Bis 2030 ein Viertel der weltweiten Batterieproduktion in Europa

Bis 2030 ein Viertel der weltweiten Batterieproduktion in Europa

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 1647362965

Endlich tut sich was: nachdem europäische Autohersteller jahrelang von Batterielieferungen aus Asien abhängig waren, zeigt die Europäische Batterieinitiative zur Ansiedelung von Produktionskapazitäten in Europa erste Wirkung. Bis Ende 2022 werden bereits 124 Gigawattstunden in Europa produziert, bis 2030 soll sich diese Zahl auf 1,5 Terawattstunden hingegen verzehnfachen! Nach einer Prognose von  Benchmark Mineral Intelligence könnte der weltweite Markt für Batteriezellen für die Elektromobilität bis 2030 auf 6 Terawattstunden steigen.

Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erstellt im Rahmen der BMBF-geförderten Begleitmaßnahme „BEMA 2020 II“ regelmäßige Forecasts zu den in Europa entstehenden Batteriezell-Produktionskapazitäten. Im aktuellen Bericht stellen sie fest, dass einerseits viele etablierte asiatische Hersteller nach Europa expandieren, andererseits eine Vielzahl neugegründeter europäischer Start-ups umfangreiche Investitionen in die Zellherstellung setzen. Nach den Ankündigungen der Hersteller gehen die Forscher davon aus, dass bis Ende 2022 bereits 124 Gigawattstunden jährlich erreicht werden. Bis 2025 soll sich dieser Wert auf 500 Gigawattstunden erhöhen, bis 2030 sogar auf 1,5 Terawattstunden. Damit könnten bis zum Ende des Jahrzehnts bereits ein Viertel der global angekündigten Produktionskapazitäten in Europa stehen.

Deutschland spielt in diesem Aufbauplan eine zentrale Rolle. Hierzulande sollen etwa 400 Gigawattstunden, also etwa ein Viertel der weltweiten Kapazitäten entstehen. Der Rest verteilt sich auf 14 andere europäische Länder. „Dieser rasante Aufbau wird maßgeblich durch europäische Akteure wie Northvolt, VW oder ACC getrieben„, erklärt Dr. Lukas Weymann, Forscher am Fraunhofer ISI. Allein diese drei Unternehmen hätten gemeinsam ungefähr ein Drittel der Produktionskapazitäten in Europa angekündigt. Allein in Deutschland planen Northvolt (Heide), VW (Salzgitter) und ACC neue Produktionsanlagen. Tesla und BMW produzieren bereits. An der Automotive Cells Company (ACC) sind Mercedes-Benz und Stellantis beteiligt. Viele dieser Projekte entstehen mit Unterstützung des europäischen Großförderprojektes „Important Project of Common European Interest (IPCEI)“.

Neben den europäischen Herstellern planen auch nicht-europäische Akteure wie CATL, Tesla, LG oder Samsung SDI den Aufbau von Produktionskapazitäten, vor allem in Osteuropa. Insgesamt haben über 40 Zellhersteller angekündigt, Batteriefabriken in Europa aufbauen zu wollen.

Quelle: Fraunhofer ISI – Presseinformation vom 15. Juli 2022

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Bis 2030 ein Viertel der weltweiten Batterieproduktion in Europa“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
10 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Sehr interessant, besonders wenn man mit Geschichten und Kommentaren von vor zwei Jahren an gleicher Stelle vergleicht. Damals wurde von Kommentatoren gerne der Untergang des Abendlandes beschrieben.

Indessen scheint man deutlich umgesteuert zu haben. Genau genommen, hatte man damals auch zum Teil schon umgesteuert, es war nur nicht bemerkt worden. Ich glaube ja bei solchen Sachen immer an die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft und besonders der deutschen Wirtschaft. Denn aus den Krisen des neuen Jahrtausends sind wir in Deutschland eher gestärkt als geschwächt hervorgegangen.

Es geht ja übrigens nicht nur um Zellen, auch Schaltkreise werden demnächst viel öfter aus Deutschland kommen. Wenn man nur denkt, dass Intel 17 Milliarden in Magdeburg investiert. So viel ist die ganze Stadt nicht wert…

Diese News könnten dich auch interessieren:

Evetta Openair: Elektro-Cabrio von Isetta inspiriert
Mercedes startet Produktion des Hypercars AMG ONE
NIO plant Batteriewechselstationen in Deutschland entlang der Hauptreiserouten

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).