Volvos Designchef spricht vom „komplett recycelten Auto in einem abgeschlossenen Kreislauf“

Volvo C40 Recharge und Volvo P1800

Copyright Abbildung(en): Volvo

Die Elektromobilität ermöglicht es Autodesignern, die Gestaltung von Fahrzeugen komplett neu zu denken. Volvo-Designchef Robin Page sprach mit der Autogazette über mutiges Design und darüber, welchen Einfluss die Elektromobilität auf seine Arbeit nimmt. Als Beispiel orientiert sich der Brite am demnächst startenden Crossover C40, der erste Volvo, der ausschließlich als Elektroauto erhältlich sein wird. Und dessen Design an die Volvo-Ikone P1800 erinnern soll.

Volvo wolle „seiner skandinavischen Designsprache treu bleiben“, sagt Page zu Beginn des Interviews. Die schwedische Marke, mittlerweile im Besitz der chinesischen Geely-Gruppe, stehe „für ein klares Design, das sich mit zwei, drei Charakterlinien beschreiben lässt.“ Der Anspruch sei, das Design „einfach und logisch“ wirken zu lassen und dem Kunden „ein Gefühl von Wertigkeit zu vermitteln“, so Page. Für den Innenraum spricht Volvos Chefdesigner davon, „ein Stück Architektur erschaffen“ zu wollen.

Jetzt beginnt der Boom der Elektromobilität, welche „wirklich großen Einfluss auf das Design“ mit sich bringe. Sie verändere „nicht nur die Proportionen des Autos, sondern auch deren Identität“. Volvo wolle sich in dieser Transformation der Autobranche zwar seiner Tradition entlang hangeln. Die Formensprache allerdings werde sich „durch die neuen Möglichkeiten der Technologie“ ändern und innovativer werden. Page erwähnt eine Fahrzeugfront als Beispiel, wo es nun durch den Wegfall des Verbrenners keinen großen Grill mehr brauche, um Luft einzulassen. Die Räder können größer werden und zudem weiter in die Ecken des Fahrzeugs wandern, was den Radstand vergrößert. Und weil der Motor unter der Fronthaube entfällt, kann diese kleiner werden. Kurz: Die gesamte Front wird kürzer, was bei gleicher Fahrzeuglänge mehr Möglichkeiten im Innenraum zulässt.

Volvo C40 Recharge und Volvo P1800
Volvo

Im Innenraum könne der Platz für die Insassen deutlich optimiert werden, wie Page erklärt: Der Kunde profitiere zum Beispiel davon, „dass wir nun einen flachen Boden ohne Mitteltunnel verbauen können“, was einen Zugewinn an Platz und Beinfreiheit bedeutet. Eine große Herausforderung bleibe die Optimierung der Aerodynamik, so der Designer weiter: „Sie muss in Einklang gebracht werden mit den Gewohnheiten der Kunden und der Effizienz des Fahrzeugs“. Kunden wünschen sich „beispielsweise eine hohe Sitzposition und Funktionalität, aber auch eine hohe Effizienz, damit sie möglichst viel Reichweite haben und wenig laden müssen“, beschreibt Page den Spagat bei der Form. Hier bringt er den schnittigen Crossover C40 ins Spiel: Er biete „eine bessere Effizienz als der XC40, entspricht aber dennoch den Wünschen der Kundinnen und Kunden.“

Hier hakt Autogazette nach und sagt, dass von den genannten Freiheiten, welche die E-Mobilität bietet, beim C40 nicht viel zu sehen sei. Page rechtfertigt dies damit, dass das E-Auto noch auf der herkömmlichen Plattform des XC40 basiere. „Die Freiheiten und Visionen, von denen ich eben gesprochen habe, werden sie erst in den nächsten Generationen unserer E-Autos sehen“, erklärt Page.

Der mittelfristige Plan von Volvo sei, alle aktuellen Modelle als Elektroversion auf dem Markt zu haben, wobei jede neue Generation „ein weiterer Schritt zu einem modernen Design sein“ werde. Das Fahrzeug der Zukunft sei „ein komplett recyceltes Auto in einem abgeschlossenen Kreislauf“ – ein Ansatz, den neben Volvo einige weitere Autohersteller verfolgen. Und dann sei da ja auch noch das Thema autonomes Fahren: „Wir werden dann noch mehr Technologie ins Auto bringen – und das wird auch uns als Designer vor neue Herausforderungen stellen.“

Quelle: Autogazette – „Als Designer wünsche ich mir ein recyceltes Auto“

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Einfach nur peinlich, wenn Designchef Robin Page auf Nachfrage zugeben muß, dass [man] „Die Freiheiten und Visionen, von denen ich eben gesprochen habe, […] erst in den nächsten Generationen unserer E-Autos sehen [wird].
So ein krampfhaft umgebauter Verbrenner wirkt doch nur wie eine Rotzkiste gg. die Linienführung z.B. eines Volvo P1800 ES »Schneewittchensarg«

Von dave_7 – originally posted to Flickr as 1973 Volvo P1800ES, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4852314

Last edited 3 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Die Ähnlichkeit des C40 zum P1800 ist schon enorm ;-)))))
Aber jedes neue BEV ist eine Bereicherung

Was für alberne Sprüche. Wenn der C40 an den Schneewittchensarg erinnern soll, sieht der Frankfurter Messeturm so aus wie das Empire State Building. So a Schmarrn.

Wie meine Vorredner süffisant feststellten, irritiert es einfach, dass die meisten gängigen BEV sich nicht vom Verbrennerdesign trennen können, was Motorhaube, Kühlermasken bzw. deren nostalgische Imitate u.a. markante Elemente betrifft. Man stelle sich vor, die Evolution hätte nach dem großen Impact vor 68 Mio. Jahren die flinken und entwicklungsfähigeren Säugetiere noch ins alte Dino-Design gesteckt… Unterschied: Es gab noch keine Betrachter, die darüber den Kopf geschüttelt und sich an die Stirne getippt hätten.
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