Tesla: VW-Chef Herbert Diess sollte die Leitung von Elon Musk übernehmen

Tesla: VW-Chef Herbert Diess sollte die Leitung von Elon Musk übernehmen
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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Herbert Diess hat einen Plan: Er will Volkswagen zum weltweit größten E-Auto-Hersteller machen. Hätte er sich 2015 anders entschieden, könnte er dieses Ziel schon erreicht haben. Denn damals lag laut Recherchen von BusinessInsider das Angebot von Tesla-CEO Elon Musk vor, dass Diess CEO von Tesla werden könne. Ein unterschriftsreifer Arbeitsvertrag der Amerikaner lag damals schon vor.

Doch für Diess lief es anders. Dieser wechselte Ende 2014 in den Konzernvorstand von VW. Zuvor war er lange als BMW-Manager tätig. Von der bevorstehenden Dieselaffäre ahnte damals noch niemand etwas. Sonst hätte sich der heutige Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG vielleicht doch anders entschieden. Wobei die Dieselaffäre VW zunächst geschadet hat, diese mittlerweile aber auf dem richtigen Kurs scheint und die Erfahrungen der Vergangenheit als Katalysator auf dem Weg in die Zukunft nutzt. Eine Zukunft, welche man in der E-Mobilität sieht.

Den US-Elektroauto-Pionier Tesla nimmt der VW-Chef nicht „als unmittelbare Bedrohung“ wahr. Sondern eher als Inspiration: „Es hilft uns derzeit eher, dass Tesla zeigt, wie es geht.“ Aber auch Tesla werde „schnell weiter wachsen und bleibt wahrscheinlich der schärfste Herausforderer“, sagte Diess. Tesla habe den großen Vorteil, „sehr fokussiert auf ein Produkt“ zu sein, „das hochvernetzte Elektroauto“. Dazu komme „ein Team mit sehr hoher Software-Kompetenz, das unheimlich schnell und flexibel ist. Das ist ein ganz neuer Typ von Wettbewerber, der keine lange Historie hat, der aber jetzt den Maßstab setzt.“ VW müsse in den Kernbereichen von Tesla „deutlich schneller werden“, um den Anschluss nicht zu verlieren, so Diess noch im vergangenen Jahr.

Fest steht: VW meint es ernst und Diess auch. Bis 2025 investiert Volkswagen rund 16 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen E-Mobilität, Hybridisierung und Digitalisierung. Bis 2030 soll der Anteil reiner E-Autos am Absatz in Europa auf mehr als 70 Prozent steigern – eine Verdoppelung gegenüber der bisherigen Planung von 35 Prozent. Und dennoch bleibt die Frage offen, warum hat sich Diess damals nicht für Tesla entschieden. Er beantwortet diese Frage nicht. Auch VW äußert sich nicht zu den Recherchen von BusinessInsider. Diese wollen auch erfahren haben, dass der Vorsitzender des Vorstands der VW AG zwar damals den Job als Tesla-CEO ablehnte, sich aber entsprechende Aktienpakete von Tesla sicherte.

Ob an der Mutmaßung etwas dran ist, dass Diess vielleicht doch noch zu Tesla wechselt, dass sollte jeder für sich selbst beantworten. 2023 läuft sein Vertrag bei VW aus, wobei wir eher von einer Verlängerung bei den Wolfsburger ausgehen, als von einem Wechsel nach Amerika. In zwei Jahren wissen wir mehr.

Quelle: BusinessInsider – Elon Musk wollte VW-Chef Herbert Diess die Leitung von Tesla übergeben

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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