Rückzieher vom Börsenrückzieher: Tesla wird doch nicht privatisiert

Tesla

Ein auf und ab, was Tesla an der Börse die vergangenen Wochen fabriziert. Alles begonnen dadurch, dass Elon Musk Anfang August eine mögliche Privatisierung des Elektroautoherstellers ins Gespräch brachte. Gefolgt von weiteren Informationen ein paar Tage darauf.

Aus seiner Sicht sei eine Privatisierung von Tesla eine gute Möglichkeit das Unternehmen ein wenig aus dem Rampenlicht zu nehmen. Um dann weitaus effizienter und auf lange Sicht erfolgreicher tätig zu sein. Eine Rückkehr an die Börse hält er sich ebenfalls offen. Zumindest dann, wenn Tesla in eine Phase des langsameren, vorhersehbaren Wachstums eintritt. Doch daraus wird nun nichts, wie Musk auf dem firmeneigenen Blog mitteilte.

Entscheidend ist nämlich nicht nur seine eigene Einschätzung zu dem Thema, sondern auch die der anderen Investoren. Diese hätten eine Privatisierung von Tesla mittragen müssen. Des Weiteren hat Musk eigener Aussage nach mit Silver Lake, Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammengearbeitet, die über erstklassige Expertise in diesen Angelegenheiten verfügen, um die vielen Faktoren zu berücksichtigen, die bei der Privatisierung von Tesla ins Spiel kommen würden, und um das gesamte eingehende Interesse, das man von Investoren erhalten haben, zu verarbeiten.

Zudem habe er viel Zeit damit verbracht, den aktuellen Aktionären, großen und kleinen, zuzuhören, um zu verstehen, was ihrer Meinung nach im besten langfristigen Interesse von Tesla wäre. Nach all den Diskussionen, die in den letzten Wochen stattgefunden haben, und einer gründlichen Überlegung, was das Beste für das Unternehmen ist, wurden ihm einige Dinge klar. Diese zitieren wir nachfolgend, sinngemäß übersetzt:

  • Angesichts des Feedbacks, das ich erhalten habe, ist es offensichtlich, dass die meisten bestehenden Aktionäre von Tesla glauben, dass wir als Aktiengesellschaft besser dran sind. Darüber hinaus haben eine Reihe von institutionellen Aktionären erklärt, dass sie interne Compliance-Probleme haben, die ihre Investitionsmöglichkeiten in ein Privatunternehmen einschränken. Auch für die meisten Privatanleger gibt es keinen nachweisbaren Weg, Aktien zu besitzen, wenn wir privat wären. Obwohl die Mehrheit der Aktionäre, mit denen ich gesprochen habe, sagte, dass sie bei Tesla bleiben würden, wenn wir privat gehen würden, war das Gefühl, kurz gesagt, "bitte tun Sie das nicht".
  • Ich wusste, dass der Prozess der Privatisierung eine Herausforderung sein würde, aber es ist klar, dass es noch zeitaufwendiger und lästiger sein würde, als ursprünglich angenommen. Das ist ein Problem, denn wir müssen uns unbedingt darauf konzentrieren, das Modell 3 zu erweitern und profitabel zu werden. Unsere Mission, nachhaltige Energie voranzutreiben, werden wir nur erreichen, wenn wir auch finanziell nachhaltig sind.
  • Allerdings wurde meine Überzeugung, dass es mehr als genug Geld gibt, um Tesla zu privatisieren, während dieses Prozesses gestärkt.

 

Mit diesen Erkenntnissen in der Hinterhand, hat Musk den Vorstand von Tesla darüber informiert, dass an weiterhin an der Börse bleiben möchte. Eine Bitte, die der Vorstand gerne nachgekommen ist.

Auch zukünftig wird man sich bei Tesla schwerpunktmäßig auf die eigenen Produkte konzentrieren, “die Menschen lieben und die gemeinsame Zukunft des Lebens auf der Erde verändern.” Musk ist der Überzeugung, dass man bereits gezeigt habe, dass man großartige nachhaltige Energieprodukte herstellen können, und nun müsse man zeigen, dass diese nachhaltig profitabel sein können. Mit all den Fortschritten, die Tesla beim Modell 3 gemacht habe, ist man in der Lage, dies zu tun, und darauf werde er und sein Team alle Anstrengungen richten.

Betreffend dem Model 3 berichtet Bloomberg, dass man mittlerweile eine Fertigungsrate von 6.000 Model 3 pro Woche überschritten habe. Hierbei stützt man sich auf ein selbst entwickeltes Tool. Dieses soll die Anzahl der Model 3s zu schätzen, die aus der Fabrik in Fremont, Kalifornien, herauskommen.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung vom 24.08.2018

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