Immobilienverband fordert: Elektromobilität in Mehrfamilienhäusern besser fördern

Immobilienverband fordert: Elektromobilität in Mehrfamilienhäusern besser fördern
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Michael Neißendorfer
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Im Vorfeld des Elektromobilitätsgipfels im Bundeskanzleramt hat sich der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Steuerliche Anreize, Kaufprämien und die öffentliche Ladeinfrastruktur zu fördern allein reiche nicht aus, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, wenn nicht auch die private Ladeinfrastruktur finanziell gefördert wird.

Obwohl die Bundesregierung einige Fördermaßnahmen aufgelegt hat, sind bislang nur knapp 35.000 Elektroautos auf den Straßen. Zu wenig Ladepunkte, zu lange Ladezeiten und zu geringe Reichweiten bremsen weiterhin das Kaufinteresse. „Zeit zum Umsteuern. Der Bund sollte endlich die private Ladeinfrastruktur in den Fokus rücken“, fordert der DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler in einer Mitteilung des Verbands.

„Allein in privaten Mehrfamilienhäusern gibt es mehr als vier Millionen Stellplätze für Pkw. Hier wäre eine zielgenaue Förderung angebracht. Kaum jemand wird ein Elektroauto kaufen, wenn der nächste Ladepunkt 500 Meter von der eigenen Haustür entfernt liegt und im Zweifel gar nicht frei ist. Wartezeiten oder das unbedingte Wegfahren nach erfolgter Ladung vom öffentlichen Ladepunkt schreckt den Verbraucher ab. Der Kunde will sein Auto zu Hause laden wie sein Handy oder Laptop.“ – Martin Kaßler, DDIV-Geschäftsführer

Die fehlende private Ladeinfrastruktur sei die „Achillesferse“ der Mobilitätswende, da das Potential von Mehrfamilienhäusern nicht im Ansatz ausgeschöpft werde. Das Stromnetz zahlreicher Mehrfamilienhäuser sei oftmals nicht für die dauerhafte Beanspruchung durch mehrere parallele Ladevorgänge ausgelegt, was neben der Komplexität der Beschlussfassung in Wohnungseigentümer-Gemeinschaften private Ladeinfrastruktur verhindert. In einem Positionspapier hat der DDIV dezidiert diese Punkte benannt und zudem darauf verwiesen, dass nach der Bundestagswahl eine umfassende Reform des Wohnungseigentumsgesetzes unumgänglich sei.

Der DDIV regte im Vorfeld des E-Mobilitätsgipfels im Bundeskanzleramt gegenüber Kanzlerin Merkel ein Anreizprogramm für die private Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern mit einem Volumen von 100 Millionen Euro an.

Quelle: DDIV – Elektromobilität scheitert an Mehrfamilienhäusern

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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