Audi und die Nürnberger Messe starten Bauarbeiten für weltweit ersten „Audi charging hub“

Audi und die Nürnberger Messe starten Bauarbeiten für weltweit ersten „Audi charging hub“

Copyright Abbildung(en): Audi

Spatenstich am Messezentrum Nürnberg: Audi und die NürnbergMesse haben gemeinsam die Bauarbeiten für den weltweit ersten „Audi charging hub“ gestartet. Mit dem Pilotstandort will der Automobilhersteller sein neues Ladekonzept erstmals in der Praxis erproben.

Das Gebäude, das bis Ende November im nördlichen Teil des Messezentrums Nürnberg entsteht, umfasst sechs reservierbare High-Power-Charging-Ladepunkte sowie einen direkt angeschlossenen Loungebereich. Nutzer des „Audi charging hubs“ sollen damit während des Ladevorgangs ihres Elektroautos von einem besonderen Service- und Aufenthaltsangebot profitieren. Dies schaffe eine dem Zeitgeist sowie Premiumanspruch gerechte Verweilmöglichkeit, die Raum und Ambiente für eine Pause mit Mehrwert bietet. Verschiedene Annehmlichkeiten, ein Angebot an Snacks, Getränken sowie Non-Food-Artikel sollen die Ladedauer damit zu einer willkommenen Auszeit werden lassen. „Von den zusätzlichen Elektro-Schnellladeplätzen mit einer Ladeleistung von bis zu 300 kW werden auch die Kunden der NürnbergMesse profitieren, die das Angebot von Audi zusätzlich zu den bereits vorhandenen 12 Elektro-Ladesäulen nutzen können“, so NürnbergMesse CEO Peter Ottmann. Der „Audi Charging Hub“ wurde nach eigenen Angaben innerhalb kurzer Zeit zwischen den Partnern AUDI AG, NürnbergMesse und Stadt Nürnberg geplant und vertraglich festgelegt. Der Bauantrag wurde von der Bauordnungsbehörde der Stadt Nürnberg Ende August genehmigt und bereits Ende November sollen erste Elektrofahrzeuge zum Laden vorfahren können.

Das Projekt am Pilotstandort Nürnberg ist Teil der Elektromobilitäts-Offensive von Audi. „Wir freuen uns über den Doppelpass mit Audi. Gemeinsam setzen wir eine Duftmarke für die Dekarbonisierung der Mobilitätskultur. Mit diesem zukunftsweisenden Projekt sind beide Unternehmen wieder einmal Innovationsführer. Für unsere Aussteller und Besucher können wir mit diesen zusätzlichen Elektro-Schnellladestationen jetzt einen weiteren echten Mehrwert auf unserem Messegelände bieten“, so Dr. Roland Fleck, CEO der NürnbergMesse Group. Ralph Hollmig, Projektleiter für den Audi charging hub, fügt hinzu: „(…) Mit dem Audi charging hub wollen wir nicht nur eine Lösung für künftige Spitzenbedarfe bieten, sondern das Laden zu einem Premium-Erlebnis machen. Unser Loungebereich schafft eine dem Premiumanspruch gerechte Verweilmöglichkeit, die Raum und Ambiente für eine Pause mit Mehrwert bietet. Gleichzeitig stellt unser flexibler, hochperformanter HPC-Ladepark mit reservierbaren Säulen nur geringe Anforderungen an das lokale Stromnetz und nutzt einen nachhaltigen Pufferspeicher mit 2nd-Life Batterien“.

Second-Life-Batterien und Photovoltaik

Als Basis für den Audi charging hub dienen sogenannte Cubes. Die flexiblen Container-Würfel sollen verschiedene technische Anforderungen erfüllen und beherbergen neben Ladesäulen auch gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien als Stromspeicher. Durch den Einsatz von 2nd-Life-Modulen, die aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen stammen, werden die Batteriezellen nicht nur einer nachhaltigen Zweitverwendung zugeführt – ein großer Vorteil liege vor allem in ihrer Eigenschaft als Pufferspeicher für Gleichstrom. Eine aufwendige Infrastruktur mit Hochspannungszuleitung und teuren Transformatoren werde laut Audi damit überflüssig.

Dank eines solchen rund 2,45 MWh großen Zwischenspeichers benötigen die insgesamt sechs Ladepunkte, an denen mit bis zu 300 kW Leistung geladen werden kann, lediglich einen gängigen 400-Volt-Starkstromanschluss. Dabei soll eine Leistung ab 11 kW pro Cube ausreichend sein, um die drei Speicher-Module mit einer Gesamtkapazität von 2,45 MWh kontinuierlich zu füllen und über Nacht aufladen zu können. Photovoltaik-Module auf dem Dach liefern zusätzliche grüne Energie. Im Gesamtverbund erleichtere das nicht nur die Auswahl möglicher Standorte, sondern reduziere auch die zeitlichen Planungsvorläufe, was Kosten sowie Ressourcen spare. Darüber hinaus ermöglicht das modulare Konzept ein Maximum an Flexibilität und Skalierbarkeit. Der Hub könne laut Hersteller in kurzer Zeit transportiert, installiert und auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort angepasst werden – weitestgehend unabhängig von den lokalen Netzkapazitäten.

„Der Audi charging hub zeigt unseren Anspruch für das elektrische Zeitalter und unterstreicht, wie Audi Vorsprung durch Technik denkt. Ein solch flexibler, hochperformanter HPC-Ladepark stellt nur geringe Anforderungen an das lokale Stromnetz und nutzt ein nachhaltiges Batteriekonzept. Unsere Kunden profitieren gleich mehrfach: mit einer exklusiven Reservierungsmöglichkeit, einem Loungebereich und einer kurzen Standzeit dank hoher Ladeperformance. Das ist konsequent premium gedacht“, sagt Oliver Hoffmann, Vorstand für Technische Entwicklung der AUDI AG. Für die Stadt Nürnberg bedeutet die Ladestation ein zusätzliches Angebot für die Elektromobilität: „Wir freuen uns als Stadt Nürnberg, dass wir der erste Standort für die Schnellladestation in Deutschland und Europa sind und die Wahl auf die NürnbergMesse gefallen ist. (…) In der künftigen Mobilität – vor allem in der urbanen Mobilität – spielen Elektrofahrzeuge eine wesentliche Rolle. Der Ausbau der umweltfreundlichen Mobilität liegt mir als Oberbürgermeister sehr am Herzen. Daher freue ich mich, dass diese Pilotanlage in Nürnberg entsteht“, so Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg.

Quelle: AUDI AG

Über den Autor

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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so schräg wie sich das im ersten Augenblick liest .. das Konzept mit Pufferakku und PV ist eine gute Idee für die Breite!
Es ist tatschlich nach Medienberichten und meiner eigenen Erfahrung so, dass HPC-Standorte fast immer leer sind und eine Volllauslastung auf wenige Stunden die Woche beschränkt ist. Dafür einen monströsen Netzanschluss vorzuhalten ist unwirtschaftlich. Das kann durch Second-Life-Akkus gut überbrückt werden.
Wenn sich das Bild wandelt kann man später wahlweise Akkus oder Netzanschluss aufrüsten.

Soweit ich weiß sindTeslaladesäulen akkugepuffert. Das ist jetzt nicht so innovativ.

Ich sehe allerdings nicht die großen Probleme mit dem Netzanschluss. Ausser vielleicht irgendwo auf dem platten Land. Eine Autobahntankstelle z.B. ist sowieso an das Mittelspannungsnetz angeschlossen.

Last edited 20 Tage zuvor by Silverbeard

„… für [HPC-Standorte] einen monströsen Netzanschluss vorzuhalten ist unwirtschaftlich. Das kann durch Second-Life-Akkus gut überbrückt werden.“

… und sollte zudem mit solarer Versorgung ergänzt werden!

Last edited 20 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Ergänzung:
Auch wenn das für diese(n) IME elitären Audi-Hub(s) vorgesehen ist, gibt’s das in der Breite der HPCs bundesweit ja wohl eher noch nicht!

Last edited 20 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

…peinlich….

Ist dieser Bericht, dieses Vorhaben in sich nicht ein Widerspruch?
Ein Schnelllade Hub mit einer Lounge zum Verweilen? Ist für mich nicht ganz schlüssig!

Im Bericht steht:
 Mit diesem zukunftsweisenden Projekt sind beide Unternehmen wieder einmal Innovationsführer. „

Innovationsführer? Dieses Konzept gibt es ja schon seit Jahren bei einigen Superchargern von TESLA.

Zudem ist für mich der Standort bei einer Messe eher suboptimal.

Nicht falsch verstehen. Ich freue mich über jede neue Ladeinfrastruktur. Aber etwas mehr Bescheidenheit in der Berichterstattung würde Audi auch nicht schaden.
Mit elektrisierenden Grüssen….

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