viel Energie über die Wärmeentwicklung.

Beim induktiven Laden muss das Auto allerdings relativ exakt über der Bodeneinheit platziert werden, damit der Ladevorgang überhaupt startet. Das funktioniert bei autonom bewegten Fahrzeugen wie Shuttlebussen oder in der Intralogistik in der Regel recht gut, bei Parkplätzen für E-Autos oder auf Taxistandplätzen kann das jedoch ein oftmaliges Rangieren erfordern.

INTIS will daher mit mehreren Pilotprojekten beweisen, dass das induktive Laden eine Alternative sein kann. Nach mehreren Einzelprojekten wurde mit der slowenischen Post nun ein potenter Partner gefunden, der einen großen Fuhrpark betreibt. Bereits 12 Prozent des Fuhrparks der slowenischen Post (Posta Slovenije) wird elektrisch angetrieben, darunter E-Autos, E-Mopeds sowie E-Bikes. Bis 2025 soll dieser Anteil auf 46 Prozent gesteigert werden. INTIS hat einen der VW e-Crafter nun für das kabellose Laden umgebaut und stellt auch die Bodeneinheit zur Verfügung. Der Probelauf soll im August diesen Jahres starten. Läuft alles nach Plan, sollen noch weitere E-Autos mit der kabellosen Ladeeinheit ausgestattet werden.

Quelle: INTIS – Pressemitteilung vom 05. Mai 2022

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Auch dieses Thema ist auf dem Weg nachdem die Normierung in den letzten Jahren ihren Weg durch die Instanzen gemacht hat. Trotzdem mag es dem einen oder anderen noch befremdlich vorkommen, besonders weil das Thema Ladeverluste im Raum stand und man es vom Verbrenner her normal findet, einen Schlauch „zum befüllen“ im Auto einzuhängen. Aber das kommt und wird in einigen Jahren so normal sein, dass Ladeklappen langsam verschwinden werden.

Wäre echt toll wenn diese Lösung kommt, mit den imensen Ladeverlusten von bis zu 25% schein ja abgestellt, siehe Bjorn Nyland Videos, jetzt muss es nur noch Vandalismus-/Manipulationssicher werden denn eine Getränkedose auf der Platte und schon stopt der Ladevorgang.

Bessere Lösung ohne punktgenaues Rangieren und für beliebigen Abstand zwischen Boden und Fahrzeugunterseite geeignet: „Matrix Charging“ der Firma easelink

Last edited 7 Tage zuvor by Herwig

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