Volkswagen-Konzern braucht einen neuen Chefstrategen

Volkswagen-Konzern braucht einen neuen Chefstrategen

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Der Chef des Volkswagen-Konzerns Herbert Diess muss sich nach einem neuen Chefstrategen umschauen: Michael Jost, verantwortlich für Produktstrategie des weltweit größten Autokonzerns und einer der Antreiber der Elektro-Offensive der Wolfsburger, kündigte auf seiner Website überraschend seinen Rücktritt an. Für ihn heiße es jetzt „Time for Change“. Er führe „seit 1996 eine Wochenend-Ehe und -Familie“, schreibt er auf seiner Homepage. Nun habe Corona ihn „nach Hause gebracht, und wir haben festgestellt, dass wir zusammen leben können. Hier möchte ich nun auch bleiben.“

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet ist Unternehmenskreisen zufolge Gernot Döllner, aktuell Leiter der Baureihe Panamera bei Porsche, als Josts Nachfolger im Gespräch. Das Manager-Magazin wiederum schreibt, dass Jost VW erst dann verlassen werde, wenn er seinen Nachfolger eingearbeitet habe. Volkswagen selbst äußerte sich zu der Personalie bislang noch nicht.

Seit über 10 Jahren gestalte ich gemeinsam mit wertvollen Kollegen die Zukunft der Marken und des VW Konzerns“, lauten Josts Abschiedsworte. Er habe „Harte Diesel-Zeiten“ überwunden, und nun gehe es für VW „kraftvoll in Richtung Elektromobilität“. VWs scheidender Chefstratege geht davon aus, dass der Hersteller im Jahr 2030 „SmartCars bauen, betreiben und ein kraftvoller Techkonzern sein“ werde.

Jost wiederum weiß anscheinend auch schon, wie er seine neue Freiheit genießen will: „Nach SmartCars kommen nun SmartBoats, eine nautische Passion, der ich mich gemeinsam mit der Familie widmen werde”, kündigte er an. Er wolle sich nun der Entwicklung von klimaschonenden Luxus-Yachten widmen, wofür er sich bereits mit dem Unternehmen Silent Yachts zusammengetan habe, das Katamarane mit Solarantrieb anbietet und sich dafür auch mit Teilen aus dem MEB-Elektroauto-Baukasten von VW ausstattet.

Jost war seit Ende 2015 für die Strategie der Marke VW und ab Juli 2018 für den gesamten VW-Konzern zuständig. Der Plan für Volkswagens weltweite Elektro-Offensive und den damit einhergehenden Umbau von Produktionsstätten wurde von ihm maßgeblich geprägt. Bereits seit 2018 habe er an einer Strategie für SmartCars gearbeitet, mit der die Marke VW unter dem Projektnamen „Trinity“ ab 2026 selbstfahrende Elektroautos in den Massenmarkt bringen will. Und Jost war es auch, der ankündigte, dass Volkswagen 2026 die letzte Plattform für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auflegen werde.

Quelle: Jost.de – Homepage / Reuters – Volkswagen-Chefstratege Jost verlässt den Konzern / Automobilwoche – Überraschender Rückzug: Herbert Diess verliert seinen Chefstrategen Michael Jost

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Ein Schelm, wer sich nichts böses dabei denkt.

Es gibt immer ein Leben nach der Firma. Meistens ein gutes!

Dumm gelaufen, wie so vieles.

Der Gute ist Mitte 50, in Richtung auf die 60. Ich denke, da ist es nicht schlecht, sich ggf. nochmals neuem zu widmen. Sozusagen letzte Gelegenheit, wenn man das so möchte.
Und in vielen großen Unternehmen (SAP, BASF, IBM, BMW,..) ist auf den hohen Ebenen ohnehin ein Ausscheiden mit 60 die Regel. Nicht nur auf den Hohen.

Nur die Nichthohen müssen wieder Arbeit finden.
Ist nicht immer einfach in dem Alter…..

Hängt von der Firma und von den Umständen ab. Wer etwa 25-30 Jahre an Bord ist und, sagen wir, im unteren Management, bekommt auch in manchen Firmen Vorruhestandsangebote bzw. Abfindungen mit Zahlungen von Hunderttausenden Euros. Aber ja, „it depends“.

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