Gerüchteküche brodelt: Baut Avatr künftig E-SUV von HiPhi?

Gerüchteküche brodelt: Baut Avatr künftig E-SUV von HiPhi?
Copyright:

Shang Saal / Shutterstock / 2306612575

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

In diesen Tagen berichten mehrere chinesische Medien darüber, dass der in Schieflage geratene Elektroauto-Bauer HiPhi vor einer mehrheitlichen Übernahme durch den großen Mitbewerber Changan stehen könnte. In den Gerüchten werden offenbar 51 Prozent des Unternehmens als Übernahmemasse kolportiert. Wie CarNewsChina (CNC) berichtet, könnte die Changan-Marke Avatr künftig das E-SUV von HiPhi produzieren. In trockenen Tüchern sei der Deal allerdings wohl noch nicht.

HiPhi geriet Anfang des Jahres in die Schlagzeilen, als das Unternehmen zunehmend in finanzielle Schieflage kam und Mitte Februar schließlich verkündete, die Produktion für ein halbes Jahr aussetzen zu müssen. „Die Auszahlung der Januar-Gehälter wurde bis Ende Februar verschoben. Danach sollten alle Gehaltszahlungen schrittweise zurückgefahren werden, so dass die im Unternehmen verbliebenen Mitarbeiter ab Mitte März nur noch den Mindestlohn erhalten würden“, schreibt CNC.

Beide Unternehmen haben demnach auf Anfrage die anstehende Übernahme zumindest nicht dementiert. HiPhi äußerte sich dahingehend, dass eine öffentlich nicht gemachte Erklärung auch nicht online bestätigt werden könne. Und Avatr antwortete dem Bericht nach etwas kryptisch, aber durchaus vielsagend: „Nach internem Verständnis verfügen wir derzeit nicht über diese Informationen.“ Die kursierenden Gerüchte seien in ihrer Form so nicht zutreffend.

Droht HiPhi das Schicksal von Byton?

CNC erwähnt, dass HiPhi und Avatr in Sachen technischer Ausrichtung gut zusammenpassen könnten, es jedoch problematisch sein dürfte, dass es sich bei HiPhi um ein privates Start-up und bei Avatr um ein staatlich unterstütztes Unternehmen handelt. „Byton, ein weiteres vielversprechendes Start-up-Unternehmen, hat sich nach der Beteiligung von FAW bekanntlich in Luft aufgelöst“, erinnert das Fachmedium zudem. Offenbar steht HiPhi also vor der Wahl, weiter dem Ende entgegen zu taumeln – oder sich auf die Übernahme mit dem Risiko des namentlichen Verschwindens, aber der Chance des Fortbestands des entwickelten Elektroautos einzulassen.

Gegründet im Jahr 2017, zielt HiPhi Berichten zufolge auf den Markt für Premium-Elektroautos im Preissegment zwischen gut 65.000 und 100.000 Euro ab. Im Oktober 2020 stellte das Unternehmen sein erstes Modell vor, den HiPhi X. Die Auslieferungen begannen im Mai 2021. Im August 2022 folgte das zweite Modell, der HiPhi Z. Mit der Einführung des HiPhi Y im 15. Juli 2023 versuchte HiPhi, in den Mainstream-Markt für Premium-Elektroautos einzudringen – bislang blieb der Erfolg dabei offensichtlich aus.

Quelle: CarNewsChina – „Avatr rumored to be buying HiPhi“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Lynk & Co: Warum Händlerzufriedenheit vor KPIs kommt

Lynk & Co: Warum Händlerzufriedenheit vor KPIs kommt

Sebastian Henßler  —  

Lynk & Co misst Erfolg nicht an Zulassungszahlen, sondern an Händlerzufriedenheit. MD Christian Treitz erklärt, warum das für eine junge Marke richtig ist.

Premium-Krise trifft BMW und Mercedes besonders hart

Premium-Krise trifft BMW und Mercedes besonders hart

Arun Niemann  —  

BMW und Mercedes verdienen im Pkw-Geschäft inzwischen teils sogar weniger als Volumenhersteller. Vor allem die Schwäche in China setzt die Margen unter Druck.

SMMT: China-Marken setzen UK-Autobauer unter Druck

SMMT: China-Marken setzen UK-Autobauer unter Druck

Arun Niemann  —  

Chinesische Marken erreichen in Großbritannien inzwischen rund 15 Prozent Marktanteil. Laut SMMT setzt das etablierte Hersteller unter starken Rabattdruck.

Welle an Alt-Akkus in China: Problem und Chance zugleich

Welle an Alt-Akkus in China: Problem und Chance zugleich

Daniel Krenzer  —  

Millionen alte E-Auto-Akkus stellen China vor große Aufgaben. Neue Regeln und digitale Batteriepässe könnten daraus einen Rohstoffkreislauf machen.

Leapmotor A05 alias B03: E-Auto überrascht beim Platzangebot

Leapmotor A05 alias B03: E-Auto überrascht beim Platzangebot

Daniel Krenzer  —  

Der Leapmotor A05 kommt international als B03. Das kompakte Elektroauto bietet bis zu 510 Kilometer Reichweite und überraschend viel Stauraum.

Xiaomi Nomad N90 Max fordert Range Rover und BMW X7 heraus

Xiaomi Nomad N90 Max fordert Range Rover und BMW X7 heraus

Patrick Solberg  —  

In China startet der siebensitzige Nomad N90 bereits bei umgerechnet 38.500 Euro und soll im kommenden Jahr auch nach Deutschland kommen, so Xiaomi.

Chinas Autoexporte erreichen im Juli neue Höchststände

Chinas Autoexporte erreichen im Juli neue Höchststände

Sebastian Henßler  —  

Leapmotor knackte im Juli erstmals die Marke von 100.000 Auslieferungen und meldete damit den vierten Rekordmonat in Folge.