Auto-Importeure schlagen dreistufiges Anreizprogramm vor

Auto-Importeure schlagen dreistufiges Anreizprogramm vor
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1066295645

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Am Automobilmarkt bewegt sich derzeitig einiges. Nachdem die Hersteller die Produktion nun wieder aufgenommen haben, soll der Absatz entsprechend angekurbelt werden. In der Debatte über mögliche Maßnahmen zur Stärkung des Autohandels nach der Corona-Krise verlangen nun auch der Volkswagen-Konzern sowie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nach Kaufprämien für Neuwagen, mit einem Fokus auf umweltfreundliche Fahrzeuge.

Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) plädiert in der Diskussion um Kaufprämien für ein dreistufiges staatliches Anreizprogramm und geht somit noch einen Schritt weiter. So soll es aus deren Sicht mehr Kaufprämie für E-Autos, Kaufanreize für Autos mit wenig Verbrauch und eine klassische Abwrackprämie vom Staat gefördert werden. Dies sei aus Sicht des VDIK notwendig, um nach der Corona-Krise den Absatz ansteigen zu lassen.

Hinsichtlich der E-Autoprämie, allgemein hin als Umweltbonus bekannt, schlägt der Branchenverband eine Verdopplung der bisherigen Prämie vor. Die Höchstförderung würde so auf 9.000 Euro pro Fahrzeug steigen, von denen die Hersteller wie bislang 3.000 Euro zu tragen hätten. Professor Stefan Bratzel leitet das von ihm gegründete Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft und Handel in Bergisch Gladbach und gab bereits vor Wochen ähnliche Gedankengänge zum Besten. Ebenfalls habe sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) für ein „befristete Anschubprogramme“ ausgesprochen, um der Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder neuen Schwung zu verleihen.

Des Weiteren soll es neben dem erhöhten Umweltbonus eine zweite Förderkategorie geben. Hierunter versteht der VDIK Kaufanreize für Fahrzeuge, die weniger als 95 Gramm CO2/km ausstoßen. Dies treffe beispielsweise auf viele Kleinwagen und Hybride zu. Als dritte Stufe schwebt den Importeuren eine klassische Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge vor, die gegen Verbrenner mit den neueren Abgasnormen Euro 6d und Euro 6d Temp eingetauscht werden. Zur Höhe der möglichen Fördersätze äußerte sich der Verband nicht.

Aus Sicht von Prof. Ferdinand Dudenhöffer – Deutschlands Automobilpapst – zuversichtlich, dass der Staat den Verkauf, insbesondere von E-Autos, ankurbeln kann. Man muss nur wollen. Dudenhöffer gibt zu verstehen, dass dies funktionieren könnte, indem man für Neuwagenkäufe die Mehrwertsteuer aussetzt. Dies wäre einfach und schnell umsetzbar und wesentlich sinnvoller wie Strafzahlungen für CO2-Verfehlungen auszusetzen oder die CO2-Regeln zurückzudrehen.

Vonseiten des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) meldet man sich ebenfalls zur Kaufprämien-Debatte zu Wort: „Mit Ankündigungen, deren Umsetzung auf sich warten lässt, gäbe man dem Handel Steine statt Brot“, erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Er erinnerte damit an die Hängepartie bis zur versprochenen Erhöhung der Umweltprämie für Elektrofahrzeuge Anfang des Jahres. Viele Interessenten hätten darauf in Erwartung der höheren Prämie mit monatelanger Kaufzurückhaltung reagiert.

Quelle: Automobilwoche – Um den Automarkt zu beleben: Importeure schlagen dreistufiges Anreizprogramm vor

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Bundesregierung streicht Zielmarke für Elektroautos

Bundesregierung streicht Zielmarke für Elektroautos

Daniel Krenzer  —  

15 Millionen Elektroautos sollten bis 2030 in Deutschland zugelassen sein. Im Zuge des „technologieoffenen“ Kurses streicht die Bundesregierung dieses Ziel nun.

Frankreich fördert 50.000 neue E-Autos im Sozialleasing

Frankreich fördert 50.000 neue E-Autos im Sozialleasing

Daniel Krenzer  —  

Auch in der zweiten Runde des Sozialleasings in Frankreich gehen die geförderten Elektroautos weg wie knuspriges Baguette.

E-Auto-Förderung: DAT sieht Risiken und offene Fragen

E-Auto-Förderung: DAT sieht Risiken und offene Fragen

Daniel Krenzer  —  

Unter anderem sorgt sich die DAT um den Restwert von Gebrauchtwagen, der nun zusammenbrechen dürfte – ein Risiko nicht zuletzt für Leasinggeber.

EU-Kommission: Keine Zölle für Hybridautos aus China

EU-Kommission: Keine Zölle für Hybridautos aus China

Laura Horst  —  

Die Europäische Kommission plant laut einem Sprecher keine Zölle auf Hybridautos aus China. Die ursprüngliche Prüfung bezog sich nur auf chinesische E-Autos.

Kanada öffnet sich für chinesische E-Autos – und Tesla profitiert

Kanada öffnet sich für chinesische E-Autos – und Tesla profitiert

Tobias Stahl  —  

Kanada senkt den Zoll auf E-Autos aus China von 100 wieder auf 6 Prozent. Das erbost den Nachbarn USA.

E-Auto-Förderung mit Kompromisscharakter

E-Auto-Förderung mit Kompromisscharakter

Sebastian Henßler  —  

Die neue E-Auto-Prämie setzt einen stabilen Rahmen für Hersteller und Käufer. Gleichzeitig zeigt sie, wie wenig konsequent Förderpolitik derzeit gedacht ist.

Das ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Range-Extender

Das ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Range-Extender

Michael Neißendorfer  —  

Je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße gibt es 1500 bis 6000 Euro. Und das rückwirkend zum 1. Januar.