VW fährt ID.3-Produktion wieder hoch, Software erhält „letzten Schliff“

VW fährt ID.3-Produktion wieder hoch, Software erhält „letzten Schliff“
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Das Volkswagen-Werk in Zwickau fährt schrittweise die Produktion von Elektroautos wieder hoch. Der Wiederanlauf des vollelektrischen ID.3 startete am vergangenen Donnerstag zunächst mit reduzierter Kapazität und mit deutlich langsamerer Taktzeit. Dabei kommt eine Vielzahl von zusätzlichen Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Belegschaft zum Einsatz. Zudem erfolgt der Wiederanlauf entsprechend der fortlaufenden Stabilisierung der internationalen Lieferketten.

In der ersten Phase des Wiederanlaufs werden in Zwickau mit reduzierter Geschwindigkeit täglich 50 Stück des ID.3 produziert – das entspricht rund einem Drittel des Fertigungsumfangs vor der Corona-Pandemie. Zwickau ist das erste Fahrzeugwerk der deutschen Volkswagen-Standorte, das die Produktion nach der Unterbrechung Mitte März behutsam wieder hochfährt. Teilbereiche der Komponentenwerke produzieren bereits wieder als Zulieferer mit entsprechenden Schutzmaßnahmen. Auch in fast allen chinesischen Volkswagen Werken ist die Produktion bereits wieder angelaufen.

„Wir haben derzeit alle gemeinsam eine historische Aufgabe zu bewältigen. Es geht darum, die Gesundheit der Mitarbeiter unseres Unternehmens zu gewährleisten – und gleichzeitig verantwortungsvoll das Geschäft wieder zum Laufen zu bringen. Gesundheit geht bei Volkswagen vor Geschwindigkeit. Deshalb kommt es aktuell nicht zu allererst auf die Frage an, wie viele Autos pro Tag gebaut werden können. Wichtiger ist vielmehr: Der gestartete Transformationsprozess in Richtung Elektromobilität nimmt ab heute wieder Fahrt auf. Der ID.3 ist dabei für Volkswagen eines der wichtigsten Fahrzeugprojekte.“ — Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen und Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen

Das Motorenwerk Chemnitz startete ebenfalls am vergangenen Donnerstag, dem 23. April, mit dem schrittweisen Wiederanlauf. Am Montag, 27. April, folgt im Werk Zwickau der schrittweise Anlauf der Fertigung des Golf Variant. Am gleichen Tag setzt auch in der Gläsernen Manufaktur Dresden die Produktion des e-Golf in reduziertem Umfang wieder ein, die Auslieferungen an Kunden in Dresden hat bereits am 20. April begonnen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Volkswagen Sachsen, Jens Rothe, betont, dass der Schutz und die Gesundheit der Beschäftigten beim Wiederanlauf Priorität haben. Volkswagen Sachsen und Gesamtbetriebsrat haben in einer Betriebsvereinbarung dazu klare Regeln festgeschrieben. „Wir haben gemeinsam mit dem Unternehmen neue Verabredungen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen. Klar ist: Wir werden kein Risiko eingehen, die Gesundheit der Mitarbeiter hat absolute Priorität – auch wenn wir einige Fahrzeuge weniger fertigen“, so Rothe.

Der Wiederanlauf bei Volkswagen Sachsen soll in kleinen Schritten und werkspezifisch erfolgen. Zwischen Unternehmen und Betriebsrat wurde dazu ein umfassender Maßnahmenkatalog zum Schutz vor dem Virus vereinbart. Dieser sieht unter anderem konkrete Abstands- und Hygieneregeln vor, die Pflicht zu Mund-Nasen-Schutzmasken in Bereichen, wo Abstände von 1,5 Meter nicht möglich sind, kürzere Reinigungsintervalle, Entkoppelungen von Schichten, um Kontakte zu vermeiden sowie die Aufforderung zur eigenverantwortlichen Temperaturmessung vor der täglichen Arbeitsaufnahme.

Zudem werden zahlreiche Abläufe in der Produktion optimiert, gelten in allen Bereichen konsequente Mindestabstände und erhöhte Hygienestandards. Es wurde eine entsprechende Betriebsvereinbarung für den Wiederanlauf mit detaillierten Einzelmaßnahmen getroffen. Sämtliche Regelungen gelten auf den Werksgeländen auch für die Beschäftigten externer Partner und Dienstleister.

Software braucht noch „letzten Schliff“

Indes wandte sich VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann in einem auf Twitter veröffentlichten Video an die Vorbesteller und Interessenten des ID.3. Das Elektroauto werde den von der Marke gewohnten Qualitätsstandard bieten, verspricht der Manager. Dabei sprach er explizit auch die Software des E-Autos an, da hierzu seit Monaten die Gerüchteküche brodelt. Von großen Problemen und Auslieferungsverzögerungen war wiederholt die Rede. VW räumte zwar ein, dass nicht alles rund laufe, die Auslieferungen allerdings lägen voll im Zeitplan und sollen ab diesem Sommer erfolgen.

https://twitter.com/jstackmann/status/1252977484682989568

In seinem Video berichtete Stackmann von einer einwöchigen Probefahrt mit dem ID.3: Der Wagen sei „herrlich zu fahren“, „sehr agil“ und biete erstaunlich viel Platz im Innenraum. Alle im ID.3 verfügbaren Software-Funktionen seien bereits enthalten, nur noch ein „letzter Schliff“ in den kommenden Wochen sei notwendig, bevor das E-Auto wie geplant im Sommer in die ersten Kundenhände übergeben werden könne — schließlich wolle der Hersteller das Auto auf VW- und nicht Startup-Niveau ausliefern.

Quelle: Volkswagen — Pressemitteilung vom 23.04.2020 // Ecomento — VW-Vertriebschef: ID.3-Software braucht nur noch „den letzten Schliff“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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