VW setzt in seinen Lithium-Ionen-Batterien viermal mehr Kobalt als Tesla ein

VW setzt viermal mehr Kobalt als Tesla ein
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Bereits vor gut neun Monaten gab Teslas Hauptlieferant für Batteriezellen zu verstehen, dass man die Absicht habe E-Autobatterien zu entwickeln, welche ohne Kobalt auskommen. Stand heute kommen gerade einmal 2,8 Prozent Kobalt in den Lithium-Ionen-Akkus von Tesla zum Einsatz. Welche dennoch zu den leistungsfähigsten am Markt zählen.

Ebenfalls im vergangenen Jahr gab Tesla zu verstehen, dass die in Modell 3 verwendeten Batteriezellen die höchste Energiedichte erreicht haben, während sie gleichzeitig den Kobaltgehalt deutlich reduzieren, den Nickelgehalt erhöhen und dennoch eine überlegene thermische Stabilität beibehalten konnten. Bloomberg New Energy Finance sieht Tesla daher nicht unbegründet auf Jahre bei Batterietechnik vorn.

Dies bewahrheitet sich, wenn man nun die Zahlen des Wettbewerbs betrachtet. Die Batterien des ersten Großserien-Elektromodells von VW, des Mittelklassewagens ID.3, enthalten zwölf bis 14 Prozent. Also knapp die vierfache Menge, wie Frank Blome, Leiter des Center of Excellence für Batteriezellen bei Volkswagen, gegenüber der WirtschaftsWoche zu verstehen gab.

Aber auch bei Volkswagen arbeite man daran den Kobaltgehalt in den eigenen Lithium-Ionen-Akkus abzusenken. In der nächsten Generation von Zellen soll der Gehalt halbiert werden. Blome testet bereits solche Zellen: „Der Prototyp hat einen geringeren Kobaltanteil“, sagt Blome. „Unsere bisherigen Tests zeigen, dass unsere Qualitätsansprüche dennoch erfüllt werden.“

Der amerikanische Unternehmer Kenan Sahin hat eine Batterie für Elektroautos entwickelt, die nur 20 Prozent soviel Kobalt enthält wie herkömmliche Batterien.  Seine Erfindung hat Sahin in den USA, der EU, Japan und China patentieren lassen.  Denn eins ist klar, trotz sinkender Preise für Lithium und Kobalt ist bis 2030 mit einem erheblichen Anstieg der Nachfrage für Lithium, Kobalt und Nickel zu rechnen. Und in Summe ist es daher immer noch ein kostenspieliges Unterfangen für die Automobilindustrie.

Auch bei VW- und Tesla-Wettbewerber BMW hat man sich die Woche Gedanken über Kobalt gemacht. Künftig wird man dort keinen Kobalt mehr aus dem Kongo in den Elektrofahrzeugen von BMW verwenden. Zumindest wird dies ab dem Start der fünften Generation der Elektrofahrzeuge, ab dem Jahr 2020/21, der Fall sein. Dies gab BMW-Einkaufsvorstand Andreas Wendt zu verstehen.

Quelle: WirtschaftsWoche – VWs Batterien enthalten viermal so viel Kobalt wie Tesla-Batterien

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