Tesla-Laster „Semi“: Pilot-Produktion soll im Juni starten

Tesla-Laster "Semi": Pilot-Produktion soll im Juni starten

Copyright Abbildung(en): Mike Mareen / Shutterstock.com

Vorgestellt hat Tesla seinen elektrischen Sattelschlepper bereits 2017 – und eigentlich sollen schon 2019 erste Exemplare des „Semi“ ausgeliefert werden. Doch daraus wurde bislang nichts. In einem Brief an Besteller hat Tesla nun allerdings den Bau von Test-Fahrzeugen mit technischen Verbesserungen sowie das Aufladen mit Leistungen im Megawatt-Bereich bestätigt. Das berichtet das Magazin „Teslamag“.

Ein fester Termin für Auslieferungen wird demnach nicht genannt. Allerdings hatte Tesla-Chef Elon Musk im Januar gesagt, grundsätzlich könne gebaut werden – allerdings gebe es nicht genügend Batterien für die E-Lastwagen. Gerüchten zufolge soll trotzdem im Juni die Pilot-Produktion nahe der Akku-Gigafactory von Tesla und Panasonic im US-Bundesstaat Nevada anlaufen.

Teslamag zitiert aus dem Brief an die Besteller. Demnach hat Tesla Ende 2020 mehrere neue Test-Semis gebaut, die sich äußerlich von den bisherigen unterscheiden. Nach Angaben des Herstellers wurden sie unter dem Blech aber noch stärker überarbeitet. Die wichtigsten Veränderungen seien technische Updates von Fahrzeug-Architektur und Antrieb gewesen, heißt es – mit dem Ziel, Reichweite, Effizienz und Zuverlässigkeit zu erhöhen. Tesla zeigt sich weiter zuversichtlich, die bei der Vorstellung genannten Werte von 300 Meilen und 500 Meilen zu übertreffen. Der höhere Wert entspricht gut 800 Kilometern.

Die Mail enthielt demnach auch eine Bestätigung für sehr schnelle Lademöglichkeiten. Schon vorher war in diesem Zusammenhang von neuen Mega-Chargern die Rede – zumal sich Tesla in dem in Deutschland ansässigen Verein CharIN engagiert, der einen Standard für superschnelles Lastwagen-Laden entwickelt. Der als MCS Connector (Megawatt Charging Solution) bezeichnete Lade-Stecker von Tesla sei aktuell der einzige, der eine derart schnelle Ladelösung bieten könne.

Hoffnung auf eine baldige Auslieferung erster Tesla Semi an Kunden macht das Update allerdings eher nicht. In den „kommenden Monaten“ sollen zunächst die neuen Test-Fahrzeuge ausgiebig erprobt werden, heißt es. Als „finaler“ Standort für die Produktion sei die noch im Bau befindliche Gigafactory bei Austin/Texas bestätigt worden.

Quelle: Teslamag – Tesla bestätigt in Brief an Besteller neue Semi-Testfahrzeuge und Megawatt-Laden

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Tesla wird allen Unkenrufen zum Trotz – wie bisher am Ende immer – liefern!
Manch Kritiker hat ja außer den Timelines wenig substantielle Argumente – aber wie dem auch sei, da ich keinen Semi brauche ist mir auch völlig egal, ob er 2021, 2022, oder noch später in die Massenproduktion geht.
Was dann aber im Markt geschehen wird, darauf darf man gespannt sein.
Time will tell 😉

„Manch Kritiker hat ja außer den Timelines wenig substantielle Argumente …“

Ja, und selbst ein mögliches Zulassungs-Problem „wg. Überlänge“ der SZM könnte mit dieser Variante aus der EU-Welt geschafft werden:

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Futuricum hatte einen Antrag beim Schweizer Bundesamt für Strassen ASTRA eingereicht. Dabei ging es um eine Ausnahmeverfügung zum Bau und Einsatz von zwei Futuricum-Fahrzeugmodellen mit Überlänge. Deren Bewilligung liegt nun vor. Hierdurch wird es möglich „die Batteriepacks sowohl zwischen den Achsen wie auch hinter der Fahrerkabine zu platzieren, was einer Zusatzlänge von einem Meter bedarf“

Also: Geht doch 🙂

Gut dass der Gösi nicht weiss, dass auch die Hyundai-H2-LKW in der Schweiz eine Sonderbewilligung für zusätzliche Länge haben.

Wow! Ist doch gut, dass wenigstens das Plappervögelchen alles das weiß, was ich nicht weiß …

Am Ende ist der Weltuntergang.
Hoffen wir, dass es noch vorher ist.

Die Konkurrenz ist ja nicht sehr weit mit ihren E-Lkws, da ist es kein Problem, wenn der Semi Truck von Tesla erst 2022 oder später kommt – Hauptsache Preis, Reichweite und Nutzlast überzeugen die Käufer.

Die rein batterie-elektrischen Lkws der anderen Hersteller haben geringe Reichweiten und die H2-Lkws (z.B. von Hyundai) verprassen den Strom (Öko, Kohle, Atom usw.) unnötigerweise.

Richtig, nur Tesla hat bisher kaufbare und erlebbare E-LKWs, sonst gar niemand! 😉

Nokia war bei Handys ganz vorne, dann kam Apples Smartphone und kaum einer wollte noch Nokia Handys. Ähnliches sehe ich beim Semi Truck von Tesla und den Nachahmer-E-Lkws.

Gut hat Apple damals nicht auf Wasserstoff gesetzt 😉

Nachtrag:

Ich vergleiche Tesla mit Apple, die haben nicht versucht das Tasten-Bedienung zu verbessern, sondern haben das Ganze neu gedacht, also neues Bedienkonzept.

Ebenso hat Tesla beim Semi Truck neues Lkw-Fahrgestell und neues Batterieformat, um konkurrenzfähig bei Reichweite und Nutzlast zu sein – und da Batterien in Zukunft noch leichter und günstiger werden, wächst der Vorteil für Tesla.

Die anderen Lkw-Hersteller behelfen sich mit geringer Reichweite für eine ausreichende Nutzlast oder mit Wasserstoff und nehmen den 3-fachen Stromverbrauch in Kauf, in der Hoffnung, dass die Politik den Wasserstoff auf Bürgerkosten subventioniert.

Sorry, dann hab ich Dich falsch verstanden – und bin jetzt ganz bei Dir 🙂

Der Vergleich hinkt trotzdem. Das Smartphone war für den Anwender etwas völlig Neues. Touch, Apps(!) usw. Der Semi konkurriert am Ende trotzdem mit bestehenden LKWs, er macht generell das gleiche. Und einen Netzwerkeffekte wie bei Apples AppStore gibt es auch nicht. Das selbe übrigens auch mit BEVs – die allein sind nicht die Revolution, eher die Software, Digitalisierung usw.

Dass Tesla am Ende liefert ist klar. Es macht aber natürlich einen großen Unterschied, ob die Fahrzeuge 2019 oder erst 2023/2024 in „sinnvoller“ Stückzahl auf den Markt kommen. Und das ganze Drumherum (Service) muss im B2B-Bereich auch stimmen. Ich bin sicher, dass die anderen Hersteller durchaus dann liefern werden, wenn es darauf ankommt. Aber nur meine Meinung 🙂

Und genau um Meinung geht es hier eigentlich auch – und das ist gut so !
Meiner Meinung nach ist der Markt sowohl im BEV Bereich, als auch im LKW Bereich wirklich groß genug für viele Teilnehmer – es gilt schließlich 1,3 Milliarden Fahrzeuge vom Verbrenner weg zu bekommen 😉

So sehe ich das auch! Da kann kein Hersteller den ganzen Markt bedienen.

Tesla kann weder im Auto- noch im Lkw-Bereich die Mehrheit der benötigten Fahrzeuge liefern, der Nutzen von Tesla liegt darin, dass sie den Weg weisen.

Hätte Tesla nicht gezeigt was E-Autos können und dass es eine große Nachfrage gibt, dann würde wohl keine Regierung über das Ende des Verbrenners nachdenken.

Das Gleiche bei Lkws, hier wird Tesla zeigen was ein E-Lkw kann und dass sich dieser unterm Strich rechnet – und zudem 2/3 Strom spart im Vergleich zu H2-Lkws.

Was soll schon passieren? Am Ende ist ein Elektroauto ein Auto und ein Elektro-LKW ist ein LKW. Also werden die etablierten Hersteller das größte Stück der Torte behalten. Denn es geht um Flottenverträge und Leasingraten. Da ist Tesla in Europa und Asien raus – wie schon bei den Firmenwagen. Beim LKW haben sie nicht einmal die Gnade der frühen Geburt. Denn alle anderen sind auch schon da und haben ihre Fahrzeuge fertig entwickelt.

Aber sie warten, testen nur in kleinen Stückzahlen. Im August müssen Quotenbusse in der EU eingeführt werden. Von da ab stimmen die Basisstückzahlen, auf die man LKW für das kostensensible Logistikgeschäft aufsetzen kann. Zumal man für elektrischen Transport einen kleinen Mehrerlös realisieren kann. Denn „green“ liefern wird wichtiger seit Nachhaltigkeit als Unternehmensziel eine Vorgabe ist.

Sie denken immer noch in alten Kategorien des 20. Jahrhunderts. So wie wenn die Welt für die nächsten 1000 Jahre sich nicht ändern würde. Alle spielen dasselbe Spiel, „Es kann nur Einen geben, den Highlander“ und keiner darf diese Harmonie stören.

Ist nicht mein Mindeset, und da bin ich nicht Alleine.

Ihr Motto: „Leben und Sterben lassen“.
Mein Motto: „Leben und Leben lassen“

Erkennen Sie da den glitze kleinen Unterschied in der Wortwahl, der aber grundlegend andere Auswirkungen hat?

Du bist oder warst Angestellter/Beamter, das merkt man. Ich arbeite selbst und ständig für große Unternehmen. Daher weiß ich, wie die Wirtschaft tickt: Es geht alles nur über den Preis bei Dingen, die nicht den Markenkern bilden. Commodity, nennt das der Wirtschaftsfachmann. Und das gilt mit der Ausnahme, die ich erwähnt habe. Für eine greene oder CO2-neutrale Company darf es ein paar Cent teurer sein. Aber auch nicht 10%.

Das ist die Realität, die Tesla nicht kennt. Sie haben erst geträumt und dann das Erdachte US-Truckern gezeigt. Die fanden das Teil alle superdoof. Seitdem ist die Luft raus und Musk lässt lieblos weiterentwickeln. Ja, die US-Vorzeigeunternehmen haben 10 oder 20 von 20.000 Trucks bei Tesla bestellt, um die PR einzufahren. Im Kern hat Tesla die gesamte Entwicklung aller Fahrzeuge seit 2017 quasi eingestellt und kaum jemand hat es bisher gemerkt.

Das haben Nokia und viele andere auch schon oft gedacht too big to fail
Bei Deiner Einschätzung von Tesla wirst Du meiner Meinung nach den „fail“ Deines Lebens erleben – aber was weiß ich schon.
Andererseits – ein Analyst nach dem anderen setzt die Kursziele für Tesla immer höher – aber wahrscheinlich sind wissen die auch alle nicht, wie Deine Wirtschaft tickt 😉
Time will tell.

Bei den Flottenverträgen mit den großen Unternehmen einen Fuß in die Tür zu bekommen, ist nicht „ohne“. Siehe aktuell z. B. das Verhältnis oder eher Nichtverhältnis zwischen SAP und Tesla, dito auch sonst.
Der Großkunde erwartet nämlich zeit- und geographisch-nahes Serviceangebot seines Fahrzeuglieferanten. Und 40% Preisnachlass erwartet er ebenfalls..

Bislang hat auch jeder Privatkunde beim Autohaus Rabatte zwischen 10-X % verhandeln können – mit Tesla hat das auch aufgehört und trotzdem verkauft Tesla bisher alle produzieren Fahrzeuge- bei den LKW wird das nicht anders sein, wenn man durch den geringen Verbrauch ein viel höheres Einsparpotential hat – das wollen Berater wie David zwar noch nicht verstehen – der Markt wird das aber auch ohne Davids Hilfe regeln – ganz bestimmt sogar 😉

Der Tesla Semi sieht ja toll aus. Er würde sich nach den Batterietests sicher auch gut für einen innovativen FC-Elektroantrieb für die Langstrecke eignen. Ich glaube, daß von Tesla noch so manches Umdenken erwartet werden kann….und Nokia ist doch ein führender Anbieter von Gummistiefeln

Gut das Tesla den Semi jetzt endlich voran bringt.
Doch da wo es im PKW-Bereich bedingt akzeptiert wird das ein Fahrzeug Defekte vorzeigt, so ist (schneller) Service im NFZ-Bereich einer der wichtigsten Argumente.
Fuhrunternehmen werden der angeprangerter schlechte Service von Tesla (wie im PKW-Bereich) nicht akzeptieren. Die Margen sind da so klein, das ein Stillstand ausmacht ob man Gewinne macht oder Verluste.
Bin gespannt wie sich dies entwickelt.
Es gibt noch viel zu tun, warten wir es ab.

Da die ersten Mengen an Semis – wenn dann die Serienfertigung beginnt – ja wohl in USA/Kanada ausgeliefert werden, ist doch interessant, dass dort schon etliche Bestelligen vorliegen sollen:

Walmart (Kanada) Bestellung über 130 Tesla Semi

Pride Group Enterprises, Kanada (PGE) Order für 150 Semi, mit Option auf 500

Weitere Vorbestellungen aus USA – im Rahmen von rund 2.000 – für den Semi liegen vor von

Frito Lay, FedEx, Walmart, Anheuser-Busch und Pepsi …

Quelle: https://www.elektroauto-news.net/elektroautos/kanada-logistiker-kauft-150-tesla-semi-option-500-e-lkw

Da scheinen sich die Unternehmen also wohl doch einen (finanziellen) Vorteil vom Semi zu versprechen! So what?!

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