Test- und Fahrbericht des MG ZS EV

Copyright Abbildung(en): Elektroauto-News.net

Mitte März 2021 dürfte es gewesen sein, als der britisch/ chinesische Stromer MG ZS EV seinen Weg zu mir nach Hause gefunden hat. Der Elektro-SUV aus dem B-Segment ist seit dem ersten Quartal dieses Jahres auch in Deutschland erhältlich und soll dort als Wegbereiter für die britische Automarke MG Motors, welche mittlerweile unter chinesischer Flagge agiert, dienen. Zeitnah ist zudem das Plug-in-Hybrid-Modell MG EHS auf die Straße gekommen, welches wir künftig noch einmal gesondert betrachten werden. 

Doch nun zurück zum „preiswerten“ Stromer, welcher mit einem geplanten Grundpreis ab 32.000 inklusive Steuer erhältlich sein wird. Nach Umweltbonus landet man somit bei einem Kaufpreis von unter 23.000 Euro. Grund genug, dass ich den E-SUV ein wenig genauer betrachte.

Für Elektroauto-News.net habe ich mir das erste reine Elektroauto von MG Motors im März 2021 zwölf Tage lang angesehen. War mit diesem im Alltag einige hundert Kilometer unterwegs und konnte so meine Eindrücke sammeln, um sie im Nachhinein für euch festzuhalten. 

Von Haus aus als der „erste wirklich erschwingliche, elektrische Familien-SUV“ bezeichnet, musste dieser unter Beweis stellen, ob er auch wirklich hält, was er verspricht. Zumindest in puncto Reichweite und Software musste er ein paar Abstriche hinnehmen. Der MG ZS EV hat dennoch aber auch einiges richtig gemacht. Doch dazu in den nachfolgenden Abschnitten mehr. 

Inhaltsverzeichnis

Wie immer gilt; sollten nach dem Lesen des Test- und Fahrberichts des MG ZS EV von deiner Seite noch Fragen offenstehen, einfach melden und ich versuche diese zu beantworten. Deine persönlichen Erfahrungen mit dem E-Auto von MG Motors kannst du mir gerne zukommen lassen, damit wir diese mit den anderen Lesern teilen. Über Elektroautos im Allgemeinen kannst du dich auf dieser Seite informieren.

MG ZS EV - Erschwinglicher E-SUV im B-Segment

Vor allem der Preis des E-SUV bleibt im Hinterkopf, wenn man sich erstmalig mit dem MG ZS EV auseinandersetzt. Und dennoch steht dieser nicht an erster Stelle, wenn wir uns den Stromer aus dem B-Segment etwas genauer ansehen. Denn das Zusammenspiel des Gesamtpakets muss stimmen, wenn er als E-Auto auf Dauer überzeugen will. 

Gerade, wenn man den MG ZS EV als Familienfahrzeug – wohl eher in der Stadt; als auf längeren Reisen – nutzen möchte, weiß er zu Punkten. Besonders positiv fällt hierbei die Tatsache auf, dass die europäische Sicherheitsbehörde NCAP dem MG als erstem SUV aus dem B-Segment sehr gute Noten für verschiedene Sicherheitsmerkmale verliehen hat. Somit bekommt man als Fahrer des E-Autos nicht nur besonders viel in puncto Preis-Leistungsverhältnis geboten. Sondern obendrauf noch die höchstmögliche Bewertung von 5 Sternen im NCAP-Test. Somit steht er im Test gleichauf mit dem Audi e-tron, dem Mercedes EQC sowie dem Tesla Model 3.

Im Gegensatz zu den erwähnten E-Modellen hält sich der MG ZS EV in puncto Konfiguration ein wenig zurück. Zwei Ausstattungslinien – Comfort und Luxury – stehen zur Auswahl, welche durch den Konfigurator auf der MG Motors-Webseite noch ein wenig im Detail den eigenen Vorstellungen angepasst werden können. Vorstellig wurde das E-Auto bei mir in der Ausstattungslinie Luxury und in der Farbe Diamond Red, welche ihrem Namen alle Ehre macht. Ein Rotton, welcher auch nach dem hundertsten Mal ansehen seine Wirkung behält.

Ordnen wir den Stromer noch ein wenig ein. So zählt dieser als SUV des B-Segment. Oder anders ausgedrückt, als Kleinwagen. Hierbei handelt es sich um die europäische Bezeichnung für eine Pkw-Fahrzeugklasse oberhalb der Kleinstwagen und unterhalb der Kompaktklasse. Der ZS EV von MG ordnet sich somit bewusst in ein Segment eher Platz sparender Fahrzeuge ein. Quasi, ein SUV wie für den urbanen Lebensraum erdacht.

Hinsichtlich seiner Außenmaße bringt es der Elektro-SUV der Briten auf 1.644 mm Höhe, 1.809 mm Breite sowie eine Länge von 4.314 mm. Bei einem Radstand von 2.585 mm. Das Leergewicht wird von Seiten des Herstellers mit 1.518 Kilogramm angegeben. Mitfahren können fünf Personen im SUV und dann verbleibt dennoch genügend Stauraum im 448 Liter großen Kofferraum. 

MG Motors: Voller Vorfreude auf den 100% elektrischen SUV

„Wir sehen in Deutschland eine wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Die deutschen
Autofahrer sind bereit, die Veränderungen in der Mobilität zu begrüßen – deshalb sind sie voller Vorfreude auf unseren neuen, 100 Prozent elektrischen B-Segment SUV“, so Matt Lei, CEO von MG Motor Europe, bei der Vorstellung des kompakten E-SUV. Und nicht nur Lei scheint das E-Auto zu gefallen. Auch ich wurde während meinen Testfahrten und vor allem an Ladestationen auf die eher unbekannte Marke angesprochen.

Mag auch daran liegen, dass das Design zwar nicht sonderlich ausgefallen daherkommt. Aber gerade durch seinen zeitgemäßen Design-Ansatz zu überzeugen weiß und auch dadurch als echtes Alltagsfahrzeug durchgehen kann. Einzelne Designelemente wie beispielsweise der Kühlergrill mit verbauter Ladeklappe und seinen Chrome-Applikationen wirkt von Audi/ Mercedes inspiriert. Auch die Schalter im Innenraum wirken ein wenig von VW inspiriert. Was auch daran liegen mag, dass die Muttergesellschaft von MG Motors – SAIC Motor bereits seit 1985 enge Verbindungen zur VW AG pflegt.

Angetrieben wird der Elektro-SUV von einem 105 kW/ 143 PS starken PMS-E-Motor. Echtes Allrad-Feeling kommt daher nicht auf. Sprich, Touren über Stock und Stein solle man eher meiden. War aber auch nicht der Gedanke von MG Motor hinter dem urbanen Stromer. Vielmehr wollte man ein E-Fahrzeug schaffen, welches durch Komfort, Geräumigkeit und Stil überzeugt.

Seine Energie bezieht das E-Auto aus seinem 44,5 kWh-Lithium-Ionen-Akku. Mit diesem sei dem MG ZS EV eine rein elektrische Reichweite von bis zu 263 km möglich. Nach WLTP-Zyklus. Der Stromverbrauch auf 100 km wird mit 18,6 kWh angegeben. Erscheint zunächst ein wenig gering für einen Elektroauto solcher Größe, stellte sich aber im Rahmen meiner Testfahrten als erreichbar heraus. Doch dazu in einem der späteren Abschnitte mehr.

Noch ein paar Worte zur Beschleunigung. Hier bringt der ZS EV im Stadt-Sprint auf 3,1 Sekunden von 0 auf 50 km/h. Im Sprint von 0 auf 100 km/h liegt er immerhin noch unter 8,1 Sekunden. Nicht zuletzt dem maximalen Drehmoment von 353 Nm geschuldet, welches ab dem ersten „Strom geben“ zur Verfügung steht.

Vollelektrisch unterwegs im Alltag mit dem MG ZS EV

Die reinen Fakten, hinsichtlich der Abmaße des Stromers, habe ich bereits in einem der vorherigen Absätze aufgeführt. Doch wie präsentiert und fährt er sich rein subjektiv im Alltag. Rein optisch greift der ZS EV verschiedene Designelemente andere Fahrzeuge am Markt auf; so zumindest der erste Eindruck. Als SUV im B-Segment kommt er gut ein Zentimeter kürzer als der aktuelle VW Golf daher, bietet aber vor allem im Inneren genügend Platz. Wobei es hier zwischen Fond und Rückbank zu unterscheiden gilt.

Mit 1,84 Meter Größe habe ich im Fond eine gute Beinfreiheit und fühle mich auch am Kopf nicht eingeengt, trotz des serienmäßigen Panoramadachs, welches in anderen Testberichten als einengend erwähnt wurde. Im Gegenteil, dies fügt sich stimmig ein und beschert gerade in der Übergangszeit vom Frühling in den Sommer eine gute Möglichkeit, um für Abkühlung im Innenraum zu sorgen. Auf der Rückbank sitzt man dann schon ein wenig beengter. Vor allem wenn man versucht zu Dritt dort Platz zu nehmen. Rein theoretisch möglich, in der Praxis aber nicht unbedingt empfehlenswert. Nicht zuletzt wegen der fehlenden mittleren Kopfstütze.

Genügend Stauraum bietet der E-SUV, trotz seiner geringen Größe, ausreichend. Im Kofferraum stehen 448 Liter Platz zur Verfügung. Legt man die zweigeteilte Rückbank um stehen in Summe 1.116 Liter Stauraum zur Verfügung. Unter einem stabilen Boden sind Warnweste & Co. vorzufinden. Kommen wir nun zum Fahrgefühl, bevor ich später noch einmal auf Design & Ausstattung im Detail eingehe. Wie man es von einem Elektroauto erwartet präsentiert sich auch der ZS EV von MG Motors im Alltag nahezu lautlos.

Die Lenkung ist zuverlässig, arbeitet leichtgängig und spricht gut an. Ab und an hat man dennoch ein wenig mit der Lenkung zu kämpfen. Unter anderem wenn die LDW (Spurverlassenwarnung) eingreift. Aus meiner Sicht ein wenig zu früh und vor allem zu rabiat. Wenn man nicht darauf gefasst ist, wirkt es, als ob jemand am Lenkrad herumreißt. Ansonsten setzt der ZS EV noch auf eine Adaptive Geschwindigkeitsregelung, welche sehr simpel zu- und abgeschaltet werden kann, sowie ein AEB-System (automatische Notbremsung), welche ich glücklicherweise nicht praktisch bewerten musste. Dennoch positiv zu wissen, dass ein solches System verbaut ist.

Gefahren wird der E-SUV in einem von drei Fahrmodi – Eco, Normal oder Sportlich. Wie man es von anderen E-Autos kennt wird hierdurch die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs gedrosselt oder gesteigert. Was seinerseits Einfluss auf den Energieverbrauch hat. In der Regel stehen 105 kW/ 143 PS zur Verfügung, welche den Stromer nach vorne preschen lassen, wenn man es im Sport-Modus darauf anlegt. Im Eco-Modus, von mir präferiert, kommt der ZS EV ebenfalls gut voran. Eben nur eine Spur gemächlicher und zurückhaltender. Das Zusammenspiel mit einer der höheren Rekuperationsstufen bremst den SUV dabei weiter ein. Sowohl Fahr- als auch Rekuperationsmodi lassen sich über Schalter in der Mittelkonsole auswählen.

Gespurtet von 0 auf 100 km/h wird in 8,2 Sekunden. So die Angabe des Herstellers. Was ich im Alltag nicht getestet habe. Aber sehr wohl das Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h (abgeregelt). Diese erreicht er durchaus, laut Tacho war er sogar mit um die 150- 155 km/h unterwegs. Jedoch ist der SUV für Schnellfahren nicht gedacht, „kleinem“ Akku sei Dank. Muss er aber auch nicht, ist der B-Segment E-SUV doch eh eher für gemächliches Fahren im urbanen Alltag gedacht. Und das kann er.

Reichweite und Verbrauch des ZS EV von MG Motors

Bis zu 263 Kilometer Reichweite (WLTP-Zyklus kombiniert) soll der MG ZS EV zurücklegen können. Dies galt es zu beweisen. Bevor wir uns allerdings der alltäglichen Reichweite beziehungsweise Verbrauch widmen zunächst ein paar Fakten zu unserem Testwagen, übersichtlich zusammengefasst.

Von reinen Stadtfahrten, über Überland- bis hin zu Autobahnfahrten war alles mit dabei. Somit hatte ich die Möglichkeit einen ganz guten Querschnitt durch die Strecken abzubilden, welche der das Elektroauto von MG Motors wohl auch unter „normalen Begebenheiten“ meistern müsste. Am Ende standen aufgrund der aktuellen Covid-19 Beschränkungen um die 405 Kilometer auf dem Tacho, welche ich zurückgelegt habe. Dennoch ausreichend, um ein erstes Bild vom Stromer zu bekommen.

Auf die drei zur Verfügung stehenden Fahrmodi bin ich in einem der vorherigen Abschnitte bereits eingegangen. Ebenso auf die Rekuperationsmodi. Dabei zeigt sich im Alltag, dass die richtige Wahl durchaus einen starken Einfluss auf die Reichweite des SUV ausübt. Vor allem im Eco-Fahrmodus macht man im urbanen Alltag aus meiner Sicht nichts verkehrt und unterschreitet dann sogar die WLTP-Vorgaben des Stromers. Mit 18,6 kWh auf 100 km wird dieser angeben. Im Verlauf meiner Testphase konnte ich einen Schnitt von um die 18,3 kWh/100 km erreichen und habe mich im Alltag nicht wirklich eingeschränkt gefühlt.

Laden des MG ZS EV - diese Möglichkeiten gibt es

Klar ist, irgendwann ist auch der größte Akku leer. Oder zumindest so leer, dass er geladen werden muss. Für diesen Fall verfügt der MG ZS EV über eine Bordladevorrichtung mit einer Ladeleistung von 6,6 kW. Somit kann er über einen Standard-Netzstromanschluss von 230 V (Wechselstrom) zu Hause aufgeladen werden. Besser noch an einer entsprechenden Wallbox. Zum schnellen Aufladen an öffentlichen Ladestationen kann der ZS EV mit bis zu 76 kW Gleichstrom annehmen.

Selbst konnte ich den ZS EV nur an einem 50-kW-Schnelllader aufladen. Hier hat dieser aber durchaus nach einer kurzen Anlaufphase die vollen 50 kW geladen – allerdings nicht beständig. Um jedoch ein besseres Bild für dich zu zeichnen, habe ich nachfolgend die Daten von Fastned eingefügt, welche den Stromer über eine Vielzahl von Ladevorgängen betrachtet haben.

Von zwei meiner Ladevorgänge habe ich zudem die Zeiten und geladene Energie aufgeschrieben. So konnte der ZS EV in einer Zeit von 40 Minuten rund 21,41 kWh laden, hier hat man sich im Fenster zwischen 20 bis 80% bewegt. Für 30,20 kWh, welche der Stromer nachgeladen hat, hat er dann schon 1 Stunde 32 Minuten benötigt. In diesem Fall ging es von 32 auf 100%. Ein deutliches Zeichen dafür, dass das E-Auto – wie andere E-Fahrzeuge auch – gerade bei den letzten zwanzig Prozent deutlich langsamer in puncto Ladegeschwindigkeit werden.

Exterieur und Interieur des MG ZS EV im Blick

Erste Erfahrungen, beschriebene Eindrücke und eingebundene Fotos haben dir hoffentlich einen Eindruck des Elektro-SUV von MG Motors vermitteln können. Nun tauchen wir gemeinsam noch ein wenig mehr ein und betrachten das Exterieur und Interieur des E-Autos etwas genauer.

Exterieur: Zurückhaltendes Design ohne großen Schnick-Schnack

In Sachen Design hat man sich beim Elektroauto Gedanken gemacht. So setzt der ZS EV auf die neueste Entwicklung des markanten Stern-Fahrergrills von MG, der das berühmte achteckige Logo perfekt umrahmt. Es integriert auch nahtlos den CCS-Ladeanschluss. Die neuartigen 17″-Leichtmetallfelgen sind leicht und extrem aerodynamisch gestaltet und tragen dazu bei, die Reichweite noch weiter zu maximieren.

Der Akku selbst befindet sich im Fahrzeugboden, somit musste MG Motor UK beim Aufbau des Fahrzeugs in puncto Innen- oder Stauraum keine Kompromisse eingehen. Dies führt auch zu einem niedrigen Schwerpunkt, was den ZS EV agil und dynamisch in den Kurven liegen lässt. 

Die Nähe zur Verbrenner-Alternative lässt sich sicher nicht verleugnen. Mag daran liegen, dass der in China gefertigte Stromer sich die Plattform mit diesem teilt. Jedoch geht man von Seiten MG Motors keine Kompromisse für die E-Variante ein, da diese bereits von Beginn an für beide Antriebsalternativen erdacht wurde.

Das generelle Auftreten des ZS EV kann man als zurückhaltend bezeichnen. Denn im Gegensatz zu anderen E-Fahrzeugen hält sich der MG-Stromer mit ausgefallenen Designansätzen zurück und möchte einfach ein Fahrzeug sein, welches in Summe zu überzeugen weiß. Dies gelingt. Auffällig ist lediglich die Front des Stromers, welche in der gitterförmigen Wabenstruktur die Ladeanschlüsse verbirgt. Hier zeigt sich allerdings auch ein „Problem“ im Alltag. Denn durch die Tatsache, dass die Wabenstruktur nach oben geöffnet wird, ist diese durchaus im Weg, wenn man das Ladekabel einstecken möchte. Des Weiteren ist es so, dass der MG erst dann Strom lädt, wenn er verschlossen ist. Dabei kann man nur über die Anzeige an der Ladestation erfahren, wie viel Strom er gerade zieht, und wie lange es dauert, bis die Batterie voll geladen ist,

An sich Kleinigkeiten, welche man in Kauf nimmt, für einen Stromer, der sich in seiner Klasse als relativ „günstig“ erweist. Wobei hier nochmals auf den Einsatzweck vor allem im urbanen Umfeld hingewiesen wird. Zwar wäre es dem ZS EV möglich eine vierköpfige Familie in den Urlaub zu begleiten. Die Ladepausen auf dem Weg dorthin könnten der Stimmung allerdings nicht zuträglich werden, insofern sich die Familie nicht darauf einlässt.

Interieur: Modern, minimalistisch und vor allem eindeutig skandinavisch geprägt

Den ZS EV gibt es wahlweise in einem von zwei Ausstattungspaketen: Comfort oder Luxury. In beiden Ausstattungsvarianten fährt der Kompakt-SUV vor mit unter anderem Klimaanlage, Infotainmentsystem mit Navi, DAB und Konnektivitätstechnik, Einparkhilfe, Keyless-Entry und Lederlenkrad. Die Luxury-Ausstattung bietet zudem ein Panorama-Schiebedach, Kunstleder-Sitze mit Sitzheizung vorne, eine Totwinkel-Überwachung und eine Rückfahrkamera. 

Bei beiden Modellen serienmäßig ist das Fahrerassistenzsystem MG Pilot mit Funktionen wie adaptive Geschwindigkeitsregelung, automatische Notbremsung, Spurhalte-, Geschwindigkeits- und Stauassistent. Der angesprochene Spurhalteassistent arbeitet ein wenig ruppig und greift für mein Gefühl manchmal zu stark beim Fahren ein.

Ansonsten ist der ZS EV ein Auto, das problemlos vier Erwachsene in relativem Komfort transportieren kann und mehr als genug Platz im Innenraum bietet. Der Innenraum an sich präsentiert sich aufgeräumt, nicht überladen und auf das Wesentliche beschränkt. Beim Design setzt MG hierbei auf eine Kombination aus glänzendem Schwarz und chromähnlichen Kunststoffoberflächen, welche bei genauerer Betrachtung nicht gänzlich solide wirken. Sämtliche Bedienelemente befinden sich in Reichweite des Fahrers und sind gut zugänglich. 

Das Infotainment-System kommt ebenfalls klar strukturiert und mit einer guten Darstellung daher. Könnte in puncto Geschwindigkeit allerdings ein Update vertragen. Persönlich finde ich es immer ein wenig ärgerlich, wenn Navi oder Radio-Steuerung gefühlt Ewigkeiten benötigen, um genutzt werden zu können. Des Weiteren könnte man an der Darstellung der Navi-Ansicht ein wenig arbeiten. Im Vergleich zum MG EHS Plug-In-Hybrid liegen hier gefühlt Welten dazwischen. Doch hierzu in einem der folgenden Testberichte mehr.

Genügend Stauraum bietet der E-SUV ausreichend. Im Kofferraum stehen 448 Liter Platz zur Verfügung. Legt man die zweigeteilte Rückbank um stehen in Summe 1.116 Liter Stauraum zur Verfügung. Alles in allem eine Ausstattung, welche der preislichen Einordnung entspricht und dennoch zufriedenstellend erscheint.

Ein Blick auf die technischen Daten des MG ZS EV

Bevor wir im Detail die technischen Daten des ZS EV von MG Motors betrachten, sei gesagt, dass diese auf Basis der technischen Daten der MG-Webseite Stand 04/2021 beruhen und mit meinem Testfahrzeug übereinstimmen. Des Weiteren findest du weitere technische Details/Daten über den gesamten Testbericht verteilt.

 MG ZS EV
Höhe1.644 mm
Breite1.809 mm
Länge4.314 mm
Radstand2.585 mm
Leergewicht (EG)1.566 kg
Zulässiges Gesamtgewicht (zGM)1.966 kg
Nutzlast475 kg
Kofferraumvolumen448 Liter
Kofferraumvolumen max.1.116 Liter
Leistung105 kW/ 143 PS
Max. Drehmoment353 Nm
AntriebFront
Beschleunigung 0 auf 100 km/h8,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit140 km/h
Reichweite (WLTP)263 km
Batterie44,5 kWh-Lithium-Ionen-Akku
Lademöglichkeit75 kW – CCS-Schnellladen
6,6 kW – AC-Laden

MG ZS EV: Preise & Förderung durch Umweltbonus

Sollten dich die bisherigen Eindrücke des Stromers von MG Motors überzeugt haben, dann ist es nun wohl an der Zeit einen Blick auf die Preise zu werfen. Auch ob die Förderung durch den Umweltbonus für das Elektroauto der britischen Marke eine Option ist will ich nicht unbeachtet lassen.

Seit Februar 2020 gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro werden nun vom Kaufpreis erstattet. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro wird der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung wird künftig bei 65.000 Euro stattfinden. Des Weiteren ist mit dem jüngsten Konjunkturpaket eine Förderung reiner E-Autos in Höhe von maximal 9.000 Euro möglich sein; wenn der Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro liegt.

Ausgehend von der Luxury-Version startet man bei einem Listenpreis von 33.900,00 Euro; bei meinem Testwagen kam noch der Aufpreis für die Farbe Diamond Red in Höhe von 650,00 Euro hinzu. Von dieser Gesamtsumme ausgehend wird der BAFA Umweltbonus (Staat/ Hersteller) sowie die Innovationsprämie (Staat) in Abzug gebracht. Schlußendlich landet man somit bei einem Kaufpreis von 25.070,00 Euro, für die vollausgestattete Variante des ZS EV.

MG gibt auf das Fahrzeug fünf, auf den Akku sogar acht Jahre bzw. bis zu 150.000 Kilometer Garantie. Damit übertrifft MG die meisten etablierten Hersteller – mit Ausnahme von KIA (sieben Jahre) und Hyundai (fünf Jahre). Beim Euro-NCAP-Crashtest hat der MG ZS EV die Höchstwertung von fünf Sternen erreicht.

Fazit zum Test des ZS EV von MG Motors

Für eine Gesamtsumme von knapp über 25.000 Euro präsentiert MG Motors einen vollausgestatten Stromer, der vor allem im urbanen Alltag zu überzeugen weiß. Und dennoch ist es so, dass trotz überzeugendem Konzept der ein oder andere Makel auffällt. So sind die 263 km Reichweite nach WLTP-Zyklus, selbst für ein Fahrzeug dieser Größer, in ein, zwei Jahren sicher nicht mehr Alltagsgemäß. Hier hätte man sicherlich noch ein wenig drauflegen können, um den Sprung über die 300 km Marke zu schaffen. Wäre dann aber natürlich zu Lasten des Preises gegangen.

Die Sicherheitsfunktionen, das überzeugende Ergebnis beim NCAP-Crashtest als auch die hohen Garantiezeiträume tragen positiv zum Erscheinungsbild des Stromers bei. Beziehungsweise könnten dann eben doch das Zünglein an der Waage sein, wenn man schwankt, ob man sich nun für den ZS EV entscheidet oder nicht. Rein optisch kommt er eher zurückhaltend und nicht sehr auffällig daher. Muss er auch nicht und dennoch merkt man, dass er durchaus im alltäglichen Treiben untergehen kann.

Was ich damit sagen möchte, wer sich für den ZS EV von MG Motors entscheidet, der weiß spätestens nach dem Lesen des Test- und Erfahrungsberichtes, was ihn erwartet. Und sollte dies die Grundlage für die Entscheidung sein, dann macht man sicherlich auch nichts verkehrt.

Disclaimer

Der MG ZS EV wurde mir für diesen Testbericht kostenfrei, für den Zeitraum von zwei Wochen, von MG Motors zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ist das ein ernsthafter Angriff der Chinesen auf unseren Automarkt? Diesen Wagen frisst ein ID.4 oder Enyaq mit kleinem Akku zum Frühstück.

„Mitte März 2021 dürfte es gewesen sein“
Na da bin ich doch also zuversichtlich, dass sich diese zeitliche Angabe jetzt, knapp 3 Wochen später, noch richtig rekonstruieren ließ

WEnn man sich die Praxisreports für diesen Wagen ansieht .. und die Rostnester nach 1 Jahr kennt .. weiß man, dass dieser Wagen das ist, was er ist: ein absolutes Billigprodukt. Etwas ‚billiger‘ als enyaq/id.4 aber selbst mit kleinstem Akku kommen die deutlich weiter, bieten mehr Platz und auf Wunsch deutsch bessere Ausstattung. Was dann preiswerter ist kann jeder selbst entscheiden.

Wenn man Dacia will soll man gleich Dacia nehmen.

ideal für Rentner wie mein Vater. wer nur einkaufen fährt und kleine Wochenende Ausflüge macht für den ist das doch für den Preis genial.

Ist denn zum Service-Netz von MG in Deutschland auch schon näheres bekannt? Wahrscheinlich arbeiten sie diesbezüglich mit jemandem zusammen der Abdeckung wegen – wäre zu wünschen.

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