nextmove warnt vor BAFA-Betrug: VW-Drillinge und ID.3 betroffen

nextmove warnt vor BAFA-Betrug: VW-Drillinge und ID.3 betroffen

Copyright Abbildung(en): BoJack / Shutterstock.com

Noch im November 2020 kam die Forderung von Bayerns Ministerpräsident die Elektroauto-Kaufprämie zu verlängern, die Prämiensummen aufstocken und Plug-In-Hybride stärker einbinden. Nachvollziehbar, wolle man die E-Mobilität stärken. Jedoch gilt es hier vorab einen Blick darauf zu werfen, wie man dies besser machen könnte. Denn wie Elektromobilitäts-Experten aufgezeigt haben, kam es über Betrugsmaschen unabhängiger Autohäuser mit VW-Drillingen und ID.3 zu einem Subventionsbetrug, in welchen Käufer unwissentlich hineingezogen wurden.

Wie nextmove erfahren hat kam es vermehrt zu „kreativen“ Rechnungslegung zur Erschleichung von Innovationsprämie beziehungsweise Umweltbonus für Neufahrzeuge oder Tageszulassungen. Betroffen davon waren vor allem die VW-Drillinge wie der Skoda Citigo, Seat Mii oder der VW ID.3. Diese wurden hierbei entweder als Neufahrzeug oder als EU-Reimport mit Tageszulassung (Zweitzulassung) teurer angeboten als es der “Förderfähige Gebrauchtpreis” zulässt. Dennoch wurde diese dann mit  BAFA-Fähigkeit in Höhe von 5.000 für junge Gebrauchtwagen beschrieben und beworben.

nextmove zeigt im aktuellen Video auf, wie es den freien Händler möglich war die “Förderfähigen Gebrauchtwagenpreis” trotz eines deutlich höheren Verkaufspreises vorzutäuschen. Hierbei kamen unterschiedliche Tricks zum Einsatz.

  • Rechnungssplit mit Zweitrechnung über “Sonderkosten für die Fahrzeugbeschaffung” bis zu ⅓ des Kaufpreises – nur zur Verwendung für den Kunden.
  • Bar-Anzahlungen für das Fahrzeug, die auf der finalen “BAFA-Rechnung” nicht ausgewiesen wird.
  • Händler übernimmt die BAFA-Antragstellung in Eigenregie und lässt das Fahrzeug 6 Monate auf sein Autohaus zu. Er gibt einen entsprechend reduzierten Kaufpreis mit Verweis auf einen “Mietkauf” an.

Die reine E-Auto-Vermietung zeigt im aktuellen Clip auf, dass die Masche der Rechnungsaufteilung erst nach Unterzeichnung des Kaufvertrages deutlich wird. „Durchschaubar sind die Tricks nur dann, wenn man sich mit der sehr komplexen Rechtslage auskennt“, erklärt nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller. „Bei der Berechnung des ‘Förderfähigen Gebrauchtwagenpreises“ sind einige Faktoren zu berücksichtigen, so Moeller. Korrekterweise dürfen nur 80 Prozent des Listenpreises inklusive der kompletten Sonderausstattung angesetzt werden, um dem Wertverlust eines gebrauchten Fahrzeugs gerecht zu werden. Hingegen sei bei Anträgen für Neuwagen nur der Preis der Grundausstattung relevant.

Durch solche Betrugsmaschen wird vor allem der Steuerzahler, der die Erschleichung der Subvention bezahlen muss, als auch seriöse Händler, die die Fahrzeuge zu fairen Preisen anbieten, geschädigt. Zudem sind natürlich auch die Käufer der E-Fahrzeuge betroffen, welche den Betrug kaum durchschauen können. Aber eventuell auf einem abgelehnten BAFA-Antrag sitzen bleiben. Dies könne man laut Moeller dadurch verhindern, dass man vor dem Kaufabschluss gezielt beim Händler nachfragt, und sich im Zweifelsfall vorab eine Musterrechnung schicken lässt.

Denn eins sollte man nicht vergessen, beantragt ein Kunde die BAFA-Förderung mit falschen Angaben, steht auch er im Verdacht des Subventionsbetrugs. Möglicherweise muss er dann beweisen, dass er unschuldig ist. Im nachfolgend eingebetteten Youtube-Clip von nextmove richtet der E-Auto-Verleiher seinen Fokus auf Sebastian B., der gemeinsam mit seinem Vater einen ID.3 kaufte und von einem solchen Betrug betroffen ist. Denn bei der Antragstellung zum Umweltbonus passten die Daten nicht. „Eigentlich wollten wir mit dem Umstieg aufs E-Auto etwas Gutes für die Umwelt tun. Aber solche Probleme hatte ich echt nicht auf meiner Checkliste beim Autokauf.“ Das BAFA selbst ist für allgemeine Anfragen von Kunden telefonisch und per E-Mail kaum erreichbar – insofern sind die Kunden auf die Erfahrungen der Autoverkäufer angewiesen, und in den von nextmove gezeigten Fällen ausgeliefert.

Quelle: Nextmove – Per Mail

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Wenn es um Betrug geht, dann ist VW nicht weit. Auch wenn VW hier nichts dafür kann, so hat man bestimmt davon gewusst und weggeschaut. Hauptsache man kann gute Zahlen vermelden und Fehler beim Zählen, das kann ja jedem mal passieren.

Der Betrug wird hier größtenteils von freien Händlern begangen, die nichts mit VW zu tun haben. Auch andere Modelle sind teilweise betroffen, besonders wenn diese sehr begehrt sind und die Lieferzeiten entsprechend lang sind. Im letzten Jahr ist mir ähnliches bei Fahrzeugen von Hyundai und Kia aufgefallen. Besonders oft gab es dubiose Angebote für den Hyundai Kona und den Kia Soul. Da wurden teilweise Tageszulassungen als förderfähig bezeichnet, obwohl noch 90 % des Listenpreises verlangt wurden.
VW hätte nur eine Möglichkeit diesen Betrug unattraktiv zu machen, nämlich die Lieferzeit senken und deutlich mehr Fahrzeuge an Endkunden ausliefern. So ist ein Gebrauchtes Auto zum überzogenen Preis kein gutes Angebot für den Kunden mehr.

sooo unschuldig kann VW auch nicht sein, wenn man 2020 einen großen Teil an Eigenzulassungen hatte um mit möglichst vielen zugelassenen Fahrzeugen die CO2 Ziele zu erreichen und diese Fahrzeuge jetzt in den Markt bringen möchte ohne große Einbußen. Das wird nicht nur vom einzelnen Händler verursacht sein.

Die Sache mit den Eigenzulassungen ist seit Jahrzehnten bei allen Massen-Herstellern mit Händlernetz und großer Beschäftigtenzahl in Deutschland völlig normal (auch in diesen Größenordnungen !!!) und hat völlig logische und nachvollziehbare Gründe ohne Betrugsverdacht (ebenfalls seit Jahrzehnten) und wurde völlig sinnfrei skandalisiert.
An der ganzen Eigenzulassungs-Geschichte ist schlicht nix, gar nix, so absolut überhaupt nix dran.

Das mag sein, aber es wird die BAFA Förderung entgegen der Regelung erschlichten, das ist der Punkt, ein bereits zugelassenes Fahrzeug kann nur deutlich günstiger verkauft werden als neupreis, sonst gibts keine Förderung.

Das ist ja soweit korrekt, nur Frage ich mich schon, warum man einem Hersteller an dieser Stelle auf Krampf einen Betrug unterstellt, obwohl klar ist, dass diese Unterstellung an den Haaren herbeigezogener Unsinn ist? Weil es unabhängige, freie Händler sind, die den privaten Kunden über den Tisch ziehen?

Diese sinnbefreite VW gehate nimmt bei einigen schon manische Züge an.

Das gehate kommt nicht ungefähr, das ist ein Schuh den sich VW Anziehen muss. Und wer mehrmals in der Vergangenheit mit betrug auffällt… Tja. Hinzu dann noch die massiv nachlassende Qualität, und die schnell zusammen geschusterten ID.3 und ID.4.

Da kann ich nur Zustimmen. Ich habe bei vielen Ladestations-Gesprächen mit VW E-Autobesitzern nicht die Zufriedenheit gehört, die mir die Besitzer anderer Marken mitgeteilt haben.

da ist der gesetzgeber auch mit schuldig durch die viel zu komplizierten regeln zur Bafa.
Schnellste möglichkeit den Betrug zu stoppen wäre keine förderung für gebrauchte nur erstzulassungen dürfen gefördert werden Problem gelöst. Noch besser wäre es die Förderung abzuschaffen da sie sowieso nur eine verdeckte Herstellersubvention ist mit dem gesparten geld lieber investieren um die Strompreise zu halbieren wäre viel sinnvoller und alle Bürger hätten was davon

Also die Beantragung bei der Bafa ist ganz einfach. Auch das Geld kam nach 10 Wochen. Der Gestzgeber hat diese Regelung der Förderung nicht selbst ins Leben gerufen, der Vorschlag kam vom VDA. Da spielt der Lobbyismus eine große Rolle. Und alle anderen Argumentationen sind Ablenkungen von den Problemen der Automobilbranche. Ich habe mich nach dem ganzen Betrug von VW und der unzureichenden Entschädigung entschlossen ein E-Auto zu kaufen, das gar nichts mehr mit dem VW-Konzern zu tun hat. Und ich fahre sehr gut damit. VW gibt es auf meinem Hof nicht mehr. Verwunderlich ist außerdem dass der VW-Konzern nach dem großen Gejammer einen 10 Milliarden-Gewinn verkündet. Das macht doch jede weitere Handlung dieses Konzerns zweifelhaft.

VW hat betrogen und es ist nicht asuzuschließen, dass dies auch wieder ein Fall wird der unter den Tisch fällt.
Das wird genauso im VDA (alle am Produktions- und Vermarktungsprozess beteiligte im Automobilmarkt) geregelt, wie die Tatsache dass alle Hybrid-Verbrenner nach Ablauf von 7 Jahren nur noch 15% Restwert haben. Da sitzen natürlich auch die Autovermittler und die Leasingvertreter mit am Tisch, an dem die Käufer (Opfer) auch noch zu Tätern macht. Abgekartetes Spiel!

15% Restwert nach 8 Jahren hat ein Modell S. Auch wenn er noch 20 hätte ist der Abschreibern zu gross.Hybrids können auch mit 50% Akkuleistung weitergefahren werden, aber dieselben halten länger weil der Verbrenner nur Teillast läuft.

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