Der Kampf um die Ladesäulen ist eröffnet

Der Kampf um die Ladesäulen ist eröffnet

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 2005462247

Mit dem EU-Klimapaket wächst der Druck, das Netz für E-Ladesäulen auszubauen. Vor allem Energieunternehmen investieren in den noch jungen Markt und suchen zunehmend nach Standorten.

Mehr als 4000 Ladepunkte unterhält etwa Marktführer EnBW – und damit mehr als jeder andere im Land, meldet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf das Ladesäulen-Register des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Demnach tummeln sich rund 2400 Anbieter auf dem wachsenden Markt und bieten mit ihren Ladesäulen Strom für die inzwischen etwa eine Million E-Autos und Plug-in-Hybride. Mehr als 40.000 Ladepunkte zählt der Verband.

Das seien zwar weit weniger als die eine Million, die sich die Bundesregierung bis 2030 zum Ziel gesetzt hat, um zehn Millionen E-Mobile zu versorgen, heißt es. Angesichts der ambitionierten Klimaziele der EU-Kommission, wonach die Emissionen von Neufahrzeugen ab 2035 bei null liegen müssen, dürften es sogar 14 bis 15 Millionen werden. Doch mit Schnellladestationen könnte der Bedarf sogar sinken.

Angesichts der mittlerweile zur Verfügung stehenden Schnellladekapazitäten werden wir weit weniger als die von der Bundesregierung unterstellten eine Million Ladesäulen benötigen„, zitiert das „Handelsblatt“ den Leiter der E-Mobilitäts-Sparte von Eon, Mathias Wiecher. Grund seien die Ladekapazitäten je Säule, die mit bis zu 300 Kilowatt weit höher lägen als die einst mit 50 Kilowatt prognostizierten Werte.

Der Fokus verschiebe sich derzeit deutlich in Richtung Schnelllade-Hubs mit mehreren Ladepunkten, die zudem höhere Leistungen ermöglichen, heißt es demnach auch  beim Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). Seine Mitglieder, die Stadtwerke, würden mehr als die Hälfte der Ladepunkte im öffentlichen Raum stellen.

Vor allem die Energieversorger investieren in den noch jungen Markt. In der BDEW-Liste folgen auf dem zweiten Platz Allego, eine Tochter des niederländischen Netzbetreibers Alliander, danach kommen die Eon-Tochter Innogy und Regionalversorger wie EWE, die Stadtwerke München oder die Stromnetz Hamburg GmbH.

Doch die Reihenfolge ist laut „Handelsblatt“ nur bedingt aussagekräftig. So sei etwa Eon die wahre Nummer eins: Ergänzt um die Aktivitäten seiner Regionalversorger zähle das Unternehmen 5000 Ladepunkte. Öl-Multi Shell werde mit seiner Tochter Oil lediglich mit 20 Ladepunkten geführt, betreibe aber weit mehr Ladesäulen – etwa durch Zukäufe wie New Motion oder durch die Kooperation mit Ionity, dem Joint Venture von BMW, Daimler, Ford und VW. „Aktuell bieten wir rund 140 Ladepunkte an 68 Shell-Stationen an„, wird eine Shell-Sprecherin zitiert. Bis 2030 sollen es 3000 Schnellladepunkte an 1000 Tankstellen sein.

Markführer EnBW unterhält bundesweit nach eigenem Bekunden mit rund 600 Standorten das größte Schnellladenetz Deutschlands. Bis 2025 sollen es 2500 sein. Das seien mehr Standorte als die Mineralölunternehmen Tankstellen hätten. Angesichts knapper Flächen kooperiert EnBW mit dem Handel. So baut der Konzern an 50 Standorten der Drogeriemarktkette dm Schnelllader auf. Für insgesamt 1000 Standorte seien Machbarkeitsstudien beauftragt.

Parkplätze des Handels sind wertvoll für jeden Ladesäulen-Betreiber, heißt es. Unternehmen wie Ikea bieten schon an jedem Standort Lademöglichkeiten an. Es sei nicht nur Aufgabe der Politik, sondern auch der Unternehmen, erklärte eine Sprecherin das Engagement. Laden könnten die Kunden kostenlos.

Der Mineralölkonzern BP will mit Aral selbst führender Anbieter für ultraschnelles Laden werden. Bis Ende des Jahres sollen 500 Schnellladepunkte an mehr als 120 Aral-Tankstellen eingerichtet werden. schaffen. Aktuell seien es 136 Ladepunkte an 32 Stationen. Auch 2022 soll der Ausbau weitergehen. Dazu kooperiert BP mit Volkswagen. Das Ziel: europaweit Ladesäulen an 4000 BP- und Aral-Tankstellen, der Großteil in Deutschland und Großbritannien.

Das Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklung genau und hat eine Untersuchung des Marktes angekündigt. Schließlich sei es selbst für Konzerne wie Shell oder BP nicht leicht einzusteigen. Je nach Standort vergehe von der Entscheidung zum Bau bis zur Fertigstellung im Durchschnitt ein Jahr. Der Großteil der gemeldeten Ladesäulen sei denn auch in Besitz von regionalen Stromanbietern oder Stadtwerken sowie Gemeinden und Städten – und weniger von privaten Unternehmen. So führt das Ladesäulenregister gerade 300 Autohäuser sowie 115 Hotels und vor allem sehr viele Anbieter mit nur einem oder zwei Ladepunkten.

Nachdem sich die Energiebranche jahrelang zurückgehalten hätten, steige nun angesichts der wachsenden Zahl von Elektroautos auch die Chancen, mit einer Ladesäule Geld zu verdienen, wird BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae zitiert. In der Fläche allerdings rechne sich der Betrieb immer noch nicht“, sagte Eons E-Mobilitäts-Chef Wiecher. Die Bereitschaft der Kunden, an einer Ladesäule mehr zu bezahlen als an der heimischen Wallbox, müsse noch gesteigert werden.

Der Ökostromanbieter Lichtblick beklagt angesichts der Aktivitäten der Energieversorger fehlenden Wettbewerb. „Meistens sind es die regionalen Stromversorger, die sich das Monopol der Ladeinfrastruktur sichern„, wird Chefjurist Markus Adam zitiert. Die Stromversorger profitierten „von den Synergieeffekten aus der Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern – in der Regel Tochter- oder Schwesterunternehmen im gleichen Konzern.

Quelle: Handelsblatt – Der Überbietungswettbewerb: Wettlauf um Ladesäulen hat begonnen

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Der Kampf um die Ladesäulen ist eröffnet“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
34 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

„Die Bereitschaft der Kunden, an einer Ladesäule mehr zu bezahlen als an der heimischen Wallbox, müsse noch gesteigert werden“ Unsinn der Deutsche Haushaltstrom ist schon der teuerste Weltweit die Preise an den Ladesäulen müssen sich dem Haushaltspreis anpassen, aber dazu ist der Staat gefordert dafür zu sorgen das der ladestrom entsprechend von Steuern und Abgaben entlastet (an der Börse kostet der Strom gerade mal läppische 5Cent) wird damit er zum Haushaltstarif angeboten werden kann und die Unternehmen auch was verdienen können

1+
das werden die nächsten Verbrecher nach den Ölmultis -.-

Wir brauchen nicht noch mehr Subventionen für Elektroautos. Strom ist Strom – unabhängig von der Verwendung. Die meisten Komponenten des Strompreises sind ja Kosten. Was nicht viel, aber ein wenig ausmachen sollte: Den Höchstspannungsnetzbetreibern wird eine Rendite von über 7% zugebilligt. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Und auch auf den anderen Netzebenen sollte mehr Druck auf Einsparungen gemacht werden. Als Geringverbraucher in meiner Zweitwohnung (Wochenendpendler) zahlte ich über ein Drittel der Gesamtrechnung für Netznutzungsentgelte.

Der Strompreis an den Schnelladesäulen muss sogar noch erheblich steigen!

  • Um die Ladesäulen überhaupt wirtschaftlich betreiben zu können. Im Moment wären die Teile ohne massive Förderung beim Ausbau ein Verlustgeschäft.
  • Um die in Zukunft zu erwartenden Verluste durch die hohe Besteuerung bei Benzin und Diesel auszugleichen. Fast 4 Euro werden für 100 km Fahrtstrecke mit einem Benzinfahrzeug mit 6 Litern Verbrauch als Energiesteuer fällig. Dagegen kommen bei einem vergleichbaren Elektroauto mit einem Verbrauch von 15 kWh pro 100 km nur 31 Cent zusammen. Wird der Staat da in Zukunft drauf verzichten können und wollen? Ich denke nicht…

Oder es muss eine kilometerabhängige KFZ-Steuer für alle kommen, die erheblich höher ist als die heutige „Registrierungsgebühr“.

Wie schon mal geschrieben – wenn bei Benzin und Diesel der 5-fache Preis des Rohöls reicht, dann sollte das auch beim Ladestrom reichen.

Braunkohleanlagen … zwischen 4,59 bis 7,98 Cent pro Kilowattstunde.

Steinkohlekraftwerke … zwischen 6,27 und 9,86 Cent pro Kilowattstunde.

Gas- und Dampfkraftwerken (GuD-Kraftwerke) … zwischen 7,78 und 9,96 Cent pro Kilowattstunde.

Gestehungskosten für Atomenergie beliefen sich aber ungefähr auf 13 Cent pro Kilowattstunde.

Onshore (an Land) Windenergie … zwischen 3,99 und 8,23 Cent pro Kilowattstunde.

Offshore-Anlagen (im Meer) Gestehungskosten von 7,79 bis 9,95 Cent pro Kilowattstunde.

PV-Anlagen zwischen 3,71 und 11,54 Cent pro Kilowattstunde. … kleine Dachanlagen … am teuersten.

(Quelle: quarks.de – März 2019)

Selbst wenn man mit 8 Cent rechnet, dann dürfte die kWh an der Ladesäule nur 40 Cent kosten.

Bei einem E-Auto mit 20 (25) kWh pro 100 km wären es dann 8 (10) Euro auf 100 km.

An der Macht der 4 großen deutschen Versorger hat sich wenig geändert. Die Regierung und die Lobby arbeitet mit Hochdruck daran deren Monopol weiter zu erhalten. Deren Ökostrom ist nach wie vor überwiegend aus alten, längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken. Der Ausbau neuer Kraftwerke innerhalb von Deutschland hingegen wird max. von einem der 4 großen etwas vorangetrieben. Alle bleiben hinter den Erwartungen zurück. Man bekommt halt noch zu viel Geld für das Abschalten von Kohlekraftwerken.

Wenn Strom jetzt immer mehr kostet, werden denn dann die Autos wenigstens zukünftig günstiger? Habe bis jetzt nichts unter der 12000 Euro marke gefunden und finde das ist schon ne ganze Stange Geld

Ich fürchte, das ist dein Ernst. Ich finde übrigens, dass ein Neuwagen deutlich teurer als 12.000 € sein sollte. Es muss nicht jeder ein Auto fahren. Die Verkehrswende ist das nicht.

Elektroauto Gebrauchtwagen werden ja auch kaum günstiger. Ein gebrauchtes Model 3 geht fast noch für den Neuwagenpreis nach Abzug der Förderung weg.

Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die für 15-20k zu haben sind, was heute vergleichbar motorisierte Verbrenner schon deutlich unterschritten haben.

Jeder Bürger hat dieselben Rechte. Wieso sollen nur Reiche E-Autos fahren? Die Reichen sollen in allen Bereichen ewig privilegiert sein? Das führt zu noch tieferer Spaltung der Gesellschaft.

Jeder Bürger hat die gleichen Rechte. Ich will auch Olympiasieger in einer Frauendisziplin werden. Bin zwar ein Mann, möchte aber gleiches Recht

Dacia Spring nach Abzügen unter 12.000 VW E-up war auch nach Abzügen in der Region. ( leider nicht mehr so einfach zu bekommen) Und Gebrauchte Renault Zoe’s gibt es auch für die Preisspanne.

Hab hier was gelesen, die wollen die 10.000€ Marke unterbieten, finde das schon sehr ambitioniert… Elektroautos müssen für mich nicht günstiger, sondern eher besser werden…
https://elektroroller-futura.de/blog/93_elektroauto-e-auto.html

Alle bauen jetzt HPC Charger auf, um auch ein Stück vom zukünftigen Kuchen abzubekommen. Trotzdem könnte es in den letzten nächsten Monaten an den Chargern der Hauptrouten etwas eng werden, wenn die kWh 30c kosten würde. Zum Glück ist sie aber viel teurer, so dass ich in Ruhe und ohne Wartezeit laden kann. Sehr lustig, wie man die Mitbürger durch ein paar Cents mehr oder weniger steuern kann. Dabei ist Reisen grundsätzlich teuer, wenn man das einmal so akzeptiert hat, ist die Welt ganz einfach.

was ist bitte daran lustig dem Otto-Normal Bürger die Mobilität zu verweigern!!!!
wenn das mit den Preisen sio weitergeht werde ich und Millionen Otto-Normal-Bürger und Verdiener auf Hartz 4 umschulen müssen, da wenn die Mobilitätskosten den Verdienst überschreitet nichts mehr anderes übrigbleibt, besonders wenn man auf dem Land lebt wo es nahezu keinen vernünftigen ÖVP gibt.
Aber ich denke solche „Leistungsträger“ wie sie einer sind sind sicher gerne bereit für leere Straßen den zukünftigen Harztlern das Hartz 4 zu bezahlen.

Die Wahrheit ist: Mobilität ist teuer. Und das ist gut so. Für die Umwelt ist sie nicht gut. Warum muss Hinz und Kunz aus Jux umherfahren? Das ist kein Grundrecht.

Ich wage mal zu behaupten: was dem Landei das Windrad ist – nämlich ein Dorn im Auge – wird dem Städter die Ladesäule werden. Wenn diese im Viertel wie die Pilze aus dem Boden spriessen werden da nicht alle mit glücklich werden – selbst einige Befürworter der Energiewende nicht.

Die meiste Zeit steht ein Auto, in Zukunft sollte zumindest an jedem Stellplatz eine per RFID freischaltbare Steckdose sein, mehr braucht es im Grunde nicht um den Akku im Alltag voll zu halten.
Richtige Ladsäulen sind nur an den Hauptverkehrsadern für die Langstrecke notwendig. Die 2x22kW AC Säule auf dem Lidl-Parplatz ist schon „Overkill“. Lieber stattdessen 6 Steckdosen.

Richtig. „…und sie suchen Standorte für Ladesäulen..“ Joo mei, wo san’s denn Standorte? Sind doch genug da! Sogar BP und Shell bieten an. Natürlich funktionieren die nicht und die KWH ist dann auch teurer. Und dann das Gezeter mit den Plug-in-Hybriden – übrigens der zweitgrößte Betrug an der Menschheit ( Fritz Indra). Selten soviel unqualifiziertes Durcheinander gelesen…

Heute werden immer noch viele günstige Elektroautos mit sehr langsamer Lademöglichkeit ausgeliefert.
Wenn ein Elektroauto an der Wechselstromsäule nur mit 7,2kW lädt, ist der Umsatz pro Stunde deutlich geringer als bei der Nutzung mit 11 oder gar 22 kW und man braucht mehr Säulen für die gleiche Fahrzeuganzahl.
Bei Gleichstromladung ist es ähnlich, Fahrzeuge mit Peak-Ladeleistungen die deutlich unter der Maximalleistung der Säule liegen belegen die teuren Säule zu lange.
Am wirtschaftlichsten ist es wenn die maximale Ladeleistung von Säule und Fahrzeug identisch ist, wie es bei Tesla der Fall ist.

Liebe Parkplatzplaner, bitte stellt die Ladesäulen auf Parkplätzen nicht an prominenter Position in die erste Reihe, sondern in die letzte. Ich habe das Gefühl, dass mit zunehmender Verbreitung der Plugin Hybriden diese als Alibi für einen Parkplatz in Pole Position genutzt wird, nicht weil man laden müsste, sondern weil man dort mit eingestecktem Stecker parken darf. Ich schätze, wenn die in letzter Reihe stünden, wären die viel seltener von solchen Vögeln belegt, die stundenlang die Parkplätze blockieren. Vor allem, weil man als E-Auto-Fahrer auf diese Ladeplätze angewiesen ist, während es für die Plugin-Fahrer ein Nice-to-Have ist. Gilt natürlich im selben Maße für E-Autos, die gerade eigentlich nicht laden müssten.

Es mangelt an Ladeetikette: Nur laden, wenn es wirklich notwendig ist und noch wichtiger: Ladesäule unmittelbar freimachen sobald der gewünschte Ladestand erreicht ist. Aber bei dem sich immer weiter verbreitenden Egoismus bleibt das wohl Wunschdenken.

Farnsworth

Sie können doch nicht erwarten, dass man umparkt nachdem an der innerstädtischen Ladesäule das Auto voll ist. Man stellt hin, tut was man tun wollte und geht dann wieder, wenn man fertig ist. Das Gleiche gilt beim Arbeitgeber. Bei meiner Letzten Arbeitsstelle musste ich nach den Parken im firmeneigenen Parkhaus, je nach dem welches es geworden ist von den 5, noch 12 Minuten zum Arbeitsplatz laufen oder sogar den Werksbus nehmen. Natürlich gehe ich da nicht irgendwann zurück und parke um, da verliere ich mit Parkplatzsuche 45min. Wie weltfremd kann man eigentlich sein?
Dann immer das sich selbst widersprechen beim PHEV. Nicht laden –> ganz böse. Laden –> Auch nicht recht. Die öffentliche Infrastruktur ist für alle da, ich habe sie schließlich mit meinen Steuergeldern mit bezahlt! Ein Anrecht auf die Säule haben Sie in Ihrer Garage und nur da.

Wie egoistisch kann man eigentlich sein:
wenn ein „Plugin Fahrer mit einer 10 KWh Batterie eine elf KW Ladesäule „blockiert“ muss ja spätestens nach Vollladung (Max 2 Stunden weg sein) – wenn nicht müssen Blockiergebühren wie bei EnBw fällig werden.
Wenn Sie das in Ihrem Fall Arbeitsplatz so nicht hinbekomme, dann haben Sie wahrscheinlich das falsche Auto – oder den falschen Arbeitsplatz.

Die meisten Arbeitnehmer lecken sich nach dem Arbeitgeber, der im Raum Sindelfingen 35.000 Mitarbeiter beschäftigt, die Finger. Aber das bedingt eben auch mal etwas längere Wege, nachdem das Auto schon steht.
Die Menschen gehen mit Blockiergebühren kreativ um: Nicht mein Stil, aber wie häufig ich jetzt schon BEVs in der Innenstadt an Ladesäulen mit Stecker drin, aber ohne gestarteten Ladevorgang gesehen habe, geht auf keine Kuhhaut. Sind vermutlich die Gleichen, die sich aufregen würden, wenn da ein PHEV lädt, sind ja schließlich „Ihre Parkplätze“. Bei Blockiergebühren stelle ich persönlich einfach die Ladegeschwindigkeit im Bordcomputer auf „niedrigste“, dann habe ich ein paar Stunden Zeit.
Darum haben Blockiergebühren an Parkplätzen in der Innenstadt auch nichts verloren. Natürlich verlasse ich die Theatervorstellung / das Schwimmbad / den Zoo / das Restaurant nicht mittendrin um mein Auto um zu parken. Gerade in der Stadt steht das ja gar nicht zwingend direkt dort wo ich mich gerade aufhalte, sondern ich habe mich 20min zu Fuß bewegt. Hält man sich als sozialer BEV-Fahrer immer in Rufweite zu seinem Auto auf?! Wie gesagt – weltfremd. In der 100% batterieelektrischen Zukunft muss schlicht und ergreifend sicher gestellt sein, dass gilt: 1 Stellplatz = 1 Lademöglichkeit (Im Zweifel auch Einphasig).
An Schnellladsäulen habe ich für das Konzept „sofort weg wenn voll“ vollstes Verständnis. Jedenfalls bedingt, ich würde am Rasthof schon noch gerne in Ruhe fertig essen können und nicht sofort zu Säule sprinten müssen. Ist ja schließlich immer eines der großen Verkaufsargumente: „Man geht einfach in Ruhe Mittagessen oder Einkaufen und hinterher ist das Auto voll“.

Last edited 2 Monate zuvor by Dagobert

So eine arrogante Argumentation kann ja nur von einem Mitarbeiter der alten OEMs kommen 😉
Ladeetikette lernt Ihr sicher auch noch irgendwann – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt 🙂

Ehemaligen Mitarbeiter, ich bin inzwischen unter die Zulieferer gegangen. Da kann mir egal sein wer das Rennen macht. Sie glauben mehr Zustrom zur E-Mobilität wird für mehr Etikette sorgen? Tapfer…

Das mit der reduzierten Ladegeschwindigkeit wir der Betreiber der Ladesäule bestimmt toll finden, dass da jemand die Infrastruktur länger belegt als eigentlich notwendig.

Ich würde noch mal in mich gehen und mein Ladeverhalten überdenken. Ich parke um wenn voll. Und nein, man muss nicht in der Nähe sein. Es gibt einen Timer, der einem sagt: in 2:40h fertig. Und dann kann man auch einplanen am Auto zu sein. Das hat einfach was mit Organisation und Sozialverhalten zu tun.

Wenn ich nur so in die nächste oder übernächste Stadt fahre, brauche ich ja auch gar nicht zu laden. Ich komme ja wieder nach Hause … zumindest mit einem BEV.

Farnsworth

Ich sage, doch dass der Egoismus siegt. Meine Möhre lädt ja leider auch nur mit 7,2kW. Aber wenn ich mal auswärts an AC laden muss, dann ist mein Akku ja auch relativ leer. Also stecke ich den Wagen an und gucke, wann der Wagen meint fertig zu sein. Dann weiß ich, wann ich wieder da sein muss um umzuparken. Und selbstverständlich tue ich das. Ja, mein Gott, wenn ich 10 Minuten später da bin, weil irgendeine Aktivität doch länger gedauert hat, dann ist das so. Aber in der Regel kann man das alles so einrichten, dass man an der Ladesäule ist, wenn der Wagen fertig ist.

Ein Beispiel: Tagesausflug zum Timmendorfer Strand(ich brauchte also einen vollen Akku um zurück zu kommen). 7 Ladeplätze angefahren, 2 waren von E-Autos belegt, der Rest bis auf eine waren von Plugins belegt. Die eine war für die Touriinfo reserviert. Da habe ich dann angerufen und durfte da laden. Als ich nach 3 Stunden zurück kam, standen dort wo ich mein Auto lud immer noch 2 von den Plugins und auf dem anderen Parkplatz, wohin ich mein Auto umparkte immer noch der Plugin, das E-Auto war weg.

Ich empfinde es als großen Fehler, das Plugins ein E Kennzeichen bekommen haben. Sie hätten ein P Kennzeichen bekommen sollen, zur späteren Differenzierung. Sie sind nämlich ein absoluter Designfehler. Aufgrund ihrer kleinen Batterie muss man sie im Grunde ständig laden. Solange man das zu Hause oder beim Arbeitgeber an einem dedizierten Stellplatz tun kann ist das ja in Ordnung. Durch den Tank fehlt einem offenbar die Sensibilität, dass andere nur auf ihre Akkuladung angewiesen sind. Ein E-Auto muss ich nur alle paar Tage laden. Selbst auswärts werde ich nie ständig Ladesäulen blockieren, sondern nur, wenn es nötig ist. Aber wenn es nötig ist, dann fallen einem immer wieder die durch Plugins belegten Ladesäulen auf, die da immer noch parken, während man selbst umparkt.

Wenn ich weiß, dass mein Auto in 2Stunden voll ist, kann ich ins Restaurant gehen und danach immer noch mein Auto umparken. Müsste mein Auto nur eine Stunde laden, dann würde ich es gar nicht erst aufladen, wenn ich essen gehen wollte. Dann brauche ich auch nicht rauslaufen.

Farnsworth

Die Elektromobilität ist mehr was für coole, entspannte Leute. Alle gestresste Menschen sollten die Finger davon lassen. Man trifft sich an der Ladesäule, tauscht Geschichten aus und lädt nebenher das Auto.
Bei uns in den Nachbarstädten darf man nur 2h am Stück laden, was ich für etwas wenig halte. 4h AC laden sind aber ausreichend. Selbst unsere Autos von 2019 können so 70% (einphasig) nachladen.
Und ja, ich stehe auch mit meinem PHEV auf Ladeplätzen und lade ihn in 2h fast voll.

Störend sind nur die normalen Autos die Ladesäulen zuparken. Mit unserem BEV ist dies aktuell das grösste Problem. Meist sind Einzelsäulen wild verteilt in den Städten vorhanden, so dass man lange umherfahren muss bis man was freies findet.

Auch Tankstellen werden immer seltener und man muss Umwege in kauf nehmen um diese zu erreichen. Vergleicht man die Reichweite von Benzinern und EVs sollte die Dichte der Ladesäulen wesentlich dichter stehen.
Ich befürchte, dass es aber später so wie bei der Mobilfunkabdeckung sein wird: LTE in Städten und entlang der Autobahn, bei uns auf dem Land…..Funklöcher ohne Ende.

Drum prüfe, wer sich (BEV mäßig) ewig bindet 🙂
Vor allem welches Fahrzeug er sich kauft 😉

Das Tesla-Netzwerk wird demnächst geöffnet. Hat man schon mal 90 Stationen mehr.

Ich habe keinerlei Bedenken, dass wir die Lade-Infrastruktur hinkriegen. Es sind öffentliche, private und gewerbliche Investments in die Zukunft. Hinzu kommt, dass in den 12 Millionen deutschen Garagen noch enorm viel Potential für private Lade- Infrastruktur steckt.
Tanken dagegen kann ich privat nicht. Tankstellen werden individuell Kapazitäten abbauen müssen oder ganz schliessen, denn niemand investiert in den sehr bald offensichtlich schrumpfenden Markt. Am Ende fehlen Zapfsäulen für noch viele übrige Verbrenner.

@ Dagobert den Ladesäulenblockierer:
Zumindest bei Tesla wird es für Fremd-„lader“ wie Dich künftig teurer werden 🙂
Laut Elon Musk wird es für „Langsamlader“ oder gar „Blockierer“ für nicht Tesla Besitzer am Supercharger (hoffentlich empfindlich) teurer werden.
Und Du weißt ja – Tesla leads the way 😉
So wird auch der Rest der Industrie merken – time is cash (aber vielleicht hast Du ja Glück und Ionity kann das softwaremäßig nicht steuern)
Time will tell.

Autofahren & Strom ist nicht zu teuer, sondern zu billig. Wer wertvolle Ressourcen in sein 300PS SUV lädt/ tankt soll auch dafür entsprechend blechen. Wem das zu teuer ist der hat genug günstigere (und umweltfreundlichere) Alternativen

Last edited 2 Monate zuvor by Nik

Diese News könnten dich auch interessieren:

Catch „E“ if you can: Die Michigan State Police hat den Ford Mustang Mach-E getestet
Rückruf: Ersatzakkus für Chevy Bolt / Opel Ampera-e sollen ab Mitte Oktober geliefert werden
Stella Vita: Erstes solarbetriebene Wohnmobil der Welt
34
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).