Renault will „ganz vorne mitspielen bei der E-Mobilität“

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Michael Neißendorfer
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Renault-Chef Luca de Meo hat am Rande der Vorstellung der neuesten Elektroautos der französischen Marke einige interessante Details zur Markenstrategie verraten. Demnach wird der neue E-Mégane, der im kommenden Jahr in Produktion gehen soll, als direkter Konkurrent zu Mittelklasse-Elektroautos des VW-Konzerns platziert. In diesem Segment sieht De Meos die größten Chancen für Renault: „Renault darf nirgendwo eine Marke des Einstiegspreises sein, sondern gehört in die Mitte des Marktes, das ist die Arbeit, die wir jetzt leisten müssen“, sagte er dem Handelsblatt zufolge.

Der Renault-CEO ist sich sicher, „ein starkes Angebot im C-Segment (Mittelklasse) haben zu werden.“ Dem Mégane als Premiere einer neuen E-Auto-Plattform soll „eine ganze Familie von Fahrzeugen“ folgen, nicht nur von Renault, sondern auch von Bündnispartner Nissan.

Neben dem Mittelklasse-Stromer Mégane hat Renault auch ein günstiges Elektroauto der Tochter Dacia aus Rumänien vorgestellt, den Spring, der ab Herbst 2021 ausgeliefert werden soll. Das Auto wird zwar in China produziert, entspreche aber in Technik und Ausstattung den europäischen Geschmäckern und soll eines der günstigsten Elektroautos überhaupt sein. Das spiegelt sich auch in den Leistungsdaten wider: Mit 33 kW Motorleistung und einem 28 KWh großen Akku für bis zu 225 Kilometer Reichweite ist der Spring nur mit dem fürs elektromobile Vorankommen nötigsten ausgestattet.

Der bei Renault für Dacia zuständige Denis le Vot sagte, er sei sich sicher, dass der Spring „das günstigste E-Auto sein wird, ein echter Dacia“. Einen konkreten Preis nannte Renault allerdings bislang noch nicht. Die rudimentären Leistungsdaten sieht le Vot nicht als Hindernis eines möglichen Markterfolges: „In der Stadt werden im Schnitt nur 31 Kilometer pro Tag gefahren, da reicht die Autonomie des Spring bei Weitem“.

De Meo wolle die als Billigtochter gestartete Marke nun voll auf Elektroautos konzentrieren, „da haben wir viel Erfahrung und können ganz vorne mitspielen bei der E-Mobilität“. Bei den CO2-Flottenwerten sei Renault schon jetzt im Soll und stehe so gut da, dass nun mit anderen Herstellern über den Verkauf von Emissionsrechten verhandelt werde.

Quelle: Handelsblatt – Renault will mit neuen E-Autos zurück in die Mittelklasse

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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