Bosch-Geschäftsführer rät zu breiter Antriebsvielfalt

Bosch-Geschäftsführer rät zu breiter Antriebsvielfalt

Copyright Abbildung(en): Bosch

Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn hält eine allzu einseitige Ausrichtung der Autoindustrie auf die Batterie-Elektromobilität für riskant. „Wir sehen ja gerade, welche Folgen der Gasmangel für Deutschland und Europa hat, weil wir zu wenig Alternativen vorbereitet haben“, sagte Heyn in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. „In der Autoindustrie sollten wir uns aus diesem Anlass fragen, was wir tun können, sollte es einmal zu wenig Batteriezellen geben.“ In diesem Fall wünsche sich „sicher jeder eine Alternative zum Batterieantrieb. Diese wird es aber nur geben, wenn wir sie rechtzeitig vorbereitet haben“, so der Bosch-Geschäftsführer.

Als eine dieser Alternativen nannte Heyn die Brennstoffzelle, mit Wasserstoff als Energieträger. Die aktuell im Aufbau befindliche Tankinfrastruktur für Langstrecken-Lkw sei auch sehr gut als „Rückgrat für die Versorgung von Pkw geeignet“, sagte Heyn, der bei Bosch dem Unternehmensbereich Mobility Solutions vorsitzt. Auch die Infrastruktur für Diesel sei zunächst nur für Lkw gebaut und erst später um Zapfsäulen für Pkw erweitert worden.

Im Zeichen des Klimaschutzes wird sich der Güterverkehr vielfältiger bewegen als bisher. Durch alternative Antriebe erwarten wir im Laufe der Dekade einen Wachstumsschub für unser Geschäft“, sagte Heyn einige Tage nach dem Interview auf der diesjährigen IAA Transportation in Hannover. Bosch-Prognosen zufolge werden 2025 weltweit noch mehr als 80 Prozent aller Nutzfahrzeuge mit mehr als sechs Tonnen von einem Diesel angetrieben. Danach soll die Antriebsvielfalt zunehmen: Bis 2035 soll jedes zweite neue Nutzfahrzeug elektrisch angetrieben sein – entweder batterieelektrisch oder wasserstoffbasiert.

Besonders im Nutzfahrzeug ist Technologieoffenheit sinnvoll. Je nach Anwendung wird es mehr als einen klimaneutralen Lkw-Antrieb geben“, sagte Heyn. Bei Bosch arbeiten allein 3400 Entwickler am Nutzfahrzeug-Antrieb von morgen. Große Pläne hat Bosch laut eigener Aussage mit der Brennstoffzelle: Bis 2025 will das Unternehmen mehr als 40.000 eigene Brennstoffzellen-Systeme auf die Straße gebracht haben. Dafür produziert Bosch auch die Stacks selbst und baut weltweit Produktionen in Kundennähe auf – in den Werken Anderson (USA), Wuxi (China) und Bamberg (Deutschland).

Nicht nur in Brennstoffzellen kann Wasserstoff zum Vortrieb von Lkw dienen, sondern auch in H2-Motoren. Bosch entwickelt dafür die benötigten Steuergeräte sowie die Einspritztechnik und hat in Indien bereits ein Serienprojekt gewonnen.

Quelle: RND – Elektromobilität zu einseitig: Bosch-Geschäftsführer warnt vor Batterie-Knappheit / Bosch – Pressemitteilung vom 19.09.2022

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Herr Heyn, ich rate zur Vielfalt bei EU-Herstellern in Bezug auf Akkuzellen, Chips, PV- und Windkraftanlagen, damit es keine einseitige Abhängigkeit von China gibt bei der künftigen Energiewende in der EU – hier ist Vielfalt gefragt und nicht bei FCEV, BEV mit Verbrenner-REX, H2- und E-Fuel-Verbrennern.

Ich rate zur Meidung von Bosch Geräten! :-)

Ob dem Herrn Heyn überhaupt bewusst sein mag, dass Energiesparen allerstes Gebot ist !? Weniger Energie, weniger Importe und weniger Abhängigkeit. Das BEV ist und bleibt mit Abstand die Nummer eins im rollenden Verkehr. Dieser Heyni vertritt keine notwendige Entwicklung, er vertritt nur einen Hersteller, der möglichst gut und viel verkaufen möchte. Und da macht sich solch Querschläger von „Argument“ ganz gut, um vom eigenen Versagen, die Wende mit wegweisenden Produkten beantworten zu können ganz gut. Wasserstoff hat seine Berechtigung, nur nicht dort wo wir er sehr sehr gut substituierbar ist und wir somit nicht 60% Energie verschwenden. Außerdem wird sich das Thema FCEV von selbst erledigen. Im NuFa-Bereich alleine schon wegen der TCO und im Individualverkehr, weil diese schlichtweg zu teuer sind und auch bleiben werden.
Ein guter Rat wäre ihm mit auf den Weg zu geben. Macht endlich Eure Arbeit und entwickelt Technik die uns weiter bringt und lasst diese unsägliche Jammer-Lobby-Arbeit a la VDA Müller.

Es ist schon nicht mehr zum Zuhören Herr Heyn! Wasserstoff Gewinnung erfordert genau das, was sie aussagen, dass es zu wenig hat! Elektrischer Strom! Natürlich brauchen wir Möglichkeiten den Schwerverkehr umweltfreundlich zu machen! Die gibt es aber schon! Bosch braucht dabei wirklich niemand mehr! Hyundai macht schon Jahre lang Feldversuche in der Schweiz mit Wasserstoff LKWs ! Das es in Deutschland schwierig ist mit den ganzen Lobbys von jedem und allem, macht es nicht einfacher! Solange noch Fördergelder fließen in irgendwelche unsinnigen Projekte, solange sollte die Wirtschaft nicht so laut Jammern! Die Effizient Grafiken der Antriebsarten können sie sich selber herunterladen!
Die Autoindustrie braucht Chips, Kabelbäume und andere Teile für Batterien zu bauen! Was sie aber auch braucht, ist weniger Manager ohne Wissen die Gelder bekommen ohne Sinn und dafür fehlen die nötigen Spezialisten um endlich Programme zu schreiben, die dann auch funktionieren! Nun die Verkehrswende wird genau mit solchem Gerede über verschiedene Technologien aufgehalten! Es verunsichert den Endkunden und hilft im eine Entscheidung zu treffen die der Umwelt nicht hilft! „Ich behalte einfach meinen Alten und fahre ihn bis er gar nicht mehr reparierbar ist!“
Wir wissen alle, auch sie Herr Heyn, dass wir weg müssen von den Fossilen Brennstoffen, solange aus dem Auspuff Gift raus kommt, dass heisst wenn ich ein Auto in einem geschlossenen Raum laufen lasse und dabei Sterbe, dann ist es Gift! Herr Heyn mehr arbeiten und weniger reden, dann würden Chips und Elektrische Teile schon lange von Bosch gekauft, doch nur Importieren von Orten wo es auch keine hat funktioniert Heute nicht mehr!

Antriebsvielfalt ist hier der falsche Ausdruck, es geht eher um die Vielfalt der Energieträger – Akku oder Wasserstoff, oder vielleicht die Energie nicht chemisch sondern mechanisch speichern.

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