Hyundai: Nach Kona Elektro-Rückruf nun Austausch aller Akkus geplant

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Hyundai: Nach Kona Elektro-Rückruf nun Austausch aller Akkus geplant

Mitte Dezember berichtet Reuters, dass der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai Motor Co plant die Verkäufe des Hyundai Kona Elektro auf dem Heimatmarkt einzustellen. Ausschlaggebend hierfür seien Probleme mit dem Stromer, sowie zwei daraus folgende Rückrufaktionen des E-Autos. Nun reagiert Hyundai und will durch einen Austausch alle Batterien der Kona Elektro und IONIQ-Modelle den Vertrieb wieder zum Laufen bringen.

Laut koreanischen Medienberichten steht Hyundai kurz vor einer Vereinbarung mit dem koreanischen Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport, alle Batterien der Kona-E-Modelle auszutauschen. Der Rückruf könnte sich auch auf die IONIQ-Reihe und Busse erstrecken. Der Rückruf soll am 19. Februar bekannt gegeben werden und sich laut Aju.News über die Modelle Kona Elektro, IONIQ PHEV sowie den IONIQ Elektro erstrecken. Die drei betroffenen Fahrzeuge haben alle eines gemeinsam: LG Chem hat die Zellen geliefert.

Mitte Oktober 2020 haben wir bereits berichtet, dass Hyundai vorhaben soll, alle bislang verkauften rund 77.000 Kona-Elektro wegen der Gefahr eines Batteriebrandes zurückzurufen. Denn es war bereits zu gut einem Dutzend Batteriebränden bei dem beliebten Elektro-SUV gekommen, begründet der Hersteller die Rückrufaktion. Bisweilen beschränkten sich die Rückrufe allerdings nur auf Südkorea. Mittlerweile seien mehr als 15 Batteriebrände beim Kona Elektro gezählt worden. Der Rückruf/ Austausch der Batteriesysteme, so nachvollziehbar er scheint, kommt wohl zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Denn man wolle wohl von LG Chem Akkus auf SK Innovation Akkus wechseln. Aber zumindest in den USA, wenn es dort zum Austausch kommen sollte, dürfte es ein wenig schwieriger werden. Denn in den Vereinigten Staaten hat die International Trade Commission gerade den Abschluss einer 20-monatigen Untersuchung bekannt gegeben. Sie entschied zu Gunsten der Klage von LG Chem gegen den Konkurrenten SK Innovation wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. Dies wird SK für 10 Jahre daran hindern, Batterien in den Vereinigten Staaten zu verkaufen.

Wenn Hyundai alle Batterien austauschen muss, werden die Kosten für den Austausch über alle drei Modelle hinweg auf über 1,8 Milliarden US-Dollar allein in Korea geschätzt. Zuvor wurde geschätzt, dass die Kosten für den Austausch der Batterien nur des Kona Elektro (mit 77.000 verkauften Fahrzeugen) rund 540 Millionen US-Dollar betragen. Aju.News geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Kosten durch LG Chem geschultert werden würden, der Rest durch Hyundai selbst.

Zu beachten ist, dass nicht nur Hyundai vom Austausch der Akkus betroffen sein könnte. GM beschäftigt sich aktuell mit einem eigenen Rückruf von mehr als 68.000 Fahrzeugen in den USA. Bisher hat sich der Hersteller über die Situation weitgehend bedeckt gehalten. Allerdings hat das Unternehmen vor einer Woche ein kurzes Update über die Chevy Bolt Owners Facebook-Gruppe gegeben. GM’s EV Concierge Hotline teilt den Besitzern mit, dass ein Fix, der die 100%ige Kapazität wiederherstellt, bald zur Verfügung gestellt wird. Feststeht allerdings, der Kona Elektro und GMs Bolt verwenden sehr ähnliche Batteriezellen; wenn Hyundai es für notwendig hält, alle Batterien in seinen Autos zu ersetzen, könnten auch andere Hersteller diesem Beispiel folgen. Das würde nicht nur die Kosten für LG in die Höhe treiben, sondern auch die Zeit, die für den Austausch notwendig ist.

Quelle: electrek.co – Hyundai reportedly set to replace Kona LG batteries in Korea

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Autsch das wird ja richtig teuer…

Es geht wohl um die LG Chem E63, die so oder in leicht abgewandelter Form in sehr vielen aktuellen Elektroautos steckt. Aber es ist vermutlich nicht die Zelle an sich, sondern das Zusammenspiel mit dem BMS sowie die interne Schaltung. Die Zelle steckt u.a. im Bestseller Zoe sowie im stärkeren e-tron und im neuen e-up und seinen Brüdern. Das wäre also ein Rückruf ungeahnten Ausmaßes. Wäre. Ist es aber nicht.

Woher wissen Sie das es keinen Rückruf bei den anderenFahrzeugherstellern geben wird. Können Sie in die Zukunft sehen?

Ist nicht böse gemeint, nur so eine Frage!

Die ersten Anzeichen gab es bei den Zoe ja schon…

Der VW e-UP, Seat Mii electric und Skoda Citigo E werden ja bereits wegen Brandgefahr zurückgerufen

Uiih. Präsent: die ständige Gefahr im Hier&Jetzt, nun spielt auch noch der Mutationshintergrund von Batteriezellen eine Rolle. Warum haben die Drillinge eigentlich Panasonic und der e-Golf Samsung SDI? Ach, ich weiß: das eine sind Migranten und das andere Mutanten…

Sind in Teslas nur Zellen von Panasonic verbaut?
Wer weiß da mehr?

Ne Tesla verbaut auch Zellen von CATL und LG Chem

Auch die Pouch Zellen (E63)? Ich dachte Tesla setzt auf Rundzellen?

Ajajaj, ich hoffe, dass der E-Up nicht betroffen ist.

Farnsworth

Nein Tesla nutzt nur die 18650

Soweit mir bekannt kommen die 18650 in Model S und X, die 2170 in Model 3 und Y zum Einsatz.

Tesla verbaut im Model S+X 18650 Rundzellen von Panasonic. 
Im Model 3 SR + LR (USA) verwenden sie 2170 Rundzellen von Panasonic.
Im Model 3 LR (China) sind 2170 Rundzellen von LG.
Im Model 3 SR (China) sind prismatische LFP Zellen von CATL verbaut.

Scheint, wenn man Gerüchten glauben soll, an dem Seperator zu liegen. Der könnte theoretisch auch in Rundzellen verbaut sein.

Farnsworth

Last edited 14 Tage zuvor by Farnsworth

Was auf ein mechanisches problem hinweisen könnte, könnte könnte, da rundzellen ja stabil

Mein Kona mit der großen Batterie aus 07.2020 läd seit dem BMS Update am 14. 01.2021 wesentlich langsamer am Triblecharger. Bei 58%SOC nur noch mit 23 KW.
Bin nicht gerade begeistert. Accu müsste nach 20 km Fahrt einigermaßen warm gewesen sein.
Außentemperatur war 12 Grad.

Das scheint so das es allen so ergeht. Bin seitdem total unzufrieden. Da kann man nicht mehr von Schnellladen reden.

Ich sag lieber nix , mein Citigo lädt mit Spitze 38KW , da ist 23 aber schon sehr vorsichtig…

Nach 5 Jahren Tesla habe ich mir nun wieder einen Diesel gekauft.
Grund Nr. 1: Tesla behebt die Fehler in der Software nicht und rüstet lange versprochene Features (z. B. Verkehrsschilderkennung) nicht nach, die sogar im alten AP 1 problemlos funktionierten.
Grund Nr. 2: Ein ID4 z. B. schafft von den versprochenen über 500km in der Praxis gerade einmal 160km.
Fakt: Von der Reichweite her ist kein e Auto außer Tesla derzeit praxistauglich. Wer als Argument den Pendler mit 20km zur Arbeit ins Feld führt fehlt wohl der gesunde Menschenverstand, denn sogar Pendler wollen einmal einen Wochenendausflug machen oder in Urlaub fahren. Dann soll ich bei Ionity auch noch 80 Cent pro kWh zahlen? Bekloppt!!!
Bleibt nur das Warten auf Lucid Air 800km oder Nio Et7 1000km. Bis dahin muss ich erstmal wieder Verbrenner fahren :-(.

Also bis auf die Fehler in der Software kann ich den rest gut nachvollziehen…aber bei Tesla spielt das Laden eher weniger eine Rolle.
Bei Langstrecke ist halt die Geschwindigkeit auch eine Sache mehr als 120 ist Kontraproduktiv

Mir fehlt nach 9 Jahren elektrischem fahren ein Diesel ungefähr genauso wie ein Tumor…
Reicht mir schon, wenn ich bei der Jahresüberprüfung unseres i3 einen Stinker bekomme. Letzte Woche wars wieder soweit, meine Frau meinte sogar, bei dem Wagen muss was defekt sein, so wie der im dsg herumschaltet.
Unseren Autobilalltag haben unsere beiden EVS einfach nur bereichert (Tesla M3, BMW i3 64)
MFG
Chris

  1. Wenn Du die Entscheidung für ein Fahrzeug von einer Verkehrsschilder Erkennung abhängig machst, fehlen mir leider die passenden Worte.
  2. Auch iD4 Fahrzeuge gibt es mit entsprechendem Akku – wie weit fährst Du denn an einem Wochenende?
  3. Wenn ich in den Urlaub fahre,oder am Wochenende durch die halbe Republik kutschieren wollte, habe ich vor allem eines: Zeit – und keinen Bock auf Stress bei 170km/h auf der Autobahn mit ständigen Adrenalinausschüttungen, weil wieder ein Kleinwagen oder LKW unvorhergesehen ausschert.

Nur um dann 30 Minuten schneller am Ziel zu sein.

Vielleicht bist ja aber auch noch ein bisschen jünger, und glaubst noch, daß Du etwas im Leben verpassen könntest, wenn Du nicht rechtzeitig am Urlaubsort ankommst – glaube mir – Du verpasst höchstens das erste Bier, mehr wirklich nicht.
Ab einem gewissen Alter fährt man auch nicht mehr direkt nach der Arbeit 12 Stunden durch nach Spanien – und man kommt am letzten Urlaubstag auch nicht mehr Nachts um 2 zu Hause an.
Das macht nämlich nur eines – die ganze Erholung kaputt.
Seit 2 Jahren fahren wir elektrisch – seit 2 Jahren ist mein Leben noch entspannter.

Gerade am Mittwoch 320 KM gefahren. Von Dortmund die A45 Richtung Süden. Hab bei den vielen Baustellen mit Ach und Krach die 180 KM geschafft bevor ich austreten musste. Ich muss jedenfalls nicht (mehr) 500 KM am Stück mit 160 über die Bahn brettern. Hyundai Kona 39,2 Kwh. Aber 100 KW Ladeleistung zumindest von 20 bis 70% wären schon cool…

Wird beim ioniq der FL oder der vFL betroffen sein?

Vermutlich der Facelift, 2019 und danach. Der hat die LG drin. Ich fahre den. Komme aber jetzt schon ins Grübeln. Wenn das Teil in der Tiefgarage abfackelt, kann das die Statik des ganzen Hauses betreffen. Und man erfährt ja nichts. Brennen die gerade so ab. Oder passiert das beim Laden. Ich habe jetzt nach 1 Jahr wieder 50 000 auf dem Tacho und überlege, ob ich ihn verkaufe. Nur, wenn ich einen neuen Akku bekomme wird das 1 Jahr dauern, nehme ich mal an. Da mach ich lieber beherzt die 100 000 voll und verkaufe ihn dann mit neuem Akku. Da muss das Model S noch ein wenig warten.

Na hoffentlich können die Akkus wenigstens noch im stationären („Second-Life-)Einsatz als Speicher genutzt werden.

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