Elektroauto-Start-up Rivian startet Second-Life-Batterieprojekt

Rivian R1T Heckansicht

Copyright Abbildung(en): Rivian

Das Elektroauto-Start-up Rivian Automotive und die Honnold Foundation arbeiten im Rahmen einer Initiative zusammen, um Second-Life-Batterien als stationäre Energiespeicher in einem Microgrid-Projekt in Adjuntas, Puerto Rico, einzusetzen. Dies ist ein großer Schritt für Rivian, das seine Geschäftstätigkeiten über die Herstellung vollelektrischer Luxus-Abenteuerfahrzeuge hinaus ausbauen will.

Rivian wird für das bevorstehende Energiespeicherprojekt, das im Jahr 2020 beginnen soll, ausgediente 135-kWh-Akkupacks aus seinen Entwicklungsfahrzeugen verwenden. Ein ähnliches Projekt haben vor kurzem Audi und The Mobility House in Berlin auf dem Euref-Campus gestartet. Rivian hat seine Akkupacks und Module so konzipiert, dass sie am Ende ihrer Fahrzeuglebensdauer – bei etwa 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität – den Autos entnommen und in einen stationären Energiespeicher eingebaut werden können.

„Second-Life-Batterien sind ein wichtiger Faktor für die Beschleunigung der Verbreitung erneuerbarer Energien. Es ist aufregend, sich vorzustellen, dass dieses System einen wichtigen Beitrag für eine Gemeinschaft leistet. Mit diesem Projekt können wir eine maßgeschneiderte Energiespeicherlösung modellieren, die Platzbeschränkungen, Ausfallsicherheit und Energieunabhängigkeit berücksichtigt.“ – Robert „RJ“ Scaringe, Gründer und CEO von Rivian

Die Verwendung älterer Batterien für die Energiespeicherung ist eine clevere und nachhaltige Möglichkeit, die Zellen vor dem Recycling ausgiebig zu nutzen. Während Batterien am Ende ihrer Fahrzeuglebensdauer im Vergleich zu neuen Elektroautos zwar einen gewissen Verschleiß aufweisen, können sie dennoch noch einige Jahre (Experten gehen sogar von gut 20 Jahren aus) als stationäre Energiespeicher funktionieren.

Notstrom für von Hurricanes bedrohte Stadt

Rivian und die Honnold-Stiftung wählten Adjuntas, Puerto Rico, als Standort für ihr Microgrid-Projekt, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass die Stadt Hilfe dringend benötigt. Adjuntas wurde 2017 vom Hurrikan Maria heimgesucht, und die Gemeinde kämpft seitdem um eine funktionierende Stromversorgung. Im Erfolgsfall könnte die Microgrid-Initiative von Rivian und Honnold vielen Unternehmen der Stadt helfen. Anwohner könnten ebenfalls auf diesen Reservestrom zurückgreifen, falls Stromausfälle auftreten.

Adjuntas ist eine Stadt mit 20.000 Einwohnern im mittleren Westen von Puerto Rico. Der Hurrikan Maria hat die Insel im Jahr 2017 schwer getroffen. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Schwere der Stürme durch den Klimawandel hat sich die NGO Casa Pueblo von Adjuntas bemüht, gemeinsam eine robuste und erschwingliche Quelle der kommunalen Stromversorgung zu finden.

Die Batterieingenieure der Honnold Foundation und Rivian besuchten Casa Pueblo Anfang 2019, um sich mit den Verantwortlichen der Gemeinde zu treffen. Gemeinsam entwerfen sie ein standortspezifisches System, das viele Unternehmen in der Nähe des zentralen Hauptplatzes von Adjuntas mit Strom versorgen wird. Durch die Kompensation der täglichen Stromrechnungen senkt das System auch die hohen kommerziellen Energiekosten, die in Puerto Rico doppelt so hoch sind wie im nationalen Durchschnitt.

Quelle: Teslarati – Rivian set to debut energy storage project using ‘second life’ batteries from vehicles

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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