Volkswagen verzeichnet leicht rückläufigen E-Auto-Absatz

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Michael Neißendorfer
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Die Volkswagen Group hat ihre Auslieferungen im ersten Quartal 2024 um 3 Prozent auf 2,10 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Wachstumstreiber waren vor allem China (+8 Prozent), Südamerika (+14 Prozent) und Nordamerika (+5 Prozent). Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren legten um 4 Prozent auf 1,97 Millionen Einheiten zu und überkompensierten damit den leichten Rückgang um 3 Prozent auf 136.400 Fahrzeuge bei vollelektrischen Modellen. In diesem Segment konnten deutliche Zuwächse in China (+91 Prozent) den Rückgang in Europa (-24 Prozent) nicht vollständig ausgleichen.

Die Auftragseingänge für Elektroautos in Westeuropa entwickelten sich allerdings von Januar bis März äußerst positiv. Es wurden mehr als doppelt so viele rein elektrische Modelle bestellt wie im Vorjahreszeitraum (+154 Prozent), so dass der E-Auto-Auftragsbestand aktuell bei rund 160.000 Fahrzeugen liege, so VW in einer aktuellen Mitteilung.

In einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld hat die Volkswagen Group im ersten Quartal eine solide Auslieferungsperformance erzielt. Unser breit angelegtes Produktportfolio gibt uns die notwendige Flexibilität, um Nachfrageschwankungen in bestimmten Segmenten – wie aktuell bei vollelektrischen Fahrzeugen – in anderen auszugleichen“, sagt Hildegard Wortmann, Mitglied der Erweiterten Konzernleitung für Vertrieb. „Die höheren Auftragseingänge für unsere reinen E-Modelle in Europa stimmen uns zuversichtlich, dass wir in diesem Segment sowohl in unserer Heimatregion als auch weltweit im Gesamtjahr zulegen werden“.

Die Auslieferungen in den Regionen entwickelten sich im ersten Quartal 2024 wie folgt: In Europa lagen die Auslieferungen mit 906.700 Fahrzeugen auf Vorjahresniveau (-0,3 Prozent). 74.400 Fahrzeuge davon hatten einen vollelektrischen Antrieb (-24 Prozent). In Westeuropa wurden insgesamt 790.100 Fahrzeuge an Kunden übergeben (-1 Prozent), davon 271.200 in Deutschland, dem Heimatmarkt des Konzerns (-1 Prozent).

In Nordamerika steigerte die Volkswagen Group ihre Auslieferungen um 5 Prozent auf 227.100 Fahrzeuge. 155.900 Konzernmodelle davon entfielen auf die USA (-2 Prozent). Dort entschieden sich 13.200 Kunden für ein vollelektrisches Fahrzeug (-16 Prozent). In Südamerika übergab der Konzern 14 Prozent mehr Autos an Kunden als im Vorjahreszeitraum, insgesamt 118.500 Fahrzeuge. Besonders deutlich fiel der Zuwachs mit 26 Prozent in Brasilien aus, wo 93.500 Modelle ausgeliefert wurden.

Die Region Asien-Pazifik verzeichnete insgesamt ein Auslieferungsplus von 5 Prozent auf 764.800 Fahrzeuge. Wachstumstreiber war hier vor allem China, der größte Einzelmarkt des Konzerns. Dort stiegen die Auslieferungen trotz eines herausfordernden Marktumfelds um 8 Prozent auf 693.600 Fahrzeuge. Besonders starke Steigerungen verzeichneten hier die vollelektrischen Modelle mit einem Plus von 91 Prozent auf 41.000 Einheiten.

Die weltweit erfolgreichsten vollelektrischen Konzernmodelle im ersten Quartal 2024 waren:

Volkswagen ID.4/ID.5: 34.600
Volkswagen ID.3: 26.100
Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback): 22.800
Škoda Enyaq (inkl. Coupé): 14.000
Audi Q8 e-tron (inkl. Sportback): 9600
Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo): 7.000
Cupra Born: 6900

In 2024 wird die Volkswagen Group mehr als 30 Modellneuheiten auf den Markt bringen, darunter viele vollelektrische Fahrzeuge in mehreren Segmenten wie den Volkswagen ID.7 Tourer und den ID. Buzz mit langem Radstand, den Cupra Tavascan, den Audi Q6 e-tron und den Porsche Macan Electric.

Quelle: VW – Pressemitteilung vom 10.04.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gerd:

Zumindest das (eigentliche) Volumenmodell ID.3 ist technisch (APP550, Software, Connectivity, Ergonomie) und in Sachen Design mindestens zwei Jahre im Rückstand. Der ID.3 (noch mehr der Born) hat zwar gut aufgeholt, aber das reicht leider noch lange nicht. Man merkt, dass die fehlende Reaktionsgeschwindigkeit und mangelndes Software-KnowHow VWs größte Probleme sind. Die stellenweise im Leasing fast „verschenkten“ ID.3-Offerten zeigen das zusätzlich, und selbst dadurch lässt sich kein Durchbruch mehr erzielen. Was ich auch nicht verstehe, sind die (zumindest in D) z.T. langen Lieferzeiten (und fehlende Vorführer bei Händlern) bei gleichzeitiger Reduzierung der Produktion.
Mit Blick auf den Wettbewerb müsste spätestens 2024 ein e-Golf 2.0 im klassischen Golf-Design auf dem Markt sein. Welche Relevanz das Design hat, zeigten ja auch die positiven Reaktionen auf den ID.2.
Für mich persönlich ist der Ur-ID.3 optisch so etwas wie der Multipla der Elektromobilität. Und beide verbindet der dramatische Wertverlust als junge Gebrauchte. Gebrauchte ID.3 gehen nur über den Preis und befinden sich dabei unter China-Niveau (MG4) bei wesentlich höherem Neupreis. Traurig.

Läubli:

Nein, so einfach ist das natürlich nicht… aber in der Tatsache hilft das enorm, Jemanden oder Etwas bekannt zu machen. Was nunmal bekannt und in aller Munde ist, wird auch sehr viel besser gekauft als alles was man nicht kennt und von dem man nichts weiss. Das ist nur mal so grob eine kleine Marketinghilfe, damit man noch deutlicher erkennen kann, was ich damit meinte und immer noch meine.

Spiritogre:

Also mit anderen Worten, wenn wir Dongfengtao nur lange genug in den Medien hochschreien, dann wird das irgendwann der Nummer 1 Elektroauto Konzern der Welt…

Ich glaube, so funktioniert das nicht…

Läubli:

Gerne doch, ganz nach deinen Wünschen:
Die Marktleader sind dauernd in aller Munde und Medien, dem sagt man Marketing, manchmal sogar egal ob schlecht oder gut… wohl, weil die etwas besser machen, die Menschen mehr ansprechen, mehr hypen… das bringt langfristig Erfolg (siehe Tesla, die wurden z.Bs. schon oft zu Tode gesagt, schlecht gemacht) und trotzdem haben sie gewonnen. Bei VW ist es still, vor allem was die Zukunft bringt und noch viel stiller über das, was sie bereits geliefert haben – das ist der Unterschied zwischen so mässig guten und sehr guten Unternehmen. Da nützten leider deine ganzen Statistiken nicht viel, obwohl das natürlich nicht ganz falsch ist.

Holger Wahl:

Es wird Zeit, dass VW den ID-Blödsinn begräbt und die e-Modelle in die bestehende Namens-Logik einbaut. Und: dass ein ID.3 (oder der irgendwann mal wieder folgende e-Golf) endlich mit Anhängerkupplung für mindestens 750 kg geliefert werden kann. Von der Bedienlogik einmal abgesehen. Es sind die Kleinigkeiten, die VW gross gemacht haben, es sind aber auch die Kleinigkeiten, dank derer sie jetzt nicht aus den Puschen kommen.

Spiritogre:

Na dann erzähl mal…
Je nach Statistik ist VW auf Rang 2 nach Tesla aber aktuell schlechtestens auf Rang 4 übrigens dann direkt nach BMW.

Bei BYD muss man nämlich erst mal die ganzen Hybride rausrechnen die aus irgendeinem Grund gerne mitgezählt werden um BYD als Marktführer zu propagieren. Da wird dann aus EV immer NEV und nicht BEV in den Statistiken.

Läubli:

Besser passen würde im Titel wohl: „Leicht rückläufig auf recht tiefem Niveau“
Zumindest, wenn man es mit den Marktleadern vergleicht, sind diese Zahlen vom VW-Konzern ja recht übersichtlich.

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