Norwegen: Rekordwert von 66,7% reiner E-Fahrzeuge im Dezember

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„Zwölf Monate nachdem Deutschland Norwegen als Marktführer an Europas Elektroautomarkt überholt hat, ist Deutschlands Anteil am Markt nun mehr als doppelt so groß wie der norwegische Markt“ – so der einleitende Satz eines Artikels von vergangener Woche. Doch auch hier zeigt sich, es kommt auf den Betrachtungswinkel an. Dominiert Deutschland zwar im Absatzvolumen, hält Norwegen seinerseits weiterhin die Spitzenposition, wenn es um den Absatz von E-Autos/ PHEV-Fahrzeugen gemessen am eigenen PKW-Markt geht.

Alleine im Dezember brachte Norwegen es auf einen Marktanteil von 87,1% für Steckerfahrzeugen. Mehr als zwei Drittel davon waren reine Elektrofahrzeuge, ergänzt um Plug-In-Hybride. Auf Nicht-Hybrid-Verbrennungsfahrzeuge entfiel gerade einmal ein Marktanteil von 7,5%. Das kombinierte Steckerfahrzeug-Ergebnis von 87,1 Prozent im Dezember setzte sich aus 66,7 Prozent reinen Elektrofahrzeugen und 20,4 Prozent Plugin-Hybriden zusammen, was im Vergleich zu den letzten Monaten einen Aufschwung der E-Fahrzeuge gleichzusetzen ist. Über das gesamte Jahr hinweg hat Norwegens PKW-Markt einen kombinierte E-/ PHEV-Anteil von 74,75% erreicht, wobei E-Autos über 54,3% und PHEV über 20,4% beitrugen.

Der gesamte norwegische Automobilmarkt hat das Jahr 2020 relativ unbeschadet überstanden und liegt mit über 141.000 Neuzulassungen von Pkw nur 0,7 % unter dem Ergebnis von 2019. Das Steckerfahrzeug-Neuzulassungsvolumen im Jahr 2020 wuchs im Vergleich zu 2019 um fast ein Drittel und erreichte 105.705 Zulassungen. Auch weiterhin ist damit zu rechnen, dass der Absatz von reinen E-Autos sowie PHEV ansteigen wird. Langfristig (nach 2025) geht man davon aus, dass der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge auf über 90 % des norwegischen Automarktes ansteigen wird.

Blickt man auf die Hersteller, welchen den norwegischen Markt dominiert haben, taucht ganz vorne der VW-Konzern auf. Dieser ist mit drei Plätzen in der Top 5 der verkauften E-Autos zu finden. Der Audi e-tron schnitt angesichts seines Premium-Preissegments hervorragend ab, unterstützt durch die Einführung der e-tron 50-Variante mit etwas geringerer Reichweite und Preisgestaltung. Auch die e-tron Sportback-Varianten seien 2020 ins Programm aufgenommen worden und haben den Absatz entsprechend gestützt.

Im September 2020 hat dann die Auslieferung des VW ID.3 begonnen, welcher im Schnitt 1.938 Mal pro Monat verkauft wurde. Mit einer Absatzspitze von über 2.300 Einheiten im Dezember. Damit reichte es für den dritten Platz im Jahresranking. Sollte der ID.3 diese Absatzrate beibehalten ist damit zu rechnen, dass er Ende 2021 auf dem ersten Rang vorzufinden ist. Aktuell liegt noch das Tesla Model 3 mit 7.700 Einheiten für das Gesamtjahr 2020 davor. Der Absatz gegenüber 2019 (15.683 Einheiten) ist um gut die Hälfte eingebrochen, trotz eines äußerst starken Dezembers (4.232 Einheiten). Auf Platz 4 reiht sich der Nissan Leaf ein, auf Platz 5 ist dann noch der VW e-Golf vorzufinden. 2021 dürfte dieser jedoch keine allzu große Rolle mehr spielen.

Wie bereits erwähnt, dürften PHEVs ihren Höhepunkt bereits erreicht haben und werden ab 2021 allmählich von den reinen Stromer abgelöst. Derzeit geht man von rund 90% Steckerfahrzeuge am norwegischen PKW-Markt aus, wobei mindestens 75% davon auf reine E-Autos entfallen dürften.

Quelle: CleanTechnica – Norway Hits Record 87% Plug-in EV Share & 66% Pure Electrics In December

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Derzeit geht man von rund 90% Steckerfahrzeuge am norwegischen PKW-Markt aus, wobei mindestens 75% davon auf reine E-Autos entfallen dürften.

Wann, 2022? 2030? 2040?
vollkommen wertlose Aussage, wenn man nicht den Zeitraum dazu schreibt.

Ich denke mal 2021, da ab 2025 in Norwegen nur noch (teil-)elektrische Fahrzeuge zugelassen werden.

Aus dem Artikel Sebastians:

Derzeit geht man von rund 90% Steckerfahrzeuge am norwegischen PKW-Markt aus, wobei mindestens 75% davon auf reine E-Autos entfallen dürften.

PeHa meinte:

Wann, 2022? 2030? 2040?

vollkommen wertlose Aussage, wenn man nicht den Zeitraum dazuschreibt [sp!].

Aus dem Artikel-Kontext ergibt sich doch für den Monat Dezember 2020 ein solcher Anteil von:

87,1% für Steckerfahrzeuge

Daraus ist für mich ja ableitbar, dass Sebastian das Gesamtjahr 2021 meinte – vielleicht erklärt er sich ja noch dazu 🙂

Ist der PHEV eIn Praktisch Historisches Elektro Vehikel oder was bedeutet das?

Wie ertragreich müssen Erdgas- und Erdölfelder sein, damit ein Land es sich leisten kann seinen überschüssigen Wasserkraftstrom in E-Autos zu verfahren?

Es gibt nichts Gutes ausser man tut es.

Ich schätze mal dass man in 5-10 Jahren mit einem Verbrenner
nicht mehr über die Norwegische Grenze kommt.

Ich gehe davorn aus das in 10 Jahren das Tankstellen Netz in Norwegen langsam dünn wird.
da braucht es dann einen navi zum tanken.

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