All-in-one Prinzip: eAchse von Bosch

All-in-one Prinzip: eAchse von Bosch
Copyright:

Bosch

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Ende August hat Bosch seine eAchse vorgestellt, welche auf dem All-in-one Prinzip beruht. Diese kann die Reichweite von Elektroautos erhöhen und ist somit ein weiteres Puzzlestück beim Aufbau von Elektrofahrzeugen und Erhöhung deren Reichweite. Das besondere, was sich auch vom Namen der eAchse ableiten lässt, Bosch hat aus drei Antriebsteilen eins gemacht. In der eAchse kombiniert das Unternehmen Motor, Leistungselektronik und Getriebe kompakt miteinander. Hierdurch wird der Antrieb nicht nur deutlich effizienter, sondern auch günstiger.

Die hohe Flexibilität der Komponenten trägt dazu bei, dass die eAchse ein enormes Geschäftspotenzial besitzt. Denn hierdurch kann die Achse sowohl in Hybride und Elektroautos als auch in kleine Pkw, SUV und sogar leichte Nutzfahrzeuge eingebaut werden. Für das Unternehmen ist die eAchse ein wichtiger, gar zentraler Baustein, um ab 2020 weltweiter Marktführer bei Elektromobilität zu werden.

Hier kommt Bosch sicherlich auch die jahrelange Erfahrung zu gute, die man mittlerweile durch den Verbau von Komponenten in mehr als 500.000 Elektroautos und Hybride sammeln konnte.

„Die eAchse ist der Start-up-Antrieb für Elektroautos – auch bei etablierten Autoherstellern. Diese sparen sich damit teure Entwicklungszeit und können Elektrofahrzeuge deutlich schneller auf den Markt bringen.“ – Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions

Erste Muster der eAchse werden mit Kunden bereits getestet, in Großserie soll die Achse dann 2019 starten. In Hinblick auf die Serienfertigung hat Bosch darauf geachtet ein flexibles und weltweit einsatzbereites Fertigungskonzept zu realisieren, um zu gewährleisten, dass jeder Kunde eine auf seine Bedürfnisse angepasste und schnell in die Produktion zu integrierende Lösung erhält.

Die hohe Variabilität gewährleistet, dass eine möglichst breite Masse an interessierten Unternehmen angesprochen wird. So werden laut Dr. Mathias Pillin, Bereichsvorstand mit der Verantwortlichkeit für Elektromobilität bei Bosch, Wünsche zu Leistungsdaten, Drehmoment und Einpassung in den Bauraum aufgenommen und der Rest des Antriebs kann auf diese Parameter optimiert werden. Autohersteller erhalten so einen kompletten Antrieb nach ihren Wünschen direkt an die Montagelinie geliefert.

Hinsichtlich der Leistung des Antriebs ist man ebenso variabel, zwischen 50 und 300 Kilowatt kann sich dieser bewegen, um somit auch große Fahrzeuge wie SUV rein elektrisch anzutreiben. Der Drehmoment bewegt sich im Bereich zwischen 1.000 und 6.000 Newtonmeter. Verbaut werden kann die eAchse von Bosch sowohl an Vorder- als auch an Hinterachsen von Hybriden und Elektroautos.

Vergleicht man die eAchse mit aktuellen Alternativen zeigt sich, dass die eAchse mit einer Leistung von 150 Kilowatt etwa 90 Kilogramm wiegt und damit wesentlich weniger als bisherige Einzelkomponenten zusammen. Natürlich auch ein Punkt, der im Fahrzeugbau einen Einfluss hat.

Quelle: Pressemitteilung von Bosch vom 31.08.2017

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.