Günstige Kleinwagen vom Aussterben bedroht

Günstige Kleinwagen vom Aussterben bedroht

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Angesichts wachsender Probleme mit Platz und Luft könnte man sie eigentlich gut gebrauchen – doch Kleinwagen unter vier Meter und für weniger als 10.000 Euro sind eine vom Aussterben bedrohte Gattung. Der Grund: Es wird für die Hersteller immer teurer, Verbrenner für ständig schärfere Schadstoff-Normen fit zu kriegen. In der Folge könnten die Winzlinge weitgehend vom Markt verschwinden.

Eine Umsetzung der diskutierten EU7-Szenarien wäre nur mit tiefgreifenden technischen Maßnahmen möglich, die aufwendig und damit sehr kostenintensiv sind„, zitiert „zeit.de“ Frank Welsch, den Qualitätschef des VW-Konzerns. Um tatsächlich auf die geforderten CO2-Werte zu kommen, müssten deutlich stärkere E-Motoren und größere Pufferakkus eingebaut werden. Von einer erweiterten Abgasnachbehandlung im Kampf gegen Stickoxide und Kohlenmonoxid ganz zu schweigen. Dieser Aufpreis wäre im besonders sensiblen Segment der Kleinwagen für viele nicht mehr tragbar.

Erschwingliche Einstiegsfahrzeuge mit Verbrennungsmotor würden damit definitiv der Vergangenheit angehören, so Welsch. Konzern-Chef Herbert Diess wird sogar noch deutlicher: Einem Nachfolger für den Kleinwagen Up hat er bereits eine Absage erteilt – selbst der Polo ist unter diesen Vorzeichen in Gefahr.

Nicht ohne Grund, sagt Professor Stefan Bratzel von der Hochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Je günstiger ein Fahrzeug ist, desto höher fällt der zusätzliche Anteil der Kosten für die verbesserte Abgasreinigung aus. Und desto schwieriger werde es sein, diese Kosten an die Kunden weiterzugeben, so der Automobilwirtschaftler. „Kleinere Autos sind dann praktisch unverkäuflich und dürften eingestellt werden.

Ganz so weit geht mag Andreas Radics vom Strategieberater Berylls in München zwar nicht gehen, doch erwartet auch er dramatische Veränderungen im Angebot: Die Auswahl werde deutlich geringer – und verbleibende Modelle würden sehr viel länger gebaut, um die Entwicklungskosten zu amortisieren. Doch selbst diese Autos dürften nach Ansicht vieler Experten spürbar teurer werden. CO2-Reduktion gebe es nicht zum Nulltarif, heißt es beim Branchenverband VDA. Von den hohen Preisen für elektrische Kleinwagen ganz zu schweigen.

Doch mit höheren Autopreisen werde Mobilität nicht zwingend teurer, glaubt das International Council on Clean Transportation (ICCT) in Berlin und knüpft die Prognose an weiter steigende Treibstoffpreise: Weil saubere Autos weniger Sprit bräuchten und Elektroautos in der Wartung billiger seien, könnten die Kunden unter dem Strich langfristig sogar sparen.

Dass es auch gegen den Trend geht, zeigen einige Hersteller. Toyota hat die Entwicklung eines neuen Aygo angekündigt, Skoda plant eine Neuauflage des Fabia – und die Billigmarke Dacia zeigt mit dem „Spring“, dass auch der Trend zur Elektrifizierung nicht zwangsweise zu größeren und teureren Autos führen muss. Immerhin will auch VW-Chef Diess ein E-Modell deutlich unterhalb des ID3 positionieren.

Quelle: zeit.de – Baldiges Aus für günstige Kleinwagen?

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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natürlich sind die kleinen Verbrenner die ersten die vom Markt verschwinden (geringe Marge) danach werden es die Mittelklasse und zuletzt die Oberklasse Verbrenner sein.
es werden aber mit Sicherheit genügend betzahlbare E-Kleinwagen geben wenn nicht von den europäischen Herstellern dann eben von China, dort gibt es schon einige E-Fahrzeug für unter 10.000 Euro. Derzeit haben ja die Elektroautos absolute Mondpreise, die werden aber spätestens nach wegfall der Subventionen deutlich runtergehen, sieht man ja bei den smart-TV vor wenigen Jahren noch hat ein 55″ Smart-TV noch rund 2500 Euro gekostet inzwischen bekommt man solche Geräte sogar mit verbesserter Ausstattung als damals für unter 500 Euro wid beim E-auto genau die gleiche Entwicklung nehmen deutlich billigere Batterien sdind ja von Tesla und auch von VW und Chinesischen Herstellern angekündigt ca. 50% billiger als derzeit und natürlich wenn mal die richtige Massenproduktion anläuft

Keines dieser Fahrzeuge hat eine nutzbare Reichweite um als einziges Auto für Geringverdiener dienen zu können. Oder auch als erstes Auto für Fahranfänger. Welcher 18-Jährige soll denn bitteschön in 10 Jahren mit einem gebrauchten Dacia Spring Urlaub am Atlantik machen?! Ob Akkus mal so billig werden, dass bis 2035 auch ein Fahrzeug zum Einstiegspreis eines VW-Polo oder Hyundai i20 Genug Reichweite hat um uneingeschränkt auf der Langstrecke nutzbar zu sein, wird die Zukunft zeigen.

Ich unke mal: In 10 Jahren ist der Atlantik vielleicht gar nicht mehr so weit weg…

Bingo; downsizing kommt von selbst, je später desto schmerzhafter…
Die Natur hat noch keiner vollständig überlistet…

Ich habe in Freiburg studiert, dort sagt man gerne: „Wenn Frankreich nicht wär, läge Freiburg am Meer“.

Davon abgesehen finde ich es unfassbar arrogant Menschen ohne ausreichendes Einkommen die Individualmobilität absprechen zu wollen. Man wird sehen ob diese rechtzeitig an der Wahlurne merken, was die grüne Elite mit ihnen vor hat.

Persönlich könnte ich mir auch einfach ein Model 3LR vor die Türe stellen. Aber ich will einfach nicht so viel Geld für ein Auto ausgeben. Zwischen leisten können und leisten wollen besteht doch immer noch ein erheblicher Unterschied. Richtig bitter wird es aber für die, die nicht mal könnten wenn sie wollten.

Unserer politischen Führung fällt leider immer nur eine künstliche Verknappung durch Erhöhung der Abgabenlast ein. Das war schon immer so, wird auch in diesem Fall so sein und ist keine Erfindung der „Grünen Elite“.

Ich finde es unfassbar arrogant die Individualmobilität vor dem Schutz unseres Lebensraums zu stellen. Dann fährt er hält nicht an den Atlantik sondern in die Alpen oder die Nordsee. Unser derzeitiger Lebensstil ist nicht auf alle Menschen übertragbar. Nur weil wir über unsere Verhältnisse leben, heißt das nicht, dass die kommenden Generationen das auch tun können. Geschweige denn von den Milliarden Menschen die überhaupt keinen Zugang zu Individualmobilität haben. Warum sollte sich ein deutscher Geringverdiener was leisten können, was für einen Afrikaner oder Bangladeshi niemals erreichbar sein wird? Ist das nicht genauso arrogant?

Farnsworth

Kann ich 100% zustimmen. Danke vielmals für diese treffende Antwort.

Wenn der Klimawandel so weitergeht, gibt es bald keine Straße mehr, auf denen man in den Urlaub fahren kann. Und je nach Region, auch keine Hotels oder Unterkünfte mehr.

„… Auto für Fahranfänger. Welcher 18-Jährige soll denn bitteschön in 10 Jahren mit einem gebrauchten Dacia Spring Urlaub am Atlantik machen?!“

Wie wär’s denn bitteschön mal mit der Antwort „keiner“? – Ach, Du meinst, das ist (trotz des allseits zu beobachtendem Klimaumbruchs!) unzumutbar?
»Wir« sind z.B. – wenn ich mich da richtig erinnere 😛 – mit Bus oder Bahn (Interrail!) ans Mittelmeer gefahren oder u.a. während der Studienzeit zum Wandern gefahren, z.B. mit gemeinsam gemietetem VW-Bus (9 Personen) nach Salzburg in die Alpen oder – was auch vorkam – per LKW-Anhalter nach Nordnorwegen (und zurück!) … tja, ging eben doch auch!

Last edited 8 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Ein Auto zu besitzen ist KEIN MENSCHENRECHT. Wieso müssen alle so irre sein und an den Atlantik fahren, um Ferien zu machen. Was ist das nur für ein eingeschränkter Blickwinkel auf uns Menschen. So wie, jeder muss Fussball mögen.

Wo steht es geschrieben, das jeder jedes Jahr mit dem eigenen Fahrzeug in den Urlaub fahren soll? Es gibt auch andere Möglichkeiten, dort hin zu fahren. Wo ein Wille, da auch ein smarter Weg.

Mein Ioniq hat einen kleinen 28 kWh Akku, wird in wenigen Jahren gebraucht unter 10T€ kosten und fährt problemlos und komfortabel bis an den Atlantik. Und das mit einem Technologiestand von 2016

Dann gibt es halt nur noch elektrische Kleinwagen. Wenn Tesla die Akkukosten mit ihren 4680 Zellen tatsächlich schon bei 50€/kWh positioniert hat, dann kostet ein 40kWh Akku ja gerade mal 2.000€. Und das reicht in einem Klein bis Kleinstwagen. Wenn man dann noch eine ordentliche Schnellladefähigkeit mit 100kW integriert. Mein E-Up hat auch nur 36kWh. Bis jetzt habe ich nichts vermisst. Längere Strecken sind jetzt halt etwas gemütlicher. Der Verbrauch dafür sensationell.

Farnsworth

Ganz ehrlich – wenn ich regelmäßig längere Stecken fahren würde, würde ich nie einen Kleinstwagen kaufen. Ich bin in meinen 30 Jahren im Job viel im Aussendienst gewesen. Der kleinste Firmenwagen war mal eine A-Klasse – das war aber der Parksituation in Hamburg geschuldet. im Schnitt 600km/Tank dann eine Pause, so geht auch an einem Tag Hamburg-Heidelberg-Hamburg … und bei den Stromern wird es ähnlich werden. Niemand braucht 1000km Reichweite, wenn ich an einer Schnelladesäule genauso schnell nachtanken kann wie beim Diesel.

Zurück zu den kleinen Stromern. Wir haben einen UP und einen Beetle. Wir pendeln beide und zu 98% sind die Autos nur mit einer Person besetzt. Wenn ich mich bei uns im Dorf umsehe, geht es dem Großteil der Bewohner genauso. Klar reicht dafür ein kleiner Akku – aber eben nur bei einem Auto. Das zweite sollte zumindest so viel Speicher mitbringen um für einen Tagesausflug an die See / Alpen / Mecklenburger Seenplatte / etc – je nachdem wo man wohnt – auszureichen.
Ich fahr den Beetle in der Carbioversion als Motorradersatz. Auf meiner Rückbank waren in den 8 Jahren 3 Personen gesessen – in Summe keine 100km von aktuell ca 190tkm.

Wo sind die MX5, Mini Cabrio, Beetle Cabrios dieser Welt ?
Ich seh keine kleinen Stromer Carbios, die bezahlbar wären.

Ich bin GenX und fahre lieber selber, ohne die ganzen Assis. Und mein Wohnzimmer finde ich auch toll, brauch kein zweites auf Rädern.

Klein, leicht, Cabrio, 40kw Akku .. für den eRod von Kyburz bin ich zu alt 😉
Ich bin gespannt was noch so alles kommt.

Wie wäre es denn auch mal ein paar Jahre zurück zu denken? Es geht ja nicht um die Spielzeuge, die sich die obere Mittelschicht zum Spaß als Zweit- oder Drittwagen vor die Doppelgarage des freistehenden Einfamilienhauses stellt. Ob der MX-5, den ich zum Spaß am Wochenende mal 100km durch den Schwarzwald bewege, nun mit Benzin oder elektrisch läuft ist doch völlig egal.
Der Fahranfänger, der aber ein Karre vom Schlage eines Dacia Spring oder Fiat 500e in 10-15 Jahren als Gebrauchten fahren muss, tut mir jetzt schon leid. Vor allem bei der zu erwartenden Akkugesundheit. Aber bis 2035 ist noch viel Zeit, vielleicht klappt es ja bis dahin den elektrischen Kleinwagen zu einem funktionierenden Konzept zu machen. Ansonsten gibt es auch noch bis mindestens 2045 anständige Gebrauchte.

Wie teuer mag ein Austauschakku in 10-15 Jahren für meinen E-Up schon sein? Wobei ich von keiner großen Alterung ausgehe, da ich meinen Akku in der Regel zwischen 25 und 70% halte. Und wie gesagt unser E-Up ist unser Erstauto. Da machen wir alles mit. Auch in den Urlaub fahren. Geht alles, wenn man nur will.

Farnsworth

Farnsworth, gut zu hören dass der E-Up, ich nehme mal an der Aktuelle, voll für euch ausreicht. Ich war inmer Kritisch wenn es um ‚umgebaute‘ ICE Fahrzeuge geht aber was VW da geleistet hat ist voll in Ordnung.
Ich habe der E-Up Probe gefahren und war beeindruckt über die Leistung, Fahrverhalten und der Verbrauch. Die Reichweite und sonstiges am Fahrzeug reichen vollkommen aus im Alltag!

Last edited 7 Tage zuvor by Raymond

Ich denke mit 2 Kindern würde er nur als Zweitwagen taugen. Dann könnte man nicht genug Gepäck in den Urlaub mitnehmen. Für 3 ist er perfekt. Preis Leistung stimmt total.

Farnsworth

Der MX-5 ist in unserem Fall nicht einmal ein reines Spaßmobil, sondern unser täglich genutzer Zweitwagen. Tatsächlich ist der MX-5 für uns zudem ein veritables Wochenendauto mit ausgedehnten Touren deutlich über 100 km und sogar für den Jahresurlaub nach Frankreich/Italien zu Zweit fest eingeplant!
Mit der aktuellen Generation geht das noch. Der Wagen hat zwar auch als Verbrenner nur eine mickrige Reichweite von etwas über 400 km, allerdings kann man nach ca. 5 Minuten weiterfahren.

Wie das mit einem rein elektrifizierten MX-5 und den aktuell gravierenden Limitationen (Ladedauer, Akkugröße, Akkupreise) bei einem solch kleinen Auto zukünftig funktionieren soll, was den Einstiegspreis und den Nutzungskomfort angeht, da habe ich momentan viele Fragezeichen!

Ganz ehrlich: wenn ich regelmäßig längere Strecken fahren würde, würde ich mir Gedanken machen, ob das wirklich sein muss und notfalls den Job wechseln. Ich habe es gemacht. Ich hatte früher mal 24.000km allein an Arbeitsweg pro Jahr. Völlig krank Und durch Home-Office habe ich letztes Jahr nochmal 8.000km gespart.

Nicht einmal 1% meiner gefahrenen Strecken liegen über der Reichweite von 260km. Und auf den Strecken kann man auch mal langsamer fahren und nachladen. Unser Zweitwagen ist ein Twizy. 80km Reichweite reichen für den Zweck völlig. Der Wunsch nach einem großen Akku ist verständlich aber völlig irrational. Ich kaufe mir auch keinen goldenen Weihnachtsbaum, den ich einmal im Jahr rauskrame. Ich mache eine Pause und trinke einen Kaffee.

Farnsworth

Genauso wird es in einigen Jahren kommen und dann wird ein 50er Akku mit 100er Ladepeak der Klassenstandard sein. Der ID.1 ist ja mit sub 20k als Preisschild angekündigt. Und es wird ganz sicher Angebote unterhalb dieses Preises geben.

Spannend wird es, ob die großen Konzerne ihre L7e Entwürfe etwas aufbohren. Ich meine, ein Citroën Ami mit größerem Akku und 80 km/h Topspeed dürfte für vierstelliges Geld zu machen sein. Gleiches gilt für den nächsten Twizy.

Ich hatte unseren Twizy erst zweimal auf 4km Restreichweite, da wir den nicht täglich laden und dann doch unverhofft öfter damit gefahren sind. Mehr Reichweite sollte es maximal optional geben. Ich will nichts bezahlen, was ich nicht brauche.

Farnsworth

„… Dann gibt es halt nur noch elektrische Kleinwagen.“

+1

Die Wiederauflage des Mini-Busses „Mia“ soll sowohl mit 200 km als auch (mit 2. Akkublock) gut 400 km Reichweite ab ca. 17.000 € (vor Förderung!) kommen, der Zweitakku soll auch problemlos nachgerüstet werden können!

Ob das alles so real auf den Markt kommt, weiß ich natürlich nicht, aber (wenn EA-N schon nichts über die aktuelle Neuvorstellung schreibt) stelle ich mal den Link zur AMS hier ein:

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/mia-electric-comeback-2023-16000-euro/
Last edited 8 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Man hätte schon vor Jahren eine harte Obergrenze beim CO2 Ausstoß pro Auto und keine Flottenobergrenze einführen können/sollen. Bei z.B. 120 g/km würde ab der Kompakt-/Mittelklasse gar nichts anderes übrig bleiben als diese zu elektrifizieren. Jedenfalls für diejenigen, die mehr als 90PS brauchen. Dabei würden trotzdem noch billige Verbrenner übrig bleiben für diejenigen, die sich nichts anderes leisten können.

Ich denke auch, dass die soziale Komponente von E-Autos noch komplett ausgeblendet wird. Heute kann man (Geringverdiener, Student, jemand der einfach nichts anderes will) mit einem 13 Jahre alten, günstigen Polo quer durch Europa fahren (ich hatte so einen und hab das gemacht).
In Zukunft mit reinen E-Autos funktioniert das nicht mehr. Ein 13-jähriger wird durch Akku-Alterung zur Lade-Zicke, die Akkus von Klein(st)wagen können wegen des begrenzten Bauraums auch nicht unendlich voluminös oder schwer werden, d.h. selbst wenn sie billig werden, bleiben sie in der Reichweite eher begrenzt. Und zukünftig bekommen sie auch noch die billigen Zellen, vermutlich weitgehend ohne Temperaturmanagement – Rapidgate lässt grüßen.
Wenn man fair und transparent ist, muss man das aber ganz klar sagen: Mobilität wird vor allem am unteren Rand (günstige Klasse) deutlich teurer oder mit deutlich mehr Verzicht zu bezahlen sein. Nur sagt das eben Keiner…

Sie wird nicht ausgeblendet, die Befürworter zielen explizit drauf ab, dass sich in Zukunft weniger Menschen individuelle Mobilität leisten können. Das gehört sozusagen zum gesamtheitlichen Konzept. Lässt sich an den Kommentaren weiter oben recht schön ablesen.
Aber jeder Trend lässt sich an der Wahlurne auch wieder umdrehen.

Wir Menschen werden nicht geboren, um eine ganze Industrie am Leben zu erhalten. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise in welcher der ÖV im Einklang mit nachhaltiger Mobilität, Stadt und Land miteinbezieht, so dass Alle profitieren, könnte ein Zukunftsmodell sein. Das Auto wird nicht mehr diesen dominanten Teil ausmachen, den es heute immer noch hat. Millenials und die Schüler von heute werden sich in grosser Mehrheit die Städte so gestalten, dass sie gesellschaftlich ganz anders aussehen werden als heute. Dazu braucht es keine Indoktrination sondern die Erkenntnis, dass wir auf allen Ebenen in der Vergangenheit über unsere Verhältnisse gelebt haben. Betrifft auch mich. Das Elektroauto soll dabei auch Teil des Gesamtkonzeptes sein, aber eben nicht nur.

Ich denke, dass der große disruptive Umbruch kommen wird, wenn autonome Taxis zum selben km Preis verfügbar sind, wie private Autos. Wozu soll ich mit dann noch ein eigenes Auto zulegen? Gerade die Millennials werden sich dann lieber ihre Mobilität per Smartphone rufen, statt einen teuren Führerschein zu machen. „Okay Google, fahre mich nach Venedig!“ Ab geht’s. Pay per use Kein Stellplatz, kein TÜV, keine Sorgen über Kratzer im Lack. Immer das passende Fahrzeug. Im 2 Personen Cab zum Baumarkt, mit dem Transporter zurück.

Farnsworth

„… Aber jeder Trend lässt sich an der Wahlurne auch wieder umdrehen.“

Erzähl‘ mal: Wo kann ich das Kreuz gegen den Klimaumbruch machen?

Das sind alles nur Annahmen. Mein 9 Jahre alter Twizy fährt immer noch 80km. Dass der in 4 Jahren zur Ladezicke wird, kann ich mir nicht vorstellen. Uns nein, es wird nicht teurer. Mein E-Up hat neu mit Förderung 13.000 Euro gekostet. Ein ähnlich ausgestattet Benziner kostet auch ähnlich viel. Sagen wir einfach mal 12.000 Euro. Der Benziner braucht laut Spritmonitor 5,43l und der E 14,5kWh. Bei 10 Jahren Haltedauer und durchschnittlich 14.000km im Jahr ergeben sich bei einem Spritpreis von 1,5€ Kosten von 11.403€ und bei einem Strompreis von 0,39€ an der Ladesäule 7.917€. wenn man zu Hause laden kann bei 0,3€ 6.090€ und wenn Mama und Papa PV für 7ct/kWh auf dem Dach haben 1.421€.

Ich war mit meinem 58 PS Twingo auch am Gardasee. Ich weiß nicht, ob ich es mit meinem E-Up machen würde, aber zur Not ginge auch das. Zwar mit ein paar Ladepausen und vielleicht eine Übernachtung auf dem Weg, aber es ginge. Der hätte am Brenner auf jeden Fall nicht die Probleme wie der Twingo gehabt.

Soll das jetzt ein Argument sein so weiterzumachen wie bisher, dass sich irgendein fiktiver armer Student in 10 Jahren kein Auto mehr leisten kann? Ich hatte als Student kein Auto, nur ein Semesterticket und eine Vespa und kam trotzdem überall hin.
Es geht um unser Klima und um das Überleben der Menschheit und ihr kommt mit First World Problems.

Vor allem quer durch Europa mit einem E-Auto geht nicht. Erzahl das mal. Dem Typen der mit dem Twizy von Bayern zum Nordkap gefahren ist.

Farnsworth

Der Twizy, mein Lieblingsfahrzeug unter den Kleinen. Frech, poppig, wendig und hat überall Platz. Ein eye-catcher. Ideal zum kurzfristigen schnellen Einkauf. Einfach anders als alles Andere. Disruptiv, das gefällt mir. Fährt sich sogar super in den engen Gassen von Ascona:-). Die genau richtige Ergänzung zum e-Fahrrad, e-Roller, e-Scooter, Tram, e-Bus, Subway. Für Jung und Alt.

Die Akkumiete nervt ein bisschen. Ich habe das Teil gebraucht gekauft und wollte den Akku kaufen. Der Händler wollte ihn mir nicht verkaufen, weil die Renault-Bank dem Händler nur 5 Jahre Garantie gibt, der Akku aber schon älter war. Wenn der Akku kaputt ginge, dann müsste er mir ja noch einen neuen besorgen. 3 Jahre später will der Akku immer noch nicht kaputt gehen. Ich müsste mal einen anderen Händler probieren, war aber bisher zu faul.

Ansonsten ist das Teil echt spaßig. Man wird angestarrt wie in einem Ufo, vor allem wenn zwei Erwachsene aussteigen und kann von adipösen SUVs angeknabberte Parkplätze nutzen. Kurvengeschwindigkeiten sind wie beim Motorrad, weil das Teil so schmal ist.

Farnsworth

Last edited 7 Tage zuvor by Farnsworth

Dieses Jahr werden 2 Typen im e-rod Ende Dezember ans Nordkap fahren. Dieselben welche mit meinem Roadster den e-Cannonball von Moers nach München fahren werden 😉

Günstige Kleinwagen mit batterie-elektrischem Antrieb gehen auch günstig, China zeigt es, selbst wenn sich der Preis auf dem Weg nach Europa verdoppelt, wären sie für 10.000 Euro ohne Prämie zu haben.

Wenn ein Kleinserienhersteller den 2-sitzigen Microlino ab etwa 12.500 Euro (ohne Prämie) anbieten kann, dann sollte ein Großserienhersteller wie VW einen kleinen 4-Sitzer zu einem ähnlichen Preis können.

Die Hersteller grasen bei E-Autos lieber die Kunden mit großem Geldbeutel ab, ist ja pro Auto auch mehr verdient, die Leute mit kleinem Geldbeutel dürfen derweil die alten Verbrenner bis zum Schrottplatz fahren.

Wenn europäische Hersteller den Markt der preiswerten E-Autos nicht beliefern wollen, dann macht das eben Asien – Fernseher, Computer, Handys u.v.m. kommen seit langem aus Asien und das in guter Qualität.

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