ME Energy: Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, ohne Anschluss an das Stromnetz

ME Energy: Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, ohne Anschluss an das Stromnetz
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1089540209

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die ME Charge-Ladesäule bezieht ihre Energie aus Biokraftstoff, welcher im Inneren der Säule durch eine Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird. Hierdurch wird es möglich die Säule komplett unabhängig von bestehender Infrastruktur aufzustellen und zu betreiben. Der Anschluss an das Mittelspannungsnetz entfällt.

Dem Start-Up ME Energy wird es dadurch möglich eine großflächige Elektrifizierung des Verkehrs und insbesondere in außerstädtischen Gebieten anzugehen. Des Weiteren profitiert man von geringeren Investitions- und Lebensdauerkosten. Hinter dem Start-Up verbergen sich Alexander Sohl und Holger-Ines Adler, Ex-Bosch- und Daimler-Ingenieure, welche mit ihrer Schnellladestation den notwendigen Ladestrom selbst CO2-neutral produzieren wollen. Geht es nach Alexander Sohl habe man das Reichweitenproblem des Elektroautos gelöst.

ME Energy soll Ladungen mit bis zu 150 Kilowatt ermöglichen. In zehn Minuten soll so ein E-Golf Strom für weitere 200 Kilometer laden können, ein BVG Elektrobus war nach eineinhalb Stunden wieder vollgeladen, so die beiden Gründer. Aktuell existiert lediglich ein Prototyp der ME-Charge-Ladesäule. Derzeit sammeln Sohl und Adler nicht nur Preise wie beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg ein, sondern auch erstes Geld von Investoren. Seit Anfang des Monats sind Investoren mit an Bord. Zwei Millionen Euro habe man unter anderem von Geldgebern wie Brandenburg Kapital, als Beteiligungsgesellschaft der Brandenburger Investitionsbank, eingesammelt.

Im Inneren der Schnellladestation arbeitet ein spezieller Motor, welcher flüssiges Methanol nach eigenen Angaben schadstofffrei verbrennt, einen Generator antreibt und so Strom erzeugt. Über den Wirkungsgrad ist bisher nichts bekannt. Idealerweise wird das Methanol dafür bestenfalls mit überschüssigem Wind- oder Sonnenstrom aus Kohlendioxid und Wasser gewonnen. Sohl und Adler haben zudem den Motor und Generator als Patent angemeldet.

Anderen Ladestationen hat man übrigens den Vorteil voraus, dass man nicht nur günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt ist, sondern auch keine besonderes belastbaren Stromleitungen legen muss. Die etwa vier Kubikmeter große Station selbst soll samt integriertem Kraftwerk und 1.500-Liter-Tank für rund 80.000 Euro angeboten werden. Dennoch solle der Ladestrom nicht teurer sein als an einer herkömmlichen Ladesäule.

Quelle: Berliner Zeitung – Start-up will Reichweitenproblem gelöst haben

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Daniel Krenzer  —  

Europa holt bei Elektroautos auf, doch China beschleunigt mit KI und günstigen Batterien. Auf der VDE-Konferenz wird Europas Strategie hinterfragt.

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Daniel Krenzer  —  

Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Netzanschlüsse bremsen den Ausbau. Auf der VDE-Konferenz diskutiert die Branche über E-Lkw und bidirektionales Laden.

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.