VW-Chef Diess: „E-Autos brauchen bald keine Prämie mehr“

VW-Chef Diess: „E-Autos brauchen bald keine Prämie mehr“
Copyright:

Volkswagen AG

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Volkswagen-Chef Herbert Diess plädiert für ein schnelles Ende staatlicher Förderung bei bestimmten Antriebsarten. „Elektroautos brauchen in wenigen Jahren keine staatlichen Kaufprämien mehr, denn dann sind sie in der Herstellung meistens nicht mehr teurer als ein Verbrenner„, sagte Diess in einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“.

Nach diversen Studien – unter anderem von „Bloomberg New Energy Finance“ – dürften elektrisch betriebene Pkw und Transporter in Europa spätestens ab 2027 in allen Fahrzeugklassen in der Herstellung billiger als Verbrenner sein. Sollte der Gesetzgeber noch strengere CO2-Ziele für beschließen, könnten E-Autos bis 2035 in der gesamten EU 100 Prozent der Neuverkäufe ausmachen.

Noch attraktiver wären E-Autos im Vergleich mit anderen Fahrzeugen, wenn alle Antriebsarten bei der Förderung gleichbehandelt werden würden„, wird der Konzern-Boss weiter zitiert: „Der Diesel wird mit acht Milliarden Euro Steuervorteil pro Jahr gefördert, das ist ein Mehrfaches der staatlichen E-Auto-Kaufprämien.“ Kerosin für Flugzeuge hingegen sei nach wie vor sogar völlig steuerfrei. „Das verzerrt den Markt, ist schädlich für den Klimaschutz und sollte schnellstmöglich enden.

Neben der Umstellung der Autos auf Elektroantrieb will der VW-Konzern nun auch in das Geschäft mit neuen, klimafreundlichen Schiffsantrieben einsteigen. „50 Prozent der Schiffsmotoren weltweit kommen aus unserem Konzern„, sagte Diess. Die Motoren könnten in den kommenden 15 Jahren auf Erdgas umgerüstet werden und danach auf Ammoniak-Antrieb. Das würde gut in das Geschäftsmodell der MAN Energy Solutions passen – mit einem großen Hebel für den Klimaschutz. Allerdings müsse die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO entsprechende Vorgaben machen, so Diess. Erst damit entstehe auch ein Markt für die neue Technik.

Das Unternehmen MAN Energy Solutions leitet seit 2020 ein Konsortium zur Entwicklung eines mit Ammoniak betriebenen Motors für die Schifffahrt. Die Technik gilt als Alternative zum Wasserstoffantrieb. Ammoniak ist ein sogenanntes E-Fuel und kann wie Wasserstoff klimaschonend mit erneuerbaren Energien hergestellt werden – gilt aber als einfacher und kostengünstiger zu handhaben.

Quelle: Wirtschaftswoche – Diess: Elektroautos in wenigen Jahren nicht mehr teurer als Verbrenner

worthy pixel img
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.