Hat Norwegens letzte E-Auto Stunde geschlagen?

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im Gesamtranking 2019 führte bis Ende Juli noch immer Norwegen das Ranking am Elektroauto-Markt an. Für Ende August wurde prophezeit, dass Deutschland den Platz an der Spitze  einnimmt. Dies ist nicht geschehen, doch spätestens Anfang 2020 soll es dann soweit sein. Lass uns auf die Details blicken.

Deutschland lag Ende August nur 1.109 Elektroautos hinter Norwegen, in Bezug auf seinen E-Auto-Absatz. Insgesamt brachte es Norwegen von Januar bis August 2019 auf 43.397 E-Autos, Deutschland auf 42.288 und Frankreich auf Rang drei auf 26.177 Fahrzeuge. Somit konnte Deutschland den Vorsprung um 293 E-Autos verringern.

Derzeit wird erwartet, dass Norwegen sich im letzten Jahr befindet, indem man die Absatztabelle der Elektroautos-Autos in Europa anführt, ab 2020 wird Deutschland voraussichtlich der größte E-Auto-Markt Europas werden. Norwegen hält bereits seit 2013, als man Frankreich den ersten Platz abgenommen hat, die Führung am E-Auto-Markt Europas inne.

Das größte Wachstum, prozentual gesehen, fand allerdings nicht im norwegischen (+63,6 %), deutschen (+82,7%) oder französischen (42,8%) Elektroauto-Markt statt, sondern in Märkten mit geringerem Volumen wie Dänemark (318,2%), Schweden (199,2 %), Finnland (185,7%) und Irland (165,3%).

Hinsichtlich des reinen Volumens liegen allerdings Deutschland (5.006 E-Autos), Norwegen (4.713 E-Autos) sowie Großbritannien (3.147 E-Autos) an der Spitze. Bei Großbritannien verhalf vor allem die Einführung des Tesla Model 3 im August zu einem ordentlichen Schub.

Einer der bedeutendsten Märkte mit höherem Volumen und hohem Wachstum ist derzeit Schweden, das in diesem Jahr das zweithöchste Wachstum in der Region verzeichnete (+199,2%). Das Volumen steigerte man dabei auf 10.403 E-Autos, welche von Januar bis August 2019 abgesetzt wurden, was seinerseits einem Marktanteil von 4,7% am Gesamt-Automarkt Schwedens entspricht.

Aber auch unsere niederländischen Nachbarn können ihren wachsenden E-Auto-Absatz sehen lassen. Bis Ende August brachte man es dort auf 22.307 E-Auto-Zulassungen, was einem Plus von 109,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt machen E-Autos 7,6 Prozent an den dortigen Gesamtzulassungen aus. Mehr Anteil am Gesamtmarkt kann nur Norwegen mit 43,6 Prozent vorweisen.

Update – Einordnung: Wie eigentlich zu erkennen, geht es in diesem Artikel um die reine Betrachtung nach Volumen pro Markt. Dass Anteilsmäßig Norwegen mit einem Anteil von 43,6 Prozent E-Autos in Bezug auf die Gesamtzulassung in Europa weiterhin vorne liegt steht fest. Deutschland bringt es hier auf derzeit 1,7 Prozent E-Auto-Anteil am Gesamtmarkt. Verständlicherweise dadurch beeinflusst, dass eine Vielzahl von Fahrzeugen in Deutschland zugelassen ist.

Nichtsdestotrotz lässt sich in den vergangenen Monaten ein Aufschwung feststellen, der rein vom Absatzvolumen nachvollziehbar wird. Demnach darf man die durchaus provokant gewählte Überschrift „Hat Norwegens letzte E-Auto Stunde geschlagen?“ mit Nein beantworten – je nach Blickwinkel. Freuen darf man sich aber sicherlich darüber, dass man den Artikel kritisch hinterfragt und mitdenkt beim Lesen. Danke hierfür!

Quelle: Matthias Schmidt – West European Electric Car Market Intelligence Monthly Report August 2019

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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