Webasto und Otokar präsentieren den Elektrobus e-Kent C auf der IAA

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Copyright Abbildung(en): Otokar

Als Pionier in der Herstellung elektrischer Busse in der Türkei erweitert Otokar seine Produktpalette um den e-Kent C. Der Stadtbus ist zwölf Meter lang und bietet bis zu mehr als 100 Passagieren Platz. Die maximale Leistung beträgt 340 Kilowatt (455 PS), das maximale Drehmoment 40.000 Newtonmeter.

Bei den Batterien, die den Bus antreiben, handelt es sich um Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Akkumodule von Webasto mit je 35 Kilowattstunden. Es können bis zu zehn Batterien verbaut werden, was einer Gesamtspeicherkapazität von bis zu 350 Kilowattstunden entspricht. Die Batteriemodule sind auf dem Dach und am Heck des Busses angebracht, um bei Kurvenfahrten einen besseren Schwerpunkt und eine bessere Fahrdynamik zu erreichen. Die Reichweite des Elektrobusses liegt je nach Gelände und Nutzungsprofil bei mehr als 300 Kilometern. Er kann je nach Leistung der Ladeeinheit in vier Stunden von 0 auf 100 Prozent aufgeladen werden. Durchs Bremsen können bis zu 20 Prozent der verbrauchten Energie rückgewonnen werden. Otokar plant eine Batterie-Nutzung von zehn Jahren bzw. 3000 Ladezyklen.

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Webasto

Otokar ist seit zwölf aufeinanderfolgenden Jahren der führende Bushersteller in der Türkei und mit seinen Bussen in 50 Ländern aktiv, hauptsächlich in Europa. „Natürlich sind Preis, eine langjährige Partnerschaft mit unseren Zulieferern und verlässlicher Support sehr wichtig für uns. Sogar während der Pandemie erhalten wir hervorragende Unterstützung durch die Ingenieure von Webasto. Wir freuen uns, Webasto für den e-Kent C an unserer Seite zu haben. Webasto wird für uns auch ein zuverlässiger Partner in Bezug auf Kundendienst, Ersatzteilverfügbarkeit und Garantie sein“, sagt Erdal Usta, Commercial Vehicles Engineering Group Director bei Otokar.

Sebastian Fuchs, Produktmanager Batterien bei Webasto, ergänzt: „Wir arbeiten sehr gut mit Otokar zusammen und haben in den vergangenen Monaten viel über die Software- und Hardware-Entwicklung von Nutzfahrzeugbatterien gelernt. Dank unserer bewährten, partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Modularität unserer Batterielösungen können wir sehr schnell auf dynamische Marktanforderungen reagieren. Das verschafft Otokar und all unseren Kunden einen wirklich großen Vorteil.

Sicherheit und Qualität an erster Stelle

Um alle Sicherheitsvorschriften und Normen in Europa zu erfüllen, hat Otokar verschiedene Tests durchgeführt. Usta erklärt: „Wir haben die elektromagnetische Kompatibilität getestet, da im e-Kent C viele elektrische Komponenten verbaut sind, die in Kombination gut funktionieren müssen, ohne sich gegenseitig zu stören. Auch negative Effekte auf die Umgebung, wie z.B. Funkstörungen, müssen ausgeschlossen sein.“

Darüber hinaus testete Otokar die strukturelle Langlebigkeit der Buskarosserie. Die auf dem Dach und am Heck des Busses verbauten Batterien wiegen mehr als zwei Tonnen. „Wir mussten sicherstellen, dass die Karosserie dieses Gewicht während der gesamten Lebensdauer des Busses trägt. Wir haben insgesamt eine Million Testkilometer, die den Beanspruchungen unter realen Bedingungen entsprechen, absolviert, um an allen Stellen höchste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem haben wir mehrere Tests in verschiedenen Regionen und unter diversen klimatischen Bedingungen durchgeführt, um die Gesamtenergieeffizienz von Heiz- und Kühlsystemen und das thermische Verhalten von Teilsystemen zu überprüfen“, erläutert Usta.

Der e-Kent C auf den Straßen Europas

„Kent“ bedeutet „Stadt“ auf Türkisch. „Wir sehen den e-Kent als das zukünftige Verkehrsmittel in Städten. Mit Webasto sind wir bereits in Gesprächen, was zukünftige Projekte betrifft“, wirft Usta einen Blick in die Zukunft. Kerem Burhan, Key Account Manager bei Webasto, fügt hinzu: „Wir freuen uns auf neue Projekte mit Otokar. Bis dahin feiern wir unseren ersten gemeinsamen Erfolg: Dank des Einsatzes beider Teams wird der e-Kent bald auf den Straßen Europas unterwegs sein.

Der e-Kent C befindet sich bereits in der Serienproduktion. Otokar nimmt in den kommenden Monaten an verschiedenen Veranstaltungen teil und organisiert Roadshows und Vorführungen in Europa. In Deutschland wird der elektrische Stadtbus im September auf der IAA Mobility 2021 in München zu sehen sein. Der Bus fährt dort auf der sogenannten Blue Lane von einem Messestandort zum anderen. Die Passagiere sind eingeladen, während einer Fahrt die Stärken des e-Kent C zu erleben.

Quelle: Webasto – Pressemitteilung vom 27.08.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Die Batteriemodule sind auf dem Dach und am Heck des Busses angebracht, um bei Kurvenfahrten einen besseren Schwerpunkt und eine bessere Fahrdynamik zu erreichen.

Was ist das für ein Stuß? – Batterie gehören in den Unterboden, damit der Schwerpunkt tief liegt.

Möglich wäre natürlich, dass in der Türkei der Stauraum unter dem Fahrgastraum für die vielen Gepäckstücke (und was sonst noch mitgenommen wird) dringend gebraucht wird.

Bis zu 350 kWh als leichte Batterie von Akasol wären bis zu 2.000 kg plus das Gewicht des E-Antriebs, entfallen würden etwa 1.200kg für den Dieselmotor nebst Ausgasanlage und der Dieseltank, es blieben vermutlich etwa 1.200 kg Mehrgewicht gegenüber einem Diesel-Bus.

Hier geht es um einen Stadtbus und nicht um einen Reisecar. Stadtbusse haben keinen Stauraum im Unterboden. Wuerde man die Akkus im Unterboden verbauen, muesste man alle Haltestellen auf die neue Hoehe anpassen, damit ein moeglichst barrierefreies Einsteigen moeglich waere. Ich war zuerst auch skeptisch was die Akkus im Dach vom E-Citaro sollen, jedoch nach einer Probefahrt, merkte ich, dass man davon nichts spuehrt.

Ich befürchte 350kWh sind zu wenig um eine Linie einfach von Diesel auf Elektro umzustellen. Da muß über die Schicht nachgeladen werden.

Alles eine Frage der Planung, Morgends und am Nachmittag sind die Stoßzeiten, dazwischen kann geladen werden.

…maximales Drehmoment 40.000 Newtonmeter??? Ehrlich? Für einen Stadtbus???
Da ist doch jemand auf der Tastatur eingeschlafen!

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