E-Autos haben deutlich weniger Pannen als gleichalte Verbrenner

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Bisherige Statistiken zur Pannenhäufigkeit von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennerfahrzeuge hatten häufig eine Schieflage: Im Durchschnitt ist der Bestand an Elektroautos derzeit noch einiges jünger als die Verbrenner-Flotte. Das hat der ADAC in seiner aktuellen Pannenstatistik 2024 berücksichtigt und explizit nur Fahrzeuge mit dem Baujahr 2020 und 2021 miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die Verbrenner hatten deutlich häufiger Pannen – beim Baujahr 2021 sogar mehr als doppelt so oft.

„Junge Elektroautos zeigen sich weiterhin weniger pannenanfällig als Pkw mit Benzin- oder Dieselantrieb“, stellt der ADAC dazu in einer Pressemitteilung fest. Von 1000 Fahrzeugen mit dem Baujahr 2020 hatten demnach zuletzt im Schnitt 9,5 Verbrenner und 7,6 Elektroautos eine Panne. Beim Baujahr 2021 hingegen ist der Unterschied deutlich größer: Von 1000 Verbrennern hatten 6,4 eine Panne, aber nur 2,8 Elektroautos.

Unabhängig von der Antriebsform war dabei die Starterbatterie weiterhin der häufigste Pannengrund, wie die Kennzahlen des ADAC zeigen. So waren 44,1 Prozent aller Pannen im Jahr 2023 auf diese zurückzuführen. Blicken wir wieder auf die Fahrzeuge mit Neuzulassung 2021: Bei Verbrennern hatten 2,4 von 1000 Fahrzeugen wegen einer defekten Starterbatterie eine Panne, bei Elektroautos waren es 1,2. Auf Rang zwei folgen bei beiden Antriebsformen Probleme mit den Reifen (Verbrenner: 1,4; Elektroautos: 0,9).

Es spricht also viel dafür, dass Elektroautos grundsätzlich weniger pannenanfällig sind als Verbrenner. Abschließend bewerten will der ADAC diese Frage jedoch nicht. Unter anderem sieht der Automobilclub ein Risiko für die Reifen von Elektroautos, da diese durchschnittlich einem höheren Gewicht und zudem stärkerer Beschleunigung standhalten müssten. Auch wie Achsen, Achsaufhängungen und Bremsen diese Mehrbelastung über die Jahre gesehen verkraften, müsse sich zunächst noch zeigen.

Und auch, ob Fahrzeuge mit Elektroantrieb grundsätzlich so langlebig sind wie Verbrennerfahrzeuge, könne noch nicht abschließend beantwortet werden. „Der ADAC wird den Systemvergleich Elektroauto gegen Verbrenner deshalb in den nächsten Jahren fortführen und stetig ausbauen“, verspricht der Automobilclub.

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Bei den dreijährigen Fahrzeugen hatte übrigens ein Elektromodell mit 0,4 Pannen pro 1000 Fahrzeugen die beste Bilanz: der inzwischen nicht mehr angebotene BMW i3. Auf den hinteren Plätzen befinden sich auffällig viele Fahrzeuge, die als Hybrid-Modelle angeboten werden. Die meisten Pannen hatte demnach der Toyota Yaris mit 27,8 Pannenfällen pro 1000 Fahrzeugen. „Das Durchschnittsalter der havarierten Fahrzeuge stieg im vergangenen Jahr um 0,2 auf 12,9 Jahre. Die größte Pannenwahrscheinlichkeit haben laut der Statistik Fahrzeuge im Alter zwischen 18 und 23 Jahren“, schreibt der ADAC zudem.

Quelle: ADAC- Pressemitteilung vom 29. April 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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gnal:

Zu „Und dazu noch die Dummheit bezuglich Einschliessen von Schlüsseln u.ä. sähe es noch besser aus“:

Welches BEV lässt ein Schließen bei innenliegendem Schlüssel zu? Nicht beim Kona und Born.

gnal:

Unser drei Jahre alter Kona hatte noch nie Probleme mit der 12V Batterie, trotz vieler Kurzstreckenkilometer.

Navj:

Wenn man ehrlicherweise auch noch die hundertausenden von Rückrufen von Elektroautos berücksichtigen würde, sähe die Bilanz noch besser aus. Und dazu noch die Dummheit bezuglich Einschliessen von Schlüsseln u.ä. sähe es noch besser aus

Philipp:

Vom Kona kenne ich aber das Video von den Werkstattdoktoren. Nicht dass ich die für eine Kapazität bei eAutos halte, aber dort war genau die 12V Batterie bei deren Kona leergesaugt und hat sich dann natürlich nicht mehr selber aufladen können.

Mein eGolf hatte auch schon eine leere 12V Batterie, das lag aber an Software in der Onboarddiagnosse das mit einem TÜV-Check nicht zurecht kam (hat sich nicht mehr aus dem Testmodus verabschiedet – nach 18h tot).

Ediwi:

Wenn wir zum Beispiel den Hyundai Kona nehmen, wird dort die 12 Voltbatterie in regelmäßigen Abständen von der Hochvoltbatterie nachgeladen.
Trotzdem finde ich die Dickfälligkeit der Hersteller für bemerkenswert, denn schon im letzten Jahr standen die Probleme mit der 12 Voltbatterie mit großem Abstand auf dem ersten Platz der Pannenstatistik. Bei den Preisen die allgemein für PKW hier gefordert werden, müssen sich die Kunden auf gute Qualität verlassen können!

Daniel W.:

—–
Warum haben E-Autos überhaupt eine 12-Volt-Batterie? …

Tatsächlich ist die 12-Volt-Batterie sogar dafür zuständig, dass der Hochvolt-Akku überhaupt seine Arbeit verrichten kann: Das Batteriemanagementsystem, das den Hochvolt-Akku startet, abschaltet und seine Leistung überwacht, wird durch die 12-Volt-Batterie gespeist.
(Quelle: efahrer.chip.de – 19. April 2022)
—–

Die gute alte 12-Volt-Batterie wird gebraucht, um die HighTech-Akkus zu starten, so wie seit Erfindung des Anlasser vor rund 100 Jahren die Benzinmotoren.

Wie machen das eigentlich die Notebooks und die Elektro-Kabinenroller aus China?

Philipp:

Die 12V sind eigentlich nicht defekt. Sie sind nur tiefenentladen und das wegen Softwarefehler, weil es ist ja immer eine HV Batterie vorhanden, die die 12V nachladen könnte.

Daniel W.:

Selbst wenn die E-Autos gleich viele Pannen hätten, dann wären E-Autos dennoch ein Gewinn.

A) Informationssammlung:

—– Auszüge —–
Die durchschnittliche Fahrleistung einzelner Pkw-Halter fiel im Jahr 2022 weiter und erreichte mit rund 12.670 Kilometern im betrachteten Zeitraum einen neuen Tiefstwert. Die durchschnittliche Fahrleistung von Pkw-Haltern ist seit dem Jahr 2018 kontinuierlich gefallen.

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von Personenkraftwagen bleibt relativ konstant – Pkw mit Ottomotor verbrauchten im Jahr 2022 rund 7,7 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Fahrzeuge mit Dieselmotor benötigten durchschnittlich sieben Liter Kraftstoff für die gleiche Strecke.

Der Anteil der Benzin- und Dieselautos am Pkw-Bestand in Deutschland ging auch im Jahr 2023 weiter zurück. Zum Stichtag am 1. Januar 2024 wurden etwa 61,6 Prozent der Pkw mit einem Ottomotor (Benzin) und etwa 28,8 Prozent mit einem Dieselmotor betrieben. Die Anteile der Hybriden und vollelektrischen Fahrzeuge stieg weiter auf gemeinsam etwa neun Prozent.

Rekord beim Bestand an Personenkraftwagen in Deutschland – die Anzahl der in der Bundesrepublik gemeldeten Pkw erreichte am 1. Januar des Jahres 2024 mit rund 49,1 Millionen Fahrzeugen den höchsten Wert aller Zeiten.
(Alle Quellen: de.statista.com)

Wenn ein Fahrzeug einen Liter Benzin verbraucht, stößt es etwa 2,37 Kilogramm CO2 aus. Wurde Diesel getankt, sind es 2,65 Kilogramm CO2.
(Quelle: helmholtz.de)
—–

B) Berechnungen:

Diesel 7 Liter auf 100 km x 2,65 kg CO2 pro Liter = 18,55 kg CO2 (bei 12.670 km im Jahr wären es rund 2.350 kg CO2)
Benzin 7,7 Liter auf 100 km x 2,37 kg CO2 pro Liter = 18,249 kg CO2 (bei 12.670 km im Jahr wären es rund 2312 kg CO2)

Da sich Benziner und Diesel beim CO2-Ausstoß nicht groß unterscheiden, nehme ich mal den Wert von 2.325 kg CO2 pro Pkw.
Ich rechne mal mit 45 Mio. Verbrenner-Pkw und 2,325 Tonnen CO2/Pkw, das wären 104.625.000 Tonnen CO2 im Jahr von Verbrenner-Pkws.

C) Fazit:

Bei 100% E-Autos würden pro Jahr gut 104 Millionen Tonnen CO2 aus den Auspuffrohren der Verbrenner-Pkw entfallen.

Zudem würden weitere Schadstoffe aus den Auspuffrohren und der Lärm der Verbrennungsmotoren wegfallen.

Durch Konkurrenz aus China und günstigere Batterien dürfte es E-Autos zu Verbrennerpreisen geben.

Bei mehr PV und Windrädern wird der Ladestrom günstiger, besonders bei eigener PV-Anlage.

E-Auto-Verbrauch 18 kWh auf 100 km bei 30 Cent/kWh macht 5,40 Euro (ca. 3 Liter Sprit)

Dagobert:

Das erschreckendste an dieser Statistik ist, wieviele Leute wegen einer defekten 12V-Batterie den ADAC rufen müssen.

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